Wolfgang Mayrhuber

Personalpolitik: Rambo-Management am Boden und in der Luft

Gerhard Kenk
Gerhard Kenk

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Ethische Unternehmenskultur hat einen schweren Stand

Pünktlich ab dem 1. Januar 2016 soll es in den Führungsetagen deutscher Unternehmen vornehmlich um den aktuellen Hype, die Unternehmenskultur gehen. Nach Social Media Recruiting, Employer Branding, Candidate Experience, Arbeiten 4.0 rollt nun also das nächste Lieblingsthema der sogenannten Trend-Experten auf uns zu – und Online-Medien spielen nur zu gerne mit. Mittlerweile haben Spiegel, ZEIT, Wirtschaftswoche oder WELT erkannt, dass mit dem Schlagwort „Unternehmenskultur“ viele leere Zeilen zu füllen sind – Wiederholungen inklusive. Für die Extrem-Fälle der Unternehmenskultur, wie sie sich speziell in der Personalpolitik oder dem Umgang mit Mitarbeitern darstellen, bleibt dagegen nur wenig Platz.

Management-Turbulenzen bei der Lufthansa und andere Wechsel in der Personalszene

Wolfgang Mayrhuber Foto: Lufthansa

Ein Ende der Management-Turbulenzen bei der Lufthansa ist offensichtlich nicht in Sicht – das Führungspersonal rotiert auf hohem Niveau. Jüngstes Beispiel ist die 180-Grad-Drehung, die der ehemalige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber der staunenden Öffentlichkeit – und vermutlich auch sich selbst – vorexerzierte. Einen Tag vor der Hauptversammlung, auf der er zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt werden sollten, rotierte er sich selbst aus der Kandidatenaufstellung heraus. Er gebe, so Mayrhuber, wegen des Einspruchs von Investoren seinen geplanten Einzug in den Aufsichtsrat auf, so die Erklärung vom Morgen. Am Abend gab es dann eine neue Nachrichtenlage. Die Lufthansa-Unternehmensspitze hatte ich demonstrativ hinter Mayrhubers Kandidatur gestellt, nach einem intensiven Hin und Her hinter den Kulissen kam dann Mayrhubers Rücktritt vom Rücktritt. Der Österreicher Mayrhuber hatte die Airline sieben Jahre lang geführt.