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Gehaltsatlas 2015: Das verdienen die Deutschen

Artur Jagiello
Artur Jagiello

Die Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner hat die neue Gehaltsstudie „Gehaltsatlas 2015“ veröffentlicht. Insgesamt wurden 448.997 Arbeitsverhältnisse analysiert und nach Bundesland, Hauptstadt, Postleitzahlen, Geschlecht, Firmengröße, Wirtschaftssektor, Führungsverantwortung und Berufseinstiegsgehalt differenziert. Das Ergebnis: In München werden die höchsten Löhne gezahlt und das gehaltsstärkste Bundesland ist Baden-Württemberg.

 

Gehälter in München, Stuttgart und Düsseldorf am höchsten
Im Vergleich der Landeshauptstädte schneiden München (+20 Prozent), Stuttgart (+19 Prozent) und Düsseldorf (+14 Prozent) am besten ab. Die hinteren Ränge belegen Schwerin (-26 Prozent), Magdeburg (-23 Prozent) und Erfurt (-20 Prozent). Die Gehaltslücke zwischen München und Erfurt liegt demnach bei 46 Prozent. „Im Süden und im Westen werden zwar sehr gute Löhne gezahlt, allerdings sind hier die Lebenshaltungskosten entsprechend hoch. Arbeitnehmer, die ihren Job wechseln möchten, sollten diesen Aspekt stets vor Augen haben und gut kalkulieren“, sagt Artur Jagiello von Compensation Partner.

Gehaltsgefälle nach Postleitzahl
Bei der Betrachtung der regionalen Unterschiede nach ihren Postleitzahlen befinden sich die Gebiete mit den Anfangsziffern 0 und 1 auf den hinteren Rängen. Diese decken zum größten Teil die neuen Bundesländer ab. Dahinter folgen die Regionen mit der Postleitzahl 9 am Anfang. Hierzu gehören auch Teile des gehaltsstarken Bayerns sowie strukturschwächere Gebiete in Thüringen. Die besten Gehälter werden in Regionen mit den Anfangsziffern 8, 6, 7, 4 und 5 gezahlt. Diese decken den Süden und Westen Deutschlands ab.

Große Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West
Laut Untersuchung von Compensation Partner befinden sich alle neuen Bundesländer auf einem unterdurchschnittlichen Vergütungsniveau. Das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit rund 27 Prozent weniger Gehalt. Es folgen Sachsen-Anhalt (-26 Prozent), Brandenburg (-23 Prozent), Sachsen (-21 Prozent) und Thüringen (-20,5 Prozent). Hauptstadt Berlin liegt mit knapp 7 Prozent im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit einem überdurchschnittlichen Gehalt von plus 8 Prozent. Es folgen Hessen (+7 Prozent), Hamburg (+5,6 Prozent), Bayern (+3,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (+1 Prozent). Die Gehaltsspanne zwischen dem vergütungsschwächsten und -stärksten Bundesland liegt damit bei 33 Prozent.

Entgeltlücke in Baden-Württemberg am größten
Nach wie vor verdienen Frauen weniger als Männer. Je nach Bundesland ergeben sich laut Studie unterschiedliche Entgeltlücken – die größte in Baden-Württemberg. Hier bekommen Arbeitnehmerinnen 37 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Allerdings werden hier die höchsten Löhne gezahlt. Einzig in Hessen (93,3 Prozent) und Hamburg (89,4 Prozent) verdienen Frauen im Schnitt besser als in Baden-Württemberg (87,1 Prozent). Mit rund 17 Prozent ist die Lücke in Mecklenburg-Vorpommern am kleinsten. Hier werden jedoch auch die geringsten Gehälter gezahlt.

Gehälter für akademische Berufseinsteiger
Die höchsten Gehälter können Akademiker in den südlichen Bundesländern erwarten. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt verdienen Uniabsolventen in Baden-Württemberg mit einem Plus 7,5 Prozent mehr Lohn am besten. Die hinteren Ränge belegen auch bei dieser Vergleichsgruppe die neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Stadtstaaten wie Hamburg oder Berlin sind zwar beliebt, die Löhne jedoch geringer. „Durch die Beliebtheit von Großstädten müssen die dort ansässigen Unternehmen nicht ganz so stark mit dem Gehalt locken, wie es im ländlichen Bereich der Fall ist“, erklärt Jagiello.

Zur Methodik: Compensation Partner hat die Gehälter von 448.997 Arbeitsverhältnissen analysiert und dabei nach Bundesland, Hauptstadt, PLZ-Region, Geschlecht, Firmengröße, Wirtschaftssektor, Führungsverantwortung und Berufseinstiegsgehalt differenziert.

 

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