Mediennutzung

Die Meinungsbildung verschiebt sich immer schneller ins Internet

Dr. Holger Schmidt
Dr. Holger Schmidt

Von Netzökonom Dr. Holger Schmidt

Die gedruckten Zeitungen sind die großen Verlierer des Medienwandels: Seit 2005 ist der Anteil der Menschen in Deutschland, die sich in einer Zeitung über das aktuelle Geschehen informiert haben, von 51 auf 35 Prozent gefallen. Dieser Bedeutungsverlust hat sich in dieser Dekade in absoluten Zahlen sogar beschleunigt, vor allem unter jungen Menschen: Sank der Anteil der Menschen, die gedruckte Zeitungen als ihre wichtigsten Informationsquellen bezeichneten, zwischen 2005 und 2009 nur um 2,7 Prozent im Jahr, hat sich dieser Wert seit 2010 auf durchschnittlich 4,7 Prozent im Jahr erhöht, zeigen Zahlen, die das Institut für Demoskopie Allensbach in seiner Computer- und Technikanalyse erhebt und mit freundlicherweise jedes Jahr zur Verfügung stellt.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger in sozialen Netzwerken aktiv – Jeder Dritte geht per Handy oder Tablet ins Internet

Prof. Dr. Dieter Kempf

Berlin. Die Zahl der Internetnutzer in Deutschland hat erstmals die Schwelle von 75 Prozent der Bevölkerung überschritten. Das ergibt eine neue repräsentative Erhebung des Hightech-Verbandes BITKOM. Aktuell sind 75,8 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren online. Das sind mehr als 53 Millionen Menschen. „Einen echten Boom gibt es beim mobilen Internet“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Bereits 37 Prozent der Deutschen – 26 Millionen Menschen – nutzen das Web auf ihrem Handy oder einem Tablet-PC. Immer günstigere Geräte und Datentarife sowie die fast flächendeckende Verfügbarkeit von mobilen Breitbandzugängen tragen zu der hohen Popularität bei.