Hochqualifizierte

Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei Facharbeitern

Holger Schäfer
Holger Schäfer

Holger Schäfer, IW Institut Köln

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege.

Höchste Zeit für Hochqualifizierte: Trotz besserer Arbeitsmarktchancen geringer Zuwachs bei weiterführenden Abschlüssen in Deutschland

Berlin/ Paris. Der Anteil der Hochqualifizierten ist in Deutschland seit fünf Jahrzehnten kaum gewachsen. Wie aus dem veröffentlichten Bericht “Bildung auf einen Blick” der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, erwarb in Deutschland vor 50 Jahren knapp jeder fünfte junge Erwachsene einen Hoch- oder Fachschulabschluss beziehungsweise einen Meisterbrief. Heute ist es etwa jeder Vierte (26 Prozent). Lag Deutschland vor einem halben Jahrhundert mit diesen Werten im Mittelfeld aller 24 Länder, für die Daten vorhanden sind, so ist es nunmehr auf einen der untersten Plätze abgerutscht.

Hochqualifizierte zieht es besonders nach Hamburg, München und Bremen

Dr. Tanja Buch, IAB
Dr. Tanja Buch, IAB

Hamburg, München und Bremen schneiden im Wettbewerb um die klügsten Köpfe besonders gut ab, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die IAB-Arbeitsmarktforscherinnen Tanja Buch, Silke Hamann und Annekatrin Niebuhr analysieren darin neben reinen Wohnortverlagerungen auch die Wanderungsströme mit gleichzeitigem Wohnort- und Arbeitsortwechsel in den Jahren 2000 bis 2007.