Staatliche Umverteilung

Staatliche Umverteilung: Wer zahlt, wer empfängt

Martin Beznoska
DR. MARTIN BEZNOSKA Senior Economist für Finanz- und Steuerpolitik

Wer viel hat, kann viel geben und wer wenig hat, wird unterstützt – in Deutschland gilt das Leistungsfähigkeitsprinzip. Die dafür nötige staatliche Umverteilung funktioniert deutlich besser, als es die öffentliche Diskussion häufig vermuten lässt. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Staatliche Umverteilung ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Sozialsystems und geht weit über klassische Steuern hinaus. Mithilfe von Einkommen- und Mehrwertsteuern sowie Beiträgen zu Versicherungen wie der Krankenversicherung unterstützt der Staat Menschen mit geringem oder keinem Einkommen und finanziert beispielweise Pensionen und Arbeitslosengeld. Das System ist komplex, die Instrumente wirken sehr unterschiedlich: Die Mehrwertsteuer spüren ärmere Menschen viel stärker als reichere, bei der Einkommensteuer ist es umgekehrt.