Preis vs Qualität – ab wann sind Kandidaten zu teuer?

Edward Moore

Edward Moore

Ein Gastbeitrag von Edward Moore

Das Nischenrecruitment und seine Vorzüge

Der Mittelstand befindet sich gerade in einer Findungsphase, was Recruitmentprozesse anbelangt – fast immer wird die Kostenfrage in den Mittelpunkt gestellt und die Frage aufgeworfen, wie man am kosteneffektiv an den bestmöglichen Kandidaten kommt. Oft lautet die Antwort darauf, dass man mit einer internen Lösung sich eventuelle Recruitmentpartnerkosten erspart.

Der Haken an der Sache liegt am Markt selbst – der Arbeitsmarkt ist mitunter „candidate driven“, sprich das Blatt hat sich komplett gewendet.

 

„Wo vorher die Firmen die Wahl zwischen sich bemühenden und bewerbenden Kandidaten hatten, müssen die Firmen nun um Bewerber ringen, da die guten Kandidaten die Qual der Wahl haben und sich den künftigen Arbeitsplatz selbst aussuchen können. Zudem weiß ein exzellenter Kandidat momentan sehr genau, was der Markt bietet und wird sich nur im Falle eines sehr attraktiven Gesamtpakets zu einem Jobwechsel entschließen.“, so Edward Moore, Country Sales Manager Antal Deutschland. Professionelle Hilfe ist darum mittlerweile überlebenswichtig – auch und besonders für den Mittelstand. Dieser Trend bestätigt sich in der Zunahme der Inanspruchnahme eines Recruitmentpartners bei Mittelstandsfirmen.

 

Erfahrungsgemäß scheitern Mittelstandsfirmen, die sich alleine am Recruiting versuchen, am meisten an Gehaltsvorstellungen und –verhandlungen. Zu oft kommt es nicht zur Einstellung des Kandidaten, da hier die beiden Ansätze zu weit auseinander klaffen. Ein professioneller Recruitmentpartner wird sich mit dem Unternehmen nicht nur gut auskennen (Produktpaletten, Unternehmenskultur, Zukunftsplanungen und Visionen), sondern wird sehr genau ermitteln, was in Ihrer Firma benötigt wird und warum man bisher Schwierigkeiten damit hatte, genau das Gewünschte zu bekommen.

 

Eventuell kann es sogar daran liegen, dass ein direkter Konkurrent mit vergleichbaren (finanziellen) Möglichkeiten eine völlig andere Herangehensweise besitzt, wenn es um das „Verkaufen“ des eigenen Unternehmens an den Kandidaten geht – Details sind hier entscheidend.

 

Qualität hat zwar ihren Preis, dennoch ist es aber emminent wichtig gewisse Punkte im Einstellungsprozess sicherzustellen: Wie ist die Psychologie des Kandidaten? Identifiziert er sich mit der Firma und ihren Werten? Wie sieht es mit seinem Track Record aus? Ein geschultes Auge erkennt hier schon Problemfelder, die ansonsten zu teuren Fehleinstellungen führen. Das finanzielle Risiko wird demnach hier schon minimiert – eine sinnvolle und richtige Einstellung und damit ein sehr guter neuer Mitarbeiter reduzieren weiter teure Einstellungsausgaben und holen sogar das vermeintliche Defizit dieser wieder herein.

 

Ein üblicher und weit verbreiteter Fehler des Mittelstandes bei Einstellungen liegt in der Annahme, dass es am billigsten ist am Anfang der Gehaltsfahnenstange einzustellen, also somit die „billigste“ Lösung an Bord zu holen. Professionelle Recruiter wissen, es gibt einen Grund warum der Kandidat in diesem Feld bisher nicht mit einem höheren Gehalt bedacht wurde – Alarmglocken ringen.

 

Zudem geht es mit dem vorherrschenden „War of Talents“ nun auch darum, anders als bisher den Talentepool zu nutzen – der richtige Kandidat muss nicht direkt aus der angestrebten Branche kommen. Oft sind die perfekten Kandidaten Crossovertalente – sprich, sie kommen aus einer ähnlichen Branche (wie etwa Verkauf von Capital Equipment für Service Contracts). „Somit kann Flexibilität im Recruitment ungeahnte Ressourcen freilegen.“ sagt Moore. Dies wird ein Trend sein, der sich besonders in den Branchen Pharma (69% der Firmen stellen im nächsten Quartal ein), IT (67%) und Accounting (61%) in Deutschland fortsetzen wird (Quelle: Globale Wirtschaftsstudie Antal Global Snapshot, http://ags.antal.com/)

 

Der neue Trend für Partnerschaften mit Recruitern liegt im Nischenrecruitment – auf bestimmte Felder spezialisierte Recruiter, die „ihre“ Industrie in- und auswendig kennen. Sie haben besitzen extensives Sektornetzwerk und verstehen auf Anhieb die Bedürfnisse des Unternehmens, mit dem sie arbeiten. Oft kommen Sie selbst aus der Industrie, aus der sie nun rekrutieren – sie verstehen es, die Balance zwischen Preis und Qualität zu behalten, und sind darum wahre Fachmänner darin, dennoch unter der Berücksichtung aller Punkte eine kostenrelative Lösung zusammen mit dem Unternehmen zu produzieren.

 

 

Edward Moore ist Country Sales Director bei Antal International in Frankfurt/M.

 

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