Bewerbung

Raus aus dem Bewerbungsmodus – starre Auswahlverfahren umgehen

von Achim Krämer, Jobcoach und Inhaber von Jobcollege KompetenzPartner

Bewerben ist immer eine Form von Ausnahmezustand und spätestens nach der dritten oder vierten Absage verstehen die meisten Bewerber die Welt nicht mehr.

„Ich passe doch zu 100% auf die Stellenanzeige“
„Der Job ist wie für mich gemacht“
„Meine Qualifikationen und Kompetenzen sind doch nachweislich vorhanden“
……

Achim Krämer, Jobcollege

Nachdem sich die ersten Standardabsagen, mit den wohl bekannten Floskeln, im Posteingang befinden, können rasch falsche Wahrnehmungen entstehen:

Bewerbungsgespräche per Video sind die große Ausnahme

  • 4 von 10 Personalern führen im Vorfeld keine Telefonate, nur jeder fünfte macht Videointerviews
  • 9 von 10 führen Auswahlgespräche immer vor Ort

Wer sich auf eine neue Stelle bewirbt, der kann heutzutage seine Unterlagen fast immer digital einreichen. Doch das Auswahlverfahren läuft dann in den meisten Fällen noch so ab, wie vor 50 Jahren: Wenn die Unterlagen überzeugen, folgt in der Regel ein persönliches Vorstellungsgespräch, Telefon- oder Videointerviews mit den Kandidaten im Vorfeld sind dagegen die Ausnahme.

Dr. Bernhard Rohleder

Jobinterview ist Einstellungssache – so geht es besser

Von Bewerberberater Gerhard Winkler (jova-nova.com) kommt eine Empfehlungsliste für Recruiter, die es in sich hat. Eigentlich ganz wichtige und richtige Dinge, sauber formuliert und übersichtlich dargestellt, erleichtern diese dem Recruiter das Einstellungsgespräch.

Gerhard Winkler
Gerhard Winkler, Bewerberratgeber, www.jova-nova.com

Stell Dich ein auf das Einstellungsgespräch
Du wählst Mitarbeiter aus, damit sie Dein smartes Startup oder Dein blühendes Geschäft oder Deinen feinen Betrieb
verstärken. Führe das nächste Interview regelgeleitet.

Auch zufriedene Fachkräfte sind offen für Jobwechsel

Seit Jahren boomt die Fachkräftenachfrage in Deutschland. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 46 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als noch 2013. Ob und wie die gute Arbeitsmarktlage sich auf die Erfahrungen und Erwartungen von Fachkräften bei der Jobsuche auswirken, zeigt eine neue Untersuchung von StepStone. Für die Studie „Jobsuche im Fokus“ hat die Online-Jobplattform rund 30.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland detailliert zu ihrem Jobsuchverhalten befragt. Die Analyse zeigt: Qualifizierte Mitarbeiter sind anspruchsvoll, wenn es um die Suche nach dem passenden Job geht. Selbst diejenigen, die grundsätzlich zufrieden mit ihrem Job sind, halten die Augen für den Traumjob offen.

Quelle: Stepstone-Studie Fachkräfte

Soziale Netzwerke: Zumeist keine Regeln für Personaler

  • Nur in jedem neunten Unternehmen ist Personalern die Nutzung von Social Media ausdrücklich gestattet – die meisten schauen aber trotzdem rein
  • Mehrheit informiert sich auf Bewerber-Profilen vor der Einladung zum Gespräch
  • Keinen Auftritt in den sozialen Netzwerken zu haben, kann das Job-Angebot kosten

Darf der Personalchef nach der Durchsicht von Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen noch einen kurzen Blick auf die Social-Media-Profile des Bewerbers werfen? In den meisten Unternehmen gibt es dazu keine klaren Regeln. So geben lediglich 11 Prozent der Personalverantwortlichen an, dass es bei ihnen ausdrücklich gestattet ist, dass sie die Profile einsehen dürfen. Weitere 4 Prozent der Unternehmen haben ebenfalls klare Regeln, gehen dabei aber in die umgekehrte Richtung und verbieten der Personalabteilung den zusätzlichen Blick in soziale Netzwerke. Die große Mehrheit (81 Prozent) gibt an, dass es dazu keine Vorgaben gibt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 304 Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern. „Ein aktuelles und gut gepflegtes Profil in sozialen Netzwerken kann die Chancen auf eine Einladung zum persönlichen Gespräch erhöhen. Wichtig ist, dass das Profil mit den eingereichten Bewerbungsunterlagen übereinstimmt, sie sinnvoll ergänzt und zusätzliche Informationen bietet“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Dr. Bernhard Rohleder

Lehrstelle gesucht? Wie sich Schüler von Ausbildungsbetrieben finden lassen können

Active Sourcing im Azubi-Recruiting

Die Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz und der sich daran anschließende Bewerbungsprozess kann mühsam sein und lange dauern. Doch es gibt Tipps und Tricks, wie ausbildungsinteressierte Schülerinnen und Schüler den Spieß umdrehen und sich von Ausbildungsbetrieben finden lassen können. Ein Überblick über drei häufig genutzte Suchkanäle von Personalern.

 

Wer weiß, wie Personaler suchen, kann sich finden lassen. Für Schülerinnen und Schüler ist dies eine interessante Alternative zum Schreiben von Bewerbungen (Bild: Jeremy McKnight, Unsplash)

Ist im Internet, in Zeitschriften oder der Tageszeitung endlich eine spannende Stellenanzeige für einen Ausbildungsplatz gefunden, heißt es für die Jugendlichen meist Anschreiben formulieren, Lebenslauf schreiben oder zumindest anpassen, Anlagen auswählen, vielleicht noch ein Deckblatt gestalten. Und dann abwarten und hoffen: Zunächst auf eine Eingangsbestätigung des Ausbildungsbetriebes, dann auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und/oder Einstellungstest. Alles in allem ein langwieriger Prozess.

Eyetracking Studie: So lesen Personalverantwortliche Bewerbungen

• Personaler investieren für das erste Screening nicht einmal eine Minute pro Lebenslauf
• Bewerberfoto ist der erste Blickfang
• Der Berufserfahrung wird die meiste Aufmerksamkeit geschenkt
• Zeugnisse nur für jeden Zehnten wichtig
• Jobhopping bei älteren Bewerbern nicht gern gesehen
• Lücken im Lebenslauf müssen schlüssig argumentiert werden

Wie lesen Personalverantwortliche Bewerbungen? Die Ergebnisse liefert die StepStone Eyetracking Studie. (Bildquelle: istockphoto.com / venuestock)

Ob aufgrund der gestiegenen Bewerberzahl oder weil ihnen der Job nur wenig Zeit lässt: Personaler nehmen sich durchschnittlich nicht einmal eine Minute Zeit für den Lebenslauf von Bewerbern.

Systemische Fragetechniken im Auswahlprozess – Details zum Workshop in München am 28.-29.11.2018

Unsere Arbeitswelt ist geprägt von Veränderung, Komplexität, Digitalisierung und einer immer weiter fortschreitenden Dynamik. Sie braucht fachliche und persönliche Kompetenzen. Vor allem braucht sie jedoch Persönlichkeiten, die zur individuellen Unternehmenskultur und Position passen.

Im Workshop „Systemische Fragetechniken im Auswahlprozess“ lernen Sie neue Herangehensweisen und Fragetechniken kennen und entwickeln ihre Interviewkompetenz weiter. Ziel ist es, mehr über die Denk- und Handlungsstrukturen, Werte und Treiber zukünftiger Mitarbeiter zu erfahren. Einblick in das Denken, Wollen und Fühlen zu erhalten, um herauszufinden, ob Sie auch sicher erfolgreich zusammenarbeiten werden.

Algorithmus macht Eindruck

Bewerber-Studie von viasto zur Akzeptanz von „Künstlicher Intelligenz“ im Bewerbungsprozess zeigt: Konkreter Nutzen senkt Skepsis auf Kandidatenseite

 

80% der Bewerber in Deutschland sind sich sicher, dass „Künstliche Intelligenz“ die Personalauswahl von Arbeitgebern in Zukunft prägen wird. Allerdings fühlen sich mehr als zwei Drittel (67%) eher schlecht oder gar nicht auf diesen digitalen Veränderungsprozess rund um ihre Jobsuche und Bewerbung vorbereitet. Das ist das Ergebnis einer Studie für die Deutschlands führender Video-Recruiting Anbieter viasto gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen respondi mehr als 1.000 Menschen befragte, die sich in den letzten 3 Jahren mindestens einmal beworben haben. Demnach herrscht bei der Mehrheit der Bewerber (47%) zwar eine gewisse Skepsis gegenüber „Künstlicher Intelligenz“ im beruflichen Auswahlprozess, aber immerhin jeder vierte Bewerber (26%) steht Personalauswahlinstrumenten auf dieser Basis generell positiv gegenüber.

viasto
Sara Lindemann

Die Bewerbungsmappe ist tot

  • Dr. Bernhard Rohleder

    9 von 10 Personalern erwarten digitale Bewerbungsunterlagen

  • Nur noch 3 Prozent wünschen sich Unterlagen auf Papier
  • Bitkom gibt Tipps für eine gelungene digitale Bewerbung

Anschreiben und Lebenslauf ausdrucken, zusammen mit den kopierten Zeugnissen in eine Bewerbungsmappe packen und schließlich alles in einem stabilen Kuvert zur Post bringen. Diese Art, sich auf einen Job zu bewerben, gehört endgültig der Vergangenheit an. Nur noch 3 Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern wollen die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe.