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IAB-Umfrage bei 14.000 Betrieben: Stellen werden am häufigsten über Netzwerke und Zeitungsinserate besetzt

Fast ein Drittel aller Neueinstellungen kam im Jahr 2008 über eigene Mitarbeiter und persönliche Kontakte zustande, zeigt eine Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bei rund jeder vierten Neueinstellung fanden die Arbeitgeber einen passenden Bewerber durch Zeitungsinserate.Kontakte zur Arbeitsagentur oder die Internet-Jobbörsen der Bundesagentur für Arbeit führten zu jeder sechsten Einstellung. Aus anderen Internet-Stellenbörsen ergab sich circa jede zehnte Stellenbesetzung. Ebenfalls etwa jede zehnte Stellenbesetzung beruhte auf einer Initiativbewerbung.

Fünf Jahre EU-Osterweiterung: Deutschland profitiert langfristig von der Arbeitsmigration

Timo Baas, IAB
Timo Baas, IAB

Die Zuwanderung aus den acht osteuropäischen Beitrittsländern erhöhte das Bruttoinlandsprodukt in der erweiterten EU seit 2004 um 0,2 Prozent oder 24 Milliarden Euro, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Deutschland hatte aufgrund seiner Zuwanderungsbeschränkungen in den ersten fünf Jahren seit der EU-Osterweiterung nur einen geringen Anteil an der Migration. Eine Öffnung der deutschen Arbeitsmärkte für eine Zuwanderung aus den Beitrittsländern würde langfristig positive Effekte haben, schreiben die Autoren der Studie Timo Baas, Herbert Brücker und Andreas Hauptmann.

IAB: „Wirkungen der Kurzarbeit-Neuregelungen nicht überschätzen“

Andreas Crimmann, IAB
Andreas Crimmann, IAB

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dämpft die Erwartungen an die Ausweitung der Kurzarbeitergeld-Bezugsdauer auf 24 Monate und die vollständige Übernahme der Sozialabgaben nach sechs Monaten durch die Bundesagentur für Arbeit. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie schreiben die IAB-Arbeitsmarktexperten Andreas Crimmann und Frank Wießner, man solle die Wirkungen nicht überschätzen: „Je länger die Krise andauert, desto weniger kann Kurzarbeit die Folgen abfedern.“

Frauen fassen immer häufiger in hochqualifizierten Berufen Fuß

Seit 1994 ist der Anteil der Frauen in den naturwissenschaftlichen Berufen von 20 auf 30 Prozent gestiegen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der am Dienstag erschienenen Ausgabe 1/2009 der Zeitschrift IAB-FORUM. „In den naturwissenschaftlichen Fächern fassen Frauen also nicht nur im Studium, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt zunehmend besser Fuß“, stellt das IAB fest.

Frauen sei es in den letzten Jahren immer besser gelungen, in hochqualifizierte Berufe einzusteigen. Die besseren Schul- und Ausbildungsabschlüsse würden zunehmend zu einer besseren Positionierung auf dem Arbeitsmarkt führen. „So kletterte der Frauenanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in hochqualifizierten Mischberufen wie Zahnärztin, Tierärztin und Geisteswissenschaftlerin um mehr als zehn Prozentpunkte“, schreiben die Autoren der IAB-Studie. Mischberufe haben einen Frauen- bzw. Männeranteil von höchstens 70 Prozent, bei Frauen- oder Männerberufen liegt der Anteil jeweils über 70 Prozent.

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit bremsen Jobverluste

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit haben die erste Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt abgefangen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Stand auf den Arbeitszeitkonten ist im Schnitt um fast 6 Stunden abgeschmolzen. Die Zahl der Kurzarbeiter ist in den ersten Monaten des Jahres sprunghaft angestiegen und belief sich im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 2009 auf 950 000. Bei der Kurzarbeit ist gut ein Drittel der normalen Arbeitszeit ausgefallen. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet waren das im ersten Quartal 3,5 Arbeitsstunden.

Zahl der offenen Stellen deutlich zurückgegangen – In den sozialen Berufen zeichnet sich dagegen zukünftiger Fachkräftemangel ab

Dr. Markus Heckmann, IAB
Dr. Markus Heckmann, IAB

Im ersten Quartal 2009 gab es 870.000 offene Stellen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das sind 221.000 weniger als im Vorquartal IV/2008 und 273.000 weniger als im Vorjahresquartal I/2008. Nach dem noch moderaten Rückgang der Stellenangebote im vierten Quartal 2008 habe die Wirtschaftskrise mit der üblichen Verzögerung von einigen Monaten inzwischen deutliche Spuren auf dem Stellenmarkt hinterlassen, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Der Rückgang im ersten Quartal 2009 betraf nahezu ausschließlich Westdeutschland. Die ostdeutsche Wirtschaft ist weniger exportabhängig und daher von der Wirtschaftskrise bislang auch weniger hart betroffen.

Jeder fünfte Ausbildungsabsolvent wird erst einmal arbeitslos

Dr. Corinna Kleinert, IAB
Dr. Corinna Kleinert, IAB

In den letzten 15 Jahren wurde im Schnitt fast jeder fünfte westdeutsche Absolvent nach der Ausbildung zunächst arbeitslos, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In Krisenzeiten waren es bis zu 22 Prozent. Gut sechs von zehn westdeutschen Ausbildungsabsolventen wurden von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Ein knappes Fünftel der Absolventen verließ zwar den Ausbildungsbetrieb, fand jedoch direkt im Anschluss eine andere Stelle.

Den zunächst arbeitslosen Ausbildungsabsolventen gelang in der Regel innerhalb von drei Monaten ihr Berufseinstieg bei einem anderen Arbeitgeber. In wirtschaftlich angespannten Zeiten häuften sich jedoch auch Arbeitslosigkeitsphasen von vier und mehr Monaten, schreiben die IAB-Arbeitsmarktforscher Holger Seibert und Corinna Kleinert. So waren im Jahr 2004 elf Prozent der Ausbildungsabsolventen bis zu drei Monate arbeitslos und neun Prozent mindestens vier Monate.

IAB: Altersteilzeit in heutiger Form nicht über 2009 hinaus verlängern

Susanne Wanger, IAB
Susanne Wanger, IAB

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) spricht sich dafür aus, die 2009 auslaufende Förderung der Altersteilzeit in heutiger Form nicht weiter zu verlängern. Das in neun von zehn Fällen genutzte Blockmodell gebe falsche Signale und reduziere den Druck auf die Unternehmen, rechtzeitig Konzepte für ein alternsgerechtes Arbeiten zu entwickeln. „Nicht der vorzeitige Ausstieg aus dem Erwerbsleben, sondern der lange Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sollte gefördert werden“, betont die IAB-Arbeitmarktforscherin Susanne Wanger in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Das Ziel der Altersteilzeit war ursprünglich, älteren Arbeitnehmern einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu ermöglichen.

IAB: 3,6 bis 3,7 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2009

Hans-Uwe Bach, IAB
Hans-Uwe Bach, IAB

Im Jahresdurchschnitt 2009 wird es voraussichtlich 3,6 bis 3,7 Millionen Arbeitslose geben, geht aus der aktuellen Arbeitsmarktprojektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Dies wäre ein Anstieg von 330.000 bis 430.000 gegenüber 2008. Dabei unterstellt das IAB eine Schrumpfung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 2,75 bis 3,5 Prozent.

Zusätzlich wurde noch ein optimistisches Szenario simuliert. In diesem Fall würde die Wirtschaft nur um zwei Prozent schrumpfen und die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt bei 3,5 Millionen liegen. Die Nürnberger Arbeitsmarktforscher halten das optimistische Szenario aber für eher unwahrscheinlich.

Acht von zehn beziehen Hartz IV bereits länger als ein Jahr

Dr. Tobias Graf, IAB
Dr. Tobias Graf, IAB

Bei der Einführung von Hartz IV im Januar 2005 waren gut 6 Millionen Personen auf die neue staatliche Hilfe angewiesen. Mehr als 3 Millionen von ihnen bekamen die Unterstützung durchgehend bis Dezember 2007. Lange Bezugsdauern und wiederholte Bedürftigkeit prägen Hartz IV, zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 78 Prozent der Hartz-IV-Empfänger im Dezember 2007 bezogen die staatliche Unterstützung bereits mindestens 12 Monate am Stück.

Insgesamt nahmen von 2005 bis 2007 fast 12 Millionen Personen mindestens einen Monat Hartz-IV-Leistungen in Anspruch. Das entspricht 18 Prozent der Bevölkerung bis 65 Jahre. Über 65-Jährige haben definitionsgemäß keinen Anspruch auf Hartz IV.

Ich-AG und Überbrückungsgeld: Zweifel waren unberechtigt

Dr. Frank Wießner, IAB
Dr. Frank Wießner, IAB

Die Förderung der Selbstständigkeit aus Arbeitslosigkeit mit den zwei Instrumenten Existenzgründungszuschuss („Ich-AG“) und Überbrückungsgeld war erfolgreich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gemeinsam mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) durchgeführt hat. Knapp fünf Jahre nach Gründung sind bis zu zwei Drittel der Geförderten noch selbstständig. Zudem sind rund 20 Prozent der ehemaligen Teilnehmer inzwischen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Nur einem kleinen Teil ist es nicht gelungen, wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu gelangen.

Bis zum Sommer 2006 gab es zwei Förderprogramme für gründungswillige Arbeitslose: den Existenzgründungszuschuss für eine Ich-AG und das Überbrückungsgeld. Von 2003 bis Mitte 2006 wurde insgesamt rund eine Million Gründungen gefördert, davon waren knapp 400.000 Ich-AGs. Inzwischen ersetzt der neue Gründungszuschuss beide Programme.

Die deutsche Arbeitslosenstatistik ist seit Hartz IV transparenter als in anderen Ländern

Regina Konle-Seidl, IAB
Regina Konle-Seidl, IAB

„Die deutsche Arbeitslosenstatistik ist seit Hartz IV transparenter als in den meisten anderen Ländern“, lautet das Fazit einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Aus der Studie geht hervor, dass gerade in den als arbeitsmarktpolitisch erfolgreich geltenden Ländern Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden die offizielle Arbeitslosigkeit wesentlich enger abgegrenzt wird und die Arbeitslosenzahlen folglich kleiner gerechnet werden als hierzulande.

50 Prozent weniger offene Stellen im vierten Quartal in den Bereichen Metall, Elektro, Maschinen und Fahrzeuge

In den Bereichen Metall, Elektro, Maschinen- und Fahrzeugbau gab es im vierten Quartal 2008 fast 50 Prozent weniger offene Stellen als ein Jahr zuvor, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In der Gesamtbetrachtung sei der Rückgang der offenen Stellen gegenüber dem vierten Quartal 2007 um 130.000 auf knapp 1,1 Millionen aber noch vergleichsweise moderat verlaufen, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.

2008 wurde in Deutschland soviel gearbeitet wie nie zuvor

Das Arbeitsvolumen in Deutschland hat im Jahr 2008 einen Rekordstand erreicht, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Insgesamt wurden 57,75 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Sog des konjunkturellen Abschwungs wurden die Zuwächse immer kleiner, und im vierten Quartal war ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Beschäftigungslage war noch stabil, aber die Arbeitnehmer haben im vierten Quartal 2008 pro Kopf 1,1 Prozent weniger Stunden geleistet als im Vorjahr. Es wurden insbesondere bezahlte Überstunden und Guthaben auf Arbeitszeitkonten abgebaut sowie Kurzarbeit eingeführt.  …

Hartz IV trotz Arbeit: Häufig spielen fehlende Kinderbetreuung oder gesundheitliche Einschränkungen eine Rolle

Nürnberg, 26.1.2009.  Rund 1,35 Millionen Erwerbstätige benötigen trotz Arbeit ergänzend Arbeitslosengeld II. Dabei handelt es sich aber nur selten um Vollzeitbeschäftigte, die ausschließlich aufgrund geringer Stundenlöhne bedürftig sind, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die meisten der sogenannten „Aufstocker“ arbeiten weniger als 35 Stunden pro Woche. Einer Ausweitung der Arbeitszeit stehen häufig gesundheitliche Einschränkungen, eine fehlende Berufsausbildung und mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten entgegen. Befragungsergebnisse würden auf eine in der Regel hohe Arbeitsmotivation der Betroffenen hinweisen, betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.