Posts Tagged ‘Gerhard Winkler’
Jobinterview: Rat für schüchterne Vögel
Fröhliche Vögel fangen den Wurm. Egal, ob der Termin für das Interview früh oder spät ist: Mach ihn zu Deiner Stunde:
1. Flattere beim Aufeinandertreffen nicht aufgeregt herum. Geh ruhig auf den Anderen zu. Streck vor dem Aufeinandertreffen die Hand aus, ohne auf sie oder gar auf den Boden unter Dir zu starren.
2. Ein Stuhl ist für Ängstliche gewiss ein unsicherer Ast. Richte Dich darauf ein und bleib ruhig sitzen.
Fanpost: Das Beste aus Bewerbungsschreiben 2009
Berlin.
Bekenntnisse und Geständnisse von aufrechten Bewerberseelen fanden sich auch im letzten Jahr in den vielen Anschreiben, die Bewerberratgeber Gerhard Winkler jova-nova.com erhielt.
Auch wenn Bewerber im Schwung der Gedanken bisweilen vom rechten Argumentationsweg abgekommen sind: Gut daran war, dass Bewerber zumindest versuchten, es mit ihren eigenen Worten zu sagen.
Mein Rat an Bewerber für Ihr Karrierejahr 2010: Konzentrieren Sie sich im Anschreiben ganz darauf, schlüssig und bündig Ihre besondere Eignung für eine fest umrissene Tätigkeit darzulegen. Tun Sie das in Form einer Leistungsbilanz und Sie werden nicht scheitern.
Gerhard Winkler,
jova-nova.com
Bewerberblüten 2009
Arbeitsmarkt, wilder
„Mit Erfolg absolviere ich die Ausbildung zur IT-Systemkauffrau, bevor es jedoch auf den wilden Arbeitsmarkt geht liegt ein Praktikum vor mir. Um meine Lehrinhalte zu festigen möchte ich Ihr Unternehmen schon ab … tatkräftig unterstützen.“
Aus der Praxis des Bewerberberaters: Gehaltserhöhung einimpfen

Gerhard Winkler, www.jova-nova.com

Gerhard Winkler, www.jova-nova.com
„Ich werde eine Mail mit einer Forderung zur Gehaltserhöhung an meinen Vorgesetzten mailen. Ich überlege noch, ob es taktisch geschickt ist, wenn ich eine Kopie der Forderung auch an den Geschäftsführer maile. Bitte geben Sie mir Bescheid, was ihre Meinung dazu ist.“ (A.S.)
Die Lücke zwischen dem Gehalt, das Sie zur Zeit verdienen und der Leistung, die Sie die ganze Zeit schon bringen ist offenbar mindestens so groß wie die Diskrepanz zwischen dem Einblick, den die Impfgegner in den letzten Tagen vorgeben zu haben und dem Sachverstand, den sie tatsächlich besitzen. Mit anderen Worten: Der Gegensatz erscheint so grell, dass es schmerzt.
Fünf adrette KönigstöchterInnen

Gerhard Winkler, www.jova-nova.com
WARUM WIR?
„Mit ist aufgefallen, dass bei Ihren Beispielanschreiben auf Ihrer Website sowie in “Die 100 besten Anschreiben” der Bewerber niemals Bezug auf das neue Unternehmen nimmt. Man bringt zuerst die besten Argumente (Erfahrungen, Leistungen) vor, geht dann auf Studium und sonstige Kenntnisse (EDV, etc.) ein und rundet das Anschreiben dann mit einer Aufforderung zu reagieren ab.
Niemals allerdings beantwortet das Anschreiben, warum man denn ausgerechnet bei McKinsey, Berger, Boston, etc. arbeiten möchte, was genau an dieser Firma interessiert, was für ein Link zwischen deren Wertesystem oder anderen Essentials und den eigenen Qualis besteht, warum man ausgerechnet eine Karriere im Bereich “Internationale Kommunikation” anstrebt, welche Erwartungen man an seinen künftigen Job hat … eben, warum man sich bewusst dazu entschied, genau DIESE Firma anzuschreiben. Natürlich geht es wieder in die Richtung haltlose Beteuerungen, Interessenvorgaukelung. Doch sind Sie nicht der Meinung, dass solche Inhalte ebenfalls in ein Anschreiben gehören, da es besonders im Consulting-Sektor eine große Anzahl an Firmen gibt, die diese Vorabinfo einfach als Standard verlangen?” (C.J.)
Umgang mit Karriere-Flops: Nicht angenommen, nie richtig angekommen

Gerhard Winkler, www.jova-nova.com
Berlin, 15.8.2009. Ein Gastbeitrag von Bewerbungsratgeber Gerhard Winkler
“Die neue Arbeit nahm ich voller Elan auf. Im Büro herrschte jedoch um mich herum eine gespenstische Ruhe. Der Teamleiter, der mich einarbeiten sollte, hatte stets viel um die Ohren. Seine rechte Hand war eine recht launische Person, und ich hatte stets das Gefühl, ihr auf die Nerven zu gehen. Mit den anderen Kolleginnen und Kollegen kam ich sehr gut klar. Doch was die Chefs betrifft, fühlte ich mich einfach nicht willkommen.
Das hatte zur Folge, dass ich mich immer mehr zurückgezogen habe und die mir gestellten Aufgaben möglichst ohne viel Rückfragen erledigen wollte. Das ging dann oftmals schief.
Es kam, wie es kommen musste: ordentliche Kündigung nach drei Monaten. Wie das Zeugnis ausfällt, kann ich noch nicht einschätzen. Allerdings wurde mir versichert, dass mir keine Steine in den Weg gelegt werden.
Natürlich habe ich den einen oder anderen kapitalen Fehler begangen. Durch die ständige Kritik fühlte ich mich jedoch überfordert und war am Ende kaum noch motiviert. Ich spiele mit dem Gedanken, diese kurze Zeit in meinen zukünftigen Bewerbungen nicht zu erwähnen und sie mit einer vorherigen, zweimonatigen Arbeitslosigkeit zu verschmelzen. Oder soll ich mit diesem Betriebsunfall in meiner Karrierebilanz so souverän wie möglich umgehen? (O.H)
Wo und wofür soll ich mich noch bewerben?

Bewerber-Blockade
“Inzwischen weiß ich schon nicht mehr wo und für was ich mich noch bewerben soll, wenn alle Ablehnungsgründe immer nur in meiner Vergangenheit gesucht werden.” (R.Z.)
Der Jobmarkt stinkt. Selbst gute Leute unter Dreißig, über Fünfzig und rund um die Vierzig gelten als komplett out. Die Fünfundzwanzigjährigen stellt man als Praktikanten kalt. In der Probezeit entlassen? Schon gilt man als verhaltensauffällig. Auf einen widerborstigen, nicht auf Anhieb einsortierbaren Lebenslauf reagieren die Konformisten in den Personalabteilungen wie auf eine madige Kirsche: sie spucken ihn sofort wieder aus. Besonderes Pech haben die besonders Flexiblen: Die Personaler hören multiqualifiziert, denken: überqualifiziert und schon ist man aussortiert. Der Jobmarkt spiegelt die Gesellschaft und unsere Gesellschaft ist leider überängstlich, übervorsichtig und ziemlich ungerecht. Her mit dem Grundrecht auf Arbeitszuteilung!
Genug lamentiert. Bremsen wir uns und kehren wir zum Ausgangspunkt zurück: Sie finden keinen Job.
Read the rest of this entry »
Fetisch Lebenslauf

Bewerbung als Catwoman: Peitschen-Fetisch für die "Soft Skills"
Andreas Bernard schreibt im Magazin der Süddeutschen Zeitung: <<Die öffentliche Darstellung der eigenen Biografie rückte vermutlich zum ersten Mal in den späten Achtzigerjahren in den Blickpunkt, mit der zunehmenden Bedeutung des “Lebenslaufs”. … In der Fetischisierung des Lebenslaufs lässt sich rückblickend vielleicht dieerste Spur jenes Selbstdesigns erkennen, wie es in den sozialen Netzwerken heute notwendig und allgegenwärtig ist.
Eine spröde Auflistung von Lebensdaten verwandelte sich innerhalb kurzer Zeit zum Schaubild der eigenen Biografie, inklusive Mannschaftssport-Erfahrung und politischem Engagement. Forciert wurde diese Entwicklung von den Vorgaben der Arbeitgeber, die, wie es Unternehmensberatungen und Elite-Akademien bis heute ausrufen, nicht mehr in erster Linie an tadellosen Noten interessiert sind, sondern an “soft skills” und “spannenden Persönlichkeiten”.>>
Internationaler Bewerbungsdienst von Jova-Nova.com
Nachdem ich Ihre Unterlagen optimiert, das heißt von Grund auf neuausgearbeitet habe, können Sie Ihre Bewerbung in einem zweiten Schritt auch für den britischen, für den US-amerikanischen oder für einen anderen Jobmarkt zeitnah anpassen lassen.
WARUM BEI UNS BEWORBEN

Gerhard Winkler, www.jova-nova.com
“Soll ich die Frage “Warum wollen Sie bei uns arbeiten?” im
Anschreiben beantworten? Floskeln wie “tolles, hippes, modisches
Unternehmen, das international tätig ist und seinen Mitarbeitern viel
bietet” will ich vermeiden. Oder soll man seine Bewerbungsmotivation
doch so ähnlich formulieren?” (B.H.)
- Mädchen möchten hören, was sie attraktiv macht und Personaler wollen
lesen, was an ihrer Organisation so speziell ist. Egal, was man da
flötet, Mädchen und Personaler glauben davon kein Wort. Wozu also das
Ganze? Nichts macht einen selbst unausstehlicher als Pro-forma-
Komplimente.
Besuch bei XING

Der Apfel ist vergiftet - Bewerberrat im Businessnetzwerk
29.05.09 Was zeichnet die Beiträge im XING-Bewerberforum aus? Die Freude, auf einem Thema so lange herumzureiten, bis es tot ist und die Blindheit, am Ende zu bemerken, dass es niemals gelebt hat.
XING-Gruppen liegt ein schönes Konzept zugrunde: Jeder steuert aus seinem Blickwinkel etwas bei und taucht zumindest einen Teil des Ganzen in das helle Licht seiner Erfahrung. Die triste Wirklichkeit: Auf weiter Forenflur hoppeln alte Platzhasen, junge Meinungsrammler, zaghafte Einwandshäschen von einem kargen Halm zum nächsten. Den Chor bilden die üblichen Kopfschüttler, Abnicker und Einknicker. Die meisten dieser Auskenner richten ihr schwaches Lichtlein ganz auf sich selbst. Was da in der Dunkelheit der Bewerbungsfragen aufschimmert, ist nicht so sehr der Sachverstand der Gruppe, als die Eitelkeit des Einzelnen – in ihrer sprachlich unvorteilhaften Form.


