Arbeitgeber mit Anziehungskraft: Respekt schlägt Gehalt

 

Rudi Bauer, StepStone Österreich
Rudi Bauer
  • Arbeitnehmer wollen Wertschätzung und kompetente Führungskräfte
  • Jobsicherheit ist für viele wichtiger als Gehalt
  • Frauen setzen auf Teamzusammenhalt, Männer wollen Aufstiegschancen
  • „Softe“ Faktoren formen die Arbeitgebermarke
  • Mitarbeiter wollen individuell unterstützt werden

Fachkräftemangel, der digitale Wandel und Millennials, die sich die Jobs mittlerweile aussuchen können: Unternehmen müssen heute mit einer starken Arbeitgebermarke punkten, um die besten Köpfe an Bord zu holen. Was diese auszeichnet, hat die aktuelle Employer-Branding-Studie von StepStone.at unter 1.000 Angestellten und Arbeitssuchenden aus ganz Österreich erhoben: Demnach sind der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern, eine angenehme Arbeitsatmosphäre, nette Kollegen und kompetente Führungskräfte die wichtigsten Elemente eines attraktiven Arbeitgebers. Das Kurzvideo und das  Whitepaper geben Einblick in die umfassenden Studienergebnisse.

Arbeitnehmer sehnen sich nach Wertschätzung

Vor allem ein wertschätzender Umgang und die gute Stimmung im Team lassen einen Arbeitsplatz attraktiv erscheinen: So zeigen sich drei von vier Befragten (75 %) davon überzeugt, dass der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern die Firma auch über die Unternehmensgrenzen hinweg zu einem vielversprechenden Arbeitgeber macht, der Kandidaten und Bewerber anspricht. Und gut zwei Drittel (64,1 %) aller Studienteilnehmer wollen mit Chefs zusammenarbeiten, die ihr Team gut behandeln.

 

Der Job soll sicher sein

In Zeiten volatiler Arbeitsmärkte beweist die Studie zudem: Der Arbeitsplatz soll sicher sein. 62,6 % aller Befragten stufen Jobsicherheit als relevant für die Anziehungskraft eines Arbeitgebers ein – noch vor dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens (32,9 %). Rudi Bauer, Geschäftsführer von StepStone Österreich: „Da kann das Unternehmen noch so bekannt sein – wenn man ständig um seinen Arbeitsplatz zittern muss, wirkt sich das verheerend auf die Stimmung im Büro aus. Und vertreibt Kandidaten und Bewerber.“

 

Gehalt spielt für die Hälfte der Befragten keine wichtige Rolle

Demgegenüber spielt das Gehalt nur für etwa die Hälfte (52,8 %) aller Befragten eine Rolle dabei, wie anziehend ein Arbeitgeber wirkt. „Hohe Gehälter wirken auf den ersten Blick verlockend, aber sie halten Menschen nicht auf Dauer im Unternehmen“, sagt Rudi Bauer. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass es den meisten Arbeitnehmern auf das Menschliche ankommt – und sie sowohl von ihrem Arbeitgeber als auch ihren Vorgesetzten mit Respekt und Wertschätzung behandelt werden wollen.“

 

Kollegiale Atmosphäre bringt Arbeitnehmer zu Höchstleistungen

Fast genauso wichtig wie gute Chefs und Wertschätzung im Unternehmen sind den Befragten der Studie das Gefühl der Zusammengehörigkeit und guter Zusammenhalt im Team: Mehr als die Hälfte aller Studienteilnehmer (53 %) gibt an, dass Unternehmen, in denen alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen, ganz besonders attraktive Arbeitgeber sind. „Menschen arbeiten nicht für ihre Vorgesetzten, sondern für ihre Kollegen“, bestätigt Rudi Bauer. „Unternehmen, die auf eine kollegiale Stimmung setzen und der Belegschaft Möglichkeiten zum sozialen Austausch geben, profitieren daher gleich doppelt: von motivierten Mitarbeitern und einer positiven Strahlkraft als attraktiver Arbeitgeber, der auch Talente und Kandidaten am Arbeitsmarkt anspricht.“

 

Frauen setzen auf den menschlichen Faktor, Männer auf die Karriere

Vor allem für Frauen ist der menschliche Faktor ausschlaggebend: 61,7 % wünschen sich einen starken Teamzusammenhalt, im Gegensatz zu nur 43 % der befragten Männer. Im Geschlechtervergleich zeigt sich weiter, dass Frauen viel mehr Wert auf eine sympathische Unternehmenskultur legen als Männer (43,3 % vs. 27,1 %), stärker auf motivierte Kollegen setzen als männliche Befragte (43,2 % vs. 59,3 %) und sich auch eher mit den Unternehmenswerten ihres Arbeitgebers identifizieren wollen als ihre männlichen Kollegen (42 % vs. 31,4 %). Männer hingegen achten eher auf die Aufstiegschancen in einem Unternehmen (31,1 % vs. 26,2 %).

 

Flexible Arbeitszeiten – und ein Arbeitsplatz, der gut erreichbar ist

Beide Geschlechter vereint hingegen der Wunsch nach einem interessanten und abwechslungsreichen Aufgabengebiet (47,3 %) und einer ausgeglichenen Work-Life-Balance (44 %). Beim Thema familienfreundliche Arbeitszeiten äußern aber wieder eher Frauen (55,9 %) als Männer (42,2 %) den Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen – ebenso wie nach der guten Erreichbarkeit ihres Arbeitsplatzes (50,6 % vs. 36,9 %). Rudi Bauer: „Bei Frauen schlägt nach wie vor oft die Doppelbelastung zu Buche, sich um Privates und ihren Beruf kümmern zu müssen. Kurze Wege und flexible Arbeitszeiten können dabei helfen, beides unter einen Hut zu bringen – und machen Unternehmen so auch für qualifizierte Frauen zum Arbeitgeber der Wahl.“

 

„Softe“ Faktoren formen die Arbeitgebermarke

Vor allem die so genannten „soften“ Faktoren wirken sich darauf aus, ob ein Arbeitgeber von außen als anziehend wahrgenommen wird: 59,7 % der Studienteilnehmer geben an, dass sich die Bereiche Unternehmenskultur, Betriebsklima und Führungsstil am stärksten auf die Attraktivität eines Arbeitgebers auswirken – ebenso wie eine positive Arbeitsatmosphäre und nette Kollegen (68,5 %). Weit weniger wichtig sind den Befragten hingegen Image, Größe und Erfolg eines Unternehmens: Nur 10,7 % ziehen das bei der Bewertung eines möglichen künftigen Arbeitgebers in Betracht.

 

Mitarbeiter wollen individuell unterstützt werden

Stattdessen setzen Arbeitnehmer heute voll auf individuelle Unterstützung: Mehr als jeder Dritte (34,3 %) ist der Meinung, dass sich die Definition eines attraktiven Arbeitgebers von Mensch zu Mensch unterscheidet, und rät Arbeitgebern daher, individuell auf die jeweiligen Mitarbeiter einzugehen. Geschieht das nicht, schadet das nicht nur dem inneren Gefüge im Unternehmen: Fast die Hälfte aller Studienteilnehmer (48,9 %) ist davon überzeugt, dass demotivierte Mitarbeiter nicht nur die Stimmung im Unternehmen vergiften, sondern darunter auch das öffentliche Image von Arbeitgebern leidet.

 

Kleine Einzelmaßnahmen statt großer Employer-Branding-Programme

Für die eigene Attraktivität als Arbeitgeber sind oft kleine Details ausschlaggebend, bestätigt Rudi Bauer: „Anstatt große Employer-Branding-Programme zu starten, die die gesamte Belegschaft über einen Kamm scheren, tun Unternehmen gut daran, erst einmal zuzuhören, was sich die aktuellen Mitarbeiter eigentlich wirklich wünschen. Nicht jede Maßnahme kommt bei allen gleich gut an. Oft können statt geld- und zeitaufwändigen Employer-Branding-Programmen auch kleine, einzelne Maßnahmen gesetzt werden, die dem oder der Einzelnen eher entgegenkommen.“

VIDEO
Das sind die Top10-Faktoren, die ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber machen: https://www.stepstone.at/Ueber-StepStone/wp-content/uploads/video_arbeitgeberbewertung5mb.mp4

 

ÜBER DIE STUDIE
StepStone Österreich zählt zu den führenden Recruiting-Unternehmen Österreichs und unterstützt seine Kunden bei der Suche nach qualifiziertem Personal und dem Aufbau einer schlagkräftigen Employer Brand. Zudem führt StepStone jährlich mehrere Studien zu den Themen Employer Branding, Recruiting und Personalmanagement durch und stellt die Ergebnisse Interessierten kostenfrei zur Verfügung. Gemeinsam mit der Marktforschungsagentur MindTake Research wurden im 3. Quartal 2017 mehr als 1.000 Angestellte und Arbeitssuchende aus ganz Österreich zwischen 19 und 55 Jahren zu den Themen Employer Branding, Bewerbungsprozesse und Arbeitgeberattraktivität befragt.

 

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1 Kommentar zu „Arbeitgeber mit Anziehungskraft: Respekt schlägt Gehalt“

  1. Vielen Dank! Die Ergebnisse der Studie bestätigten unsere Strategien, die wir seit langem probagieren. Leider ists ein langer und steiniger Weg bis das Management Wege einschlägt, um die Mitarbeiter individuell wertzuschätzen und zu fördern. Die zuweilen schwindelerregenden Raten der Fluktuation sollten doch Anreiz genug sein um das eigene Unternehmen zu überprüfen und mit dem einfachen Wort: „Danke…“ auch ökonomisch entscheidend zu verbessern. Uns fällt auf, dass gerade das Gesundheitswesen in der Schweiz hier dringenden Handlungsbedarf hat…

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