Computerethik: Don’t be evil!

Ein Gastbeitrag von Deborah Liebig, PR und Marketing bei get in IT

Deborah Liebig

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„Sei nicht böse“ appelliert Google in seinem informellen Slogan. Solange alle diesem Grundsatz folgen, muss sich niemand Sorgen machen. Oder?

Die Realität sieht natürlich anders aus. Informations- und Kommunikationstechnologien sind heute in allen Lebensbereichen selbstverständlich und unverzichtbar geworden, egal ob öffentlich oder privat. Sie durchdringen und beeinflussen die Gesellschaft – im Guten wie im Schlechten.

In der Wirtschaft ist Ethik schon länger ein Thema, nicht zuletzt infolge der Wirtschaftskrise. Aber auch in der IT-Welt werden immer häufiger moralische Fragestellungen aufgeworfen. Neben neuen technischen Innovationen gibt es regelmäßig neue Fälle von massiven Sicherheitslücken und Datenskandalen. Mal in kleinem Rahmen, mal mit globalem Ausmaß wie im aktuellen Fall des US-Spähprogramms Prism.

Wozu eine eigene Computerethik?

Die Kernfrage, mit der sich Computerethiker beschäftigen, lautet: Wir wirken sich Computertechnologien auf die Gesellschaft aus? Natürlich sind Technologien an sich weder „good“ noch „evil“. Es kommt auf die Intention der Person an, die sie verwendet. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Computer und Individuum bzw. Gesellschaft besser zu verstehen.

Computerethik hängt eng mit der Internetethik, der Ethik der Massenmedien und der Informationswissenschaften zusammen. Egal, ob es sich um Informatik- oder Gesellschaftssysteme handelt, gelten überall dieselben rechtlichen und moralischen Regeln. Doch auf die „digitale Welt“ sind herkömmliche Handlungsmuster und Prinzipien oft nicht anwendbar. Ziel ist es, neue Regeln zur Handlungsorientierung aufzustellen, um Werte und Grundrechte zu schützen, wie etwa Freiheit, Sicherheit und Bildung.

Informatik und Gesellschaft sind in einem ständigen Wandel. Dadurch stellen sich immer wieder neue ethische Fragen und die bisherigen Fragen werden in einem neuen Kontext diskutiert. Denn so, wie sich die Computertechnologien weiterentwickeln, vergrößern sich auch die Problemfelder der Computerethik. Zu den gesellschaftlich relevanten ethischen Problemen der Informatik gehören u.a. Datenschutz, Computerkriminalität, Technikabhängigkeit, geistiges Eigentum (Urheberrecht), Privatsphäre und Anonymität.

Welche Rolle spielt Ethik im IT-Job?

Mit einigen der genannten Probleme bzw. Fragen wird jeder Informatiker früher oder später konfrontiert werden. Für Entwickler und IT-Spezialisten spielt Computerethik als Berufsethik heute eine wichtige Rolle. GI-Präsident Oliver Günther versteht moderne Informatik als Querschnittsdisziplin, die längst keine ausschließlich technisch-mathematische Wissenschaft mehr ist. Da sie viele Aspekte des Alltags beeinflusse und das Gesellschaftsleben gravierend verändert habe, dürften sich Informatiker „nicht allein auf die technischen und ökonomischen Fragen ihrer Disziplin beschränken.“

Darüber hinaus definieren sich Unternehmen heute immer stärker über ihre Daten. Wer mit diesen Informationen arbeitet, trägt eine entsprechend große Verantwortung. Ein Bewusstsein für die ethischen, sozialen und ggf. auch juristischen und politischen Konsequenzen neuer Entwicklungen ist daher notwendig, um dieser Verantwortung auch gerecht zu werden.

 

Deborah Liebig leitet die Online-Redaktion bei get-in-IT.

Deborah Liebig, PR und Marketing

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