Charisma

Transformationale Führung: Es ist nicht das, was Sie denken

Lassen Sie sich durch den Namen nicht täuschen: Hinter transformationaler Führung verbirgt sich charismatische Führung

 

Robert Hogan

Der Gedanke der transformationalen Führung klingt an und für sich zunächst einmal nicht schlecht. Ein transformationaler Führer weckt bei seinen Anhängern Stolz, Respekt und Vertrauen. Er inspiriert und motiviert sie, Erwartungen zu übertreffen und fördert so Innovation und Veränderung. Wenn Sie „Transformation“ im Wörterbuch nachschlagen, dann wird der Begriff als „gründliche oder fundamentale Veränderung der Form oder Erscheinung“ definiert. Welche Organisation wäre also nicht an transformationaler Führung interessiert, um auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren zu können?

Obwohl die transformationale Führung theoretisch eine gute Idee ist, ist sie nichts weiter als charismatische Führung mit einem neuen, attraktiveren Namen. Eine aktuelle Studie, die im Journal of Personality and Social Psychology erschienen ist, zeigt, dass es einige Probleme mit charismatischer Führung gibt. Eigentlich gibt es kaum Hinweise auf einen starken Zusammenhang zwischen Charisma und effektiver Führung. Weil charismatische Führung und transformationale Führung schlussendlich das Gleiche sind, ist es wichtig zu verstehen, warum dieser Führungsstil weltweit so verbreitet ist.

Bescheidenheit: Das Gegenmittel bei schlechtem Führungsstil

Erste Untersuchungsergebnisse betonen die Bedeutung von Bescheidenheit für den Führungsstil

 

Menschen, die Selbstvertrauen und Charisma ausstrahlen, gelten als Führungspersönlichkeiten – intelligent, interessant und interessiert. Doch nicht selten richten solche Menschen in Unternehmen einen erheblicher Schaden an. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Bescheidenheit eine weit wichtigere Eigenschaft in der Führungsetage darstellt als Charisma.

In Unternehmen bevorzugt man ganz allgemein sogenannte „Manager-Typen“. Personen also, die sich gut verkaufen können und interessant sind, dazu noch politisch gebildet; ihnen ist ein Platz auf der Karriereleiter sicher. Sie wissen, wie man vorankommt und welche Strippen sie ziehen müssen, um wahrgenommen zu werden. Dabei gehen sie ganz strategisch vor und umgarnen ihre potenziellen Förderer in der Hoffnung, durch Macht, Einfluss, Status und besondere Vorteile belohnt zu werden.