Urheberrecht

Die ominöse Sieben

  • Dr. Bernhard Rohleder
    Dr. Bernhard Rohleder

    Schiedsstelle lehnt Forderung der VG Media zum Leistungsschutzrecht ab

  • Bitkom hält mögliche Sieben-Wort-Grenze für nicht nachvollziehbar und fordert Abschaffung des Leistungsschutzrechts

Der Digitalverband Bitkom begrüßt, dass im Streit um das Leistungsschutzrecht die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes die Forderung der Verwertungsgesellschaft VG Media zurückgewiesen hat. Zugleich kritisiert der Verband, dass die Rechtsunsicherheit für Start-ups und Suchmaschinenbetreiber weiter bestehen bleibe. Innovative Geschäftsmodelle würden künftig sogar erschwert, da die Schiedsstelle eine maximale Länge der anzuzeigenden Textanrisse (Snippets) bei Suchergebnissen von sieben Worten ins Spiel gebracht hat.

Buchverkauf im Internet verboten?

Helmut König Königskonzept
Helmut König

Ein Gastbeitrag von Helmut König

Wenn man den Auswüchsen des Urheberrechts folgt, ist das Aus für die freie Bilddarstellung von Büchern, CDs, Broschüren und Prospekten im Internet in vielen Fällen vorprogrammiert. Einige Bildverlage versuchen im Moment, hier ein zweites Mal abzusahnen.

Die Väter des Urheberrechts haben mit der Installation dieser Gesetze ein wichtiges Ziel vor Augen gehabt; den Schutz des geistigen Eigentums. Es ist auch richtig, dass ein geschaffenes Werk wie ein Bild, Text oder Gegenstand nur mit Erlaubnis des „Erschaffers“ von jemand anderem verwendet werden kann. Würde dieses Recht untergraben, wäre es um die finanziellen Grundlagen von Künstlern und Erfindern schlecht gestellt. Wenn also jemand ein Bild oder einen Text verwendet, sollte er immer  das Einverständnis des Besitzers vorliegen haben, damit ihm keine Nachteile entstehen. Häufig wird diese Erlaubnis bei Bildern durch Bildagenturen in Form einer Lizenz erteilt.