Vorstand

Privatwirtschaft akzeptiert wesentlich größere Gehaltsunterschiede zwischen Vorständen und Mitarbeitern als öffentliche Unternehmen

Dr. Alexander von Preen, Kienbaum
Dr. Alexander von Preen, Kienbaum

Kienbaum-Analyse zur Angemessenheit von Vorstandsbezügen

  • In öffentlichen Unternehmen werden geringere Gehaltsunterschiede zwischen Vorständen und Mitarbeitern akzeptiert als in der Privatwirtschaft
  • Vergütungsrelation variiert zwischen Branchen
  • Unternehmensgröße hat großen Einfluss auf Vergütungsrelation

In der Privatwirtschaft gelten wesentlich größere Unterschiede zwischen Vorstandsgehältern und der Vergütung der übrigen Angestellten als angemessen als in öffentlichen Unternehmen: Für Vertreter privatwirtschaftlicher Firmen ist ein Verhältnis zwischen den Gehältern eines Vorstandsvorsitzenden und der Gesamtbelegschaft von im Schnitt 19:1 angemessen, für Vertreter öffentlicher Unternehmen liegt die angemessene Vergütungsrelation zwischen Vorstand und Beschäftigten im Schnitt bei 9:1 und damit bei knapp der Hälfte. Das ergibt eine Analyse der Beratungsgesellschaft Kienbaum, der eine Befragung von mehr als 200 Vorständen und Aufsichtsräten öffentlicher und privatwirtschaftlicher Unternehmen zu Grunde liegt.

Chefs in öffentlichen Unternehmen verdienen rund zwei Prozent mehr

Dr. Martin von Hören (Foto: Roland Fischer)
Dr. Martin von Hören (Foto: Roland Fischer)

Kienbaum-Studie zur Vergütung in öffentlichen Unternehmen

Öffentliche Unternehmen erhöhen die Gehälter ihrer Geschäftsführer und Vorstände um rund zwei Prozent: Die Grundbezüge steigen im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 1,8 Prozent, die Gesamtbezüge inklusive Bonuszahlungen sogar um 2,4 Prozent. Das ergab eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Kienbaum zu den Vorstands- und Geschäftsführerbezügen in öffentlichen Unternehmen. Die Studie basiert auf Daten von 2.309 Geschäftsführern und Vorständen aus 1.117 öffentlichen Unternehmen in Deutschland.

Hewitt-Report: Vergütung der 100 größten europäischen Unternehmen – Nullrunde für viele Vorstände

Marco Reiners

München – Die Gehälter der Top-Manager in Europa sind 2009 durchschnittlich um 1,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu legten die Vorstandsgehälter 2008 im Schnitt noch um 5,5 Prozent zu. Bei einem Drittel der 100 größten europäischen Unternehmen gab es 2009 auf Top-Managementebene sogar eine Nullrunde. Weitere Hewitt-Studien belegen, dass sich dieser Trend 2010 noch verstärken wird. Die 100 größten Unternehmen erwarten für 60 Prozent der Top-Manager Nullrunden oder gar Gehaltskürzungen. Dies sind Ergebnisse der Analyse „Report on Eurotop 100 Director’s Remuneration“, die zum zweiten Mal von der Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates durchgeführt und veröffentlicht wurde. „Der Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Gehälter der Top-Manager ist groß: Die Analyse zeigt, dass sich die Auswirkungen der Rezession europaweit verstärken. Kürzungen aber auch Anpassungen der Zusammensetzung des Gesamtvergütungspakets werden verstärkt im Bereich Top-Level durchgeführt. Diese Maßnahmen, die insbesondere in Deutschland durch das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung, das Nachhaltigkeit und Angemessenheit fordert, getrieben werden, sollen aber mit der langfristigen Gesamtstrategie des Unternehmens vereinbar sein“, sagt Marco Reiners, Leiter des Bereichs Vergütung bei Hewitt.