Transfergesellschaft

Zum Fall Schlecker: Offener Brief des BVTB an Bundeskanzlerin Angela Merkel

In Reaktion auf eine öffentliche Stellungnahme des Regierungssprechers, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel zu der gescheiterten Transfergesellschaft im Fall Schlecker zitiert wird, hat der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer e.V. (BVTB) einen offenen Brief an das Bundeskanzleramt verfasst.

Gerd Galonska

Dortmund – Nach dem Scheitern einer Transferlösung für die rund 10.000 Mitarbeiter, die im Zuge der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker ihren Arbeitsplatz verloren hatten, äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren Pressesprecher. Insbesondere die Aussagen, Merkel halte Transfergesellschaften für ein überholtes Instrument und eine Transfergesellschaft sei ein Mittel aus einer anderen beschäftigungspolitischen Zeit, veranlassten den BVTB dazu, in einem offenen Brief eine klare Position zu diesem Thema zu beziehen.

BWA ist gegen Parken von Beschäftigten in Transfergesellschaften während der Wirtschaftskrise – Beschäftigtentransfer muss aktive Neuorientierung fördern

Harald Müller, Bonner Wirtschaftsakademie
Harald Müller, Bonner Wirtschaftsakademie

Bonn.  „Vorschläge zur Erweiterung des Beschäftigtentransfers, wonach entlassene Mitarbeiter angesichts der Wirtschaftskrise in Transfergesellschaften geparkt und anschließend in den alten Betrieb zurückkehren können sollen, sind keine Lösung, Arbeitsplätze langfristig und sinnvoll zu sichern“, sagt Harald Müller, Geschäftsführer der Bonner Wirtschaftsakademie (BWA). Nach Erfahrung des Arbeitsmartexperten geht die Diskussion um die Einrichtung staatlich kontrollierter Transfergesellschaften in die falsche Richtung, da notwendige berufliche Neuorientierung systematisch unterdrückt wird. Zur Rettung von Arbeitsplätzen in der Wirtschaftskrise sind andere Maßnahmen wesentlich geeigneter.