Regina Konle-Seidl

Auch in anderen Ländern gibt es kein Patentrezept zur Integration arbeitsmarktferner Personen

Regina Konle-Seidl
Regina Konle-Seidl

Ein Vergleich der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in Dänemark, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden zeigt: Es gibt in keinem der Länder ein Patentrezept, um schwer vermittelbare und arbeitsmarktferne Langzeiterwerbslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Für Deutschland sei auf Grundlage der Erfahrungen in anderen Ländern zu überlegen, ob Instrumente, die im Bereich Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen zur Verfügung stehen, auch für gesundheitlich eingeschränkte Langzeiterwerbslose eingesetzt werden sollten.

Currywurst à la Dax: Können Recruiter von Bratwurstverkäufern lernen?

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Bratwurstverkäufer sind Standortexperten. Sind Recruiter Experten bei der Auswahl der richtigen Jobbörsen?

Eigentlich ist eine Bratwurst nicht unbedingt ein erklärungsbedürftiges Produkt: Rindswurst, Bratwurst, Thüringer, etwas Senf oder Ketchup bitte sehr? Oder gar eine Currywurst? Lecker sind sie allemal – das war’s auch dann schon für den kleinen Hunger. Bei einer anderen Frage lassen Bratwurstverkäufer allerdings nicht mit sich spaßen: Bei der Standortauswahl sind diese Spezies der fliegenden Händler ganz penibel, instinktiv wissen sie, wo das Geschäft brummt, wo die Konkurrenz steht oder wo es ein Alleinstellungsmerkmal gibt. Können Recruiter von der richtigen Standortwahl etwas lernen?

Bratwurstverkäufer
Frankfurter Worscht Börse im Schatten der Bank-Skyline

Recruiting im Web: Ohne Wikipedia, Facebook und Twitter?

Gerhard Kenk betreibt das Portal Crosswater-Systems.com

London, 7.2.2010. Von Gerhard Kenk (ghk)

Es waren schon sonderbare Zeiten, als am 7. Februar 2000 das Crosswater-Systems-Portal im Web startete: Eine Limited als Geschäftsform war schnell gegründet, die URL www.crosswater-systems.com wurde beantragt und ein Internet-Service-Provider sorgte für die Basis-Dienstleistung, um das Jobbörsen-Portal im Web zu betreiben. Die Vision war einfach und entsprach dem damaligen Zeitgeist des Internets: Mehr Transparenz im e-Recruiting. Doch damals war das World Wide Web noch etwas, was viele Berwerber nur noch vom Hörensagen kennen. Die Dot-Com-Euphorie und die Chance auf das schnelle Geld schwirrte in vielen sonst eigentlich seriösen Köpfen. Jimmy Wales brauchte noch ein Jahr um Wikipedia zu konzipieren, MySpace, XING, YouTube oder Facebook warteten darauf, gegründet und vermarktet zu werden. Von Twitter, everybody’s Darling im aktuellen Social Media Hype, war noch lange nichts zu sehen.

Und Matt Mullenwegs geniale Entwicklung WordPress, einem mittlerweile über 200 Millionen mal installierten Blog-Software-System, kam erstmals im Mai 2003 auf den Markt. Die „Kalaschnikow der HR-Blogger“ erfreut sich auch heutzutage grosser Beliebtheit: Jochen Mai (Karrierebibel.de), Thorsten zur Jacobsmühlen (blogaboutjob.de), Marcus Tandler (Joblog.de), Simone Janson von Berufebilder, Eva Zils (Online-Recruiting.Net), Alexander Fedossov und Jan Kirchner von der Wollmilchsau oder Lutz Altmann vom Personalmarketingblog könnten ohne diesen Werkzeugkasten lange nicht so wirkungsvoll und meinungsbildend agieren.

Die steigende Verbreitung des Internets sorgte für die technische Basis, um mit Jobbörsen die Personalbeschaffung zu revolutionieren. Stellenanzeigen konnten für wenig Geld schnell bei zahlreichen Jobbörsen platziert werden, Bewerber konnten ihre Lebensläufe hinterlegen und leistungsfähige Datenbanken erlaubten einen Profil-Abgleich zwischen Anforderungen und Qualifikation. Vorbei waren die Zeiten, als Bewerber die Wochenendausgaben überregionaler Zeitungen am Bahnhofskiosk kaufen mussten – mit wenigen Mausklicks waren nun Stellenangebote 24 Stunden, 7 Tage und weltweit verfügbar.

Die deutsche Arbeitslosenstatistik ist seit Hartz IV transparenter als in anderen Ländern

Regina Konle-Seidl, IAB
Regina Konle-Seidl, IAB

„Die deutsche Arbeitslosenstatistik ist seit Hartz IV transparenter als in den meisten anderen Ländern“, lautet das Fazit einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Aus der Studie geht hervor, dass gerade in den als arbeitsmarktpolitisch erfolgreich geltenden Ländern Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden die offizielle Arbeitslosigkeit wesentlich enger abgegrenzt wird und die Arbeitslosenzahlen folglich kleiner gerechnet werden als hierzulande.