Corporate Governance

Vorstände im Dax verdienen im Mittel 71-Mal so viel wie durchschnittliche Beschäftige

Abstand deutlich gestiegen

Marion Weckes

Vorstände von Dax-Unternehmen verdienen im Durchschnitt 71-mal so viel wie die durchschnittlichen Beschäftigten in ihrer Firma. Der Abstand hat sich zwischen 2014 und 2017 deutlich vergrößert und ist höher als in allen anderen zuvor untersuchten Jahren. Schaut man auf die einzelnen Unternehmen im Dax 30, reichte die Bandbreite der sogenannten Manager to Worker Pay Ratio 2017 vom 20-Fachen bis zum 159-Fachen – beides ebenfalls Höchststände. Die Vorstandsvorsitzenden im Dax haben im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017 im Schnitt sogar das 97-Fache eines durchschnittlichen Beschäftigten in ihrem Unternehmen erhalten. Das zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung. „Die Schere öffnet sich weiter“, erklärt Marion Weckes, Vergütungsexpertin im Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Stiftung.

Aufsichtsratsvorsitzende des DAX160 akzeptieren verschärfte Haftung und plädieren für den gleichen Qualitätsstandard in öffentlichen Unternehmen

Dr. Jürgen Kunz, Kienbaum
Dr. Jürgen Kunz, Kienbaum

Gummersbach. 78 Prozent der Aufsichtsratsvorsitzenden im DAX160 stimmen den heutigen verschärften Überwachungspflichten für Aufsichtsräte durch die Rechtsprechung in Unternehmenskrisen sowie den erhöhten Sorgfaltspflichten für Experten im Aufsichtsrat (55 Prozent) zu. Aber: Noch bedeutsamer sind für die Chefkontrolleure scheinbar die Maßnahmen zur Haftungsvermeidung im Vorfeld. Hier hat ein deutliches Umdenken bei der Auswahl kompetenter Aufsichtsräte stattgefunden.

Studie: Corporate Governance entscheidet über Partnerwahl von Unternehmen

Hamburg. Corporate Governance, also die Einhaltung gesetzlicher und selbstverpflichtender Vorschriften, spielt im Kooperationsmanagement deutscher Unternehmen eine Schlüsselrolle. 81 Prozent der befragten Unternehmen sehen es als unverzichtbar an, dass die Regeln und Vorschriften eines Kooperationspartners mit dem eigenen Haus vereinbar sind. Jedes vierte Unternehmen verpflichtet Lieferanten und Kooperationspartner bereits zwingend, die speziell auf sie zugeschnittenen Richtlinien zu erfüllen. Das ist das Ergebnis des Managementkompass Corporate Governance von Steria Mummert Consulting.

Studie: Corporate Governance für Banken mit neuen Herausforderungen

Hamburg. 79 Prozent der Kreditinstitute bewerten die Einhaltung gesetzlicher und selbstverpflichtender Vorschriften (Corporate Governance) als bedeutende Managementdisziplin für das eigene Institut. Als wichtigste Gründe werden neben dem Schutz eigener Mitarbeiter (87 Prozent), die Risikominimierung (83 Prozent) und der Reputationsschutz (83 Prozent) genannt. In der praktischen Umsetzung zeigt sich jedoch noch Verbesserungspotenzial. So wird die Compliance-Lagebewertung künftig noch fundierter sein müssen als heute üblich. Das ist das Ergebnis des Managementkompass Corporate Governance von Steria Mummert Consulting.