MINT Recruiting: Was sind die Roadblocks beim Recruiting von Frauen für MINT-Berufe?

Wolfgang Brickwedde ist Director des Instituts for Competitive Recruiting in Heidelberg
Wolfgang Brickwedde, Institute for Competitive Recruiting

Ein Gastbeitrag von Wolfgang Brickwedde, Institute for Competitive Recruiting

„Wir würden ja wollen, aber es gibt wenig, was wir tun können“ Das ist eine oft gehörte Aussage von meisten (großen) High-Tech Firmen wenn es um die Steigerung des Anteils an Frauen in MINT Berufen (d.h. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geht. Es wird häufig auf den geringen Anteil an weiblichen Absolventen und demzufolge auch dem geringen Anteil an weiblichen Mitarbeitern in den MINT-Bereichen verwiesen, der alle guten Bemühungen zunichtemacht.

Darüber hinaus scheinen Führungskräfte in Technologieunternehmen fast überall immer noch zu glauben, dass sie, obwohl sie sind überwiegend männlich sind, sie die Barrieren und die Hindernisse bei der der Rekrutierung von MINT-Frauen verstehen könnten. Wenn wir uns diese Barrieren und Hindernisse einmal im Detail ansehen, dann werden wir sehen, daß es beileibe nicht immer der Fall ist.

Hierzu nur mal zwei Beispiele

1. Männliche statt weibliche Stellenanzeigen

Stellenbeschreibungen sind „zu männlich orientiert“ – etwas so Einfaches wie die Art und Weise eine Stellenbeschreibung geschrieben wird kann eine Barriere sein, die MINT-Frauen an einer Bewerbung hindert. In vielen vielen High-Tech-Stellenbeschreibungen finden sich männlich-zentrierte Begriffe wie Ninja, Hacker, oder Rockstar. Frauen empfinden diese Begriffe als Hinweis dafür, dass der speziell (absichtlich oder unbewußt) für einen männlichen Bewerber entworfen ist. Weitere Infos über „weibliche“ Stellenanzeigen finden Sie hier: http://bit.ly/weiblicheStellenanzeigen

2. Männlich dominierte Unternehmens-/ArbeitsKultur

Die extremste Ausprägung einer männlich dominierten Unternehmenskultur findet sich im Silicon Valley. Viele große High -Tech-Firmen und noch mehr Tech-Startups arbeiten unter, was dort eine „Bro-Culture“ oder „Hacker-Kultur“ genannt wird. Die männlich-dominierte Kultur ist geprägt von Verhaltensweisen, die typisch sind, wenn die Arbeitskollegen wie Freunde oder Brüder handeln. Eine „Bro-Culture“ hat viele Komponenten, die MINT-Frauen frustrieren können. Sie fördert typisch männliche Verhaltensweisen wie die All-Night-Hackathons, Alkoholexzesse oder Fluchen.

Eine männlich dominierte Unternehmenskultur behindert die Rekrutierung von MINT-Frauen, da diese glauben, sie würden offensichtlich diskriminiert oder man behandelt sie als Mitarbeiter zweiter Klasse. Solange die sogar die Chefs von High-Tech glauben, dass diese „Hacker-Kultur“ tatsächlich mehr zum Erfolg des Unternehmens beiträgt als das sie entsprechende Schäden verursacht, werden alle Versuche, Frauen für derartige Kulturen zu rekrutieren, Lippenbekenntnisse bleiben und nicht von Erfolg gekrönt werden. Eine „neutrale“ Unternehmenskultur ist eine Grundvoraussetzung, falls man erfolgreich Frauen für MINT Positionen rekrutieren möchte.

Viele Unternehmen wollen den Frauenanteil erhöhen. Insbesondere in technischen Bereichen ist das aufgrund des relativ geringen Anteils an weiblichen Studierenden, Absolventen und Berufserfahrenen nicht einfach. Der Wettbewerb um Frauen in technischen Berufen ist sehr hart.

Eine Möglichkeit, Frauen für MINT-Berufe zur erreichen (unter Beachtung der o.a. Voraussetzungen ) ist die #MINTme – eine virtuelle Recruiting-Messe für Frauen in den MINT Berufen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: http://bit.ly/MINTme15

 

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