Arbeitgeber bleiben in Einstellungslaune – Fachkräftemangel könnte Einstellungsstrategien beeinflussen

Manpower Arbeitsmarktbarometer für das zweite Quartal 2011

Vera Calasan, Manpower
Vera Calasan, Manpower

Frankfurt am Main. Das Vertrauen in den Aufschwung hält deutsche Arbeitgeber weiter in Einstellungslaune. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower hervorgeht, wollen sie im sechsten Quartal hintereinander ihren Personalbestand aufstocken. Die besten Chancen auf eine neue Stelle haben Bewerber im Bereich Verkehr und Kommunikation sowie im Ruhrgebiet, wo die Arbeitgeber die höchste Einstellungsbereitschaft seit Beginn der Erhebung in Deutschland im Jahr 2003 signalisieren.


„Der positive Trend belegt, dass der Aufschwung auf breiter Basis steht und nicht auf einzelne Branchen begrenzt ist“, so die Geschäftsführerin von Manpower Deutschland Vera Calasan. „Das zeigt, dass die deutsche Wirtschaft gestärkt aus der Krise gekommen ist. Arbeitgeber scheinen auf den Fachkräftemangel zu reagieren; sie ergreifen erste Schritte, um für ihr Unternehmen Fachkräfte zu sichern, die sie für ihren Erfolg benötigen.“ Ein Indiz dafür sieht der Personaldienstleister auch darin, dass Manpower-Kunden überlassene Arbeitnehmer übernehmen und so Talente an ihre Firma binden. Calasan blickt nach vorne: Der Fachkräftemangel, so ihre Einschätzung, wird den Unternehmen mehr und mehr zu schaffen machen. „Die Personaldienstleistungsbranche bietet flexible und professionelle Lösungen, die es ihren Kunden ermöglichen, schnell auf die steigende Nachfrage zu reagieren. Auf lange Sicht sind jedoch neue Konzepte zur Personalplanung und -entwicklung in den Unternehmen erforderlich. Die Firmen, vor allem im Mittelstand, müssen sich verstärkt diesem Thema öffnen.“
„Die Krise ist vorbei und eine neue Ära liegt vor uns, Human Age“, so Calasan weiter. „Im Human Age wird der Mensch das bestimmende Element für Erfolg und Wachstum sein, nicht mehr unbedingt Kapital und Technologie. Arbeitgeber, die die Bedeutung von Talenten erkennen, werden Wettbewerbsvorteile erzielen – sie werden die Gewinner des Human Age sein.“
Für das zweite Quartal 2011 planen 14 Prozent der in Deutschland befragten Arbeitgeber Neueinstellungen, 5 Prozent wollen ihren Personalbestand reduzieren. Mit dem um saisonale Schwankungen bereinigten Netto-Beschäftigungsausblick von +8 Prozent gehören die deutschen Arbeitgeber europaweit zu den zuversichtlichsten. Im Vorjahresvergleich gewinnt der Ausblick 6 Prozentpunkte hinzu. Verglichen mit dem Vorquartal sinkt er leicht um 2 Prozentpunkte. Das weltweit erstellte Arbeitsmarktbarometer ist repräsentativ; in Deutschland wurden mehr als 1.000 Arbeitgeber befragt.

Breites Plus in den Wirtschaftszweigen

Für die Zeit von April bis Juni 2011 zeigen acht der neun erfassten Wirtschaftszweige positive Werte. Mit +17 Prozent signalisieren Arbeitgeber im Bereich Verkehr und Kommunikation die stärkste Absicht, mehr Personal einzustellen. Mit +14 Prozent folgt der Bereich Finanzen und Dienstleistungen, der im ersten Quartal vorne lag. Die Arbeitgeber im Bereich Energie und Versorgung (+11 Prozent) erwarten ebenfalls eine stabile Einstellungspolitik. Auch im Bergbau spiegelt die Einstellungsbereitschaft mit +9 Prozent das Vertrauen der Personalentscheider in den Aufschwung wider – im Quartalsvergleich ist das eine Zunahme um 10 Prozentpunkte. Auf ebenfalls +9 Prozent kommt der Bereich Handel und Gastgewerbe. Der Bereich Landwirtschaft ist der einzige mit einem negativen Ausblick.

Ruhrgebiet legt am stärksten zu

Der Prognose zufolge wollen die Arbeitgeber in allen acht Regionen Deutschlands im zweiten Quartal neue Mitarbeiter verpflichten. Personalentscheider im Ruhrgebiet zeigen mit +24 Prozent die mit Abstand höchste Bereitschaft, zusätzliches Personal unter Vertrag zu nehmen. Im Vorjahresvergleich macht die Region einen Sprung um beachtliche 32 Prozentpunkte. In Ostdeutschland verbessern sich die Aussichten für Bewerber minimal auf +3 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte mehr als im gleichen Quartal 2010. Im Jahresvergleich steigt die Einstellungsbereitschaft in sieben der acht Regionen.

Ausblick für Europa, den Mittleren Osten und Afrika

Ähnlich wie im ersten Quartal bleiben die Jobaussichten in den 21 erfassten Ländern in Europa, dem Mittleren Osten und in Afrika eher moderat; in 15 der 21 Staaten sind positive Entwicklungen zu erwarten. In 15 Ländern sind die Werte für das zweite Quartal im Vergleich zum Vorquartal stabil oder steigen leicht. Im Jahresvergleich legt der Ausblick in elf Ländern zu.
Arbeitgeber in allen an der Befragung teilnehmenden osteuropäischen Ländern sind für die nächsten drei Monate optimistischer als im ersten Quartal. Am besten ist die Stimmung der Personalentscheider in der Türkei, in Bulgarien, Belgien und Polen; am schlechtesten dagegen in Griechenland und Spanien. In Belgien wird die höchste Einstellungsbereitschaft seit fünf Jahren verzeichnet, besonders zuversichtlich ist der Bereich Finanzen und Dienstleistungen.

Ausblick international

Dem Manpower Arbeitsmarktbarometer für das zweite Quartal 2011 zufolge zeigen die Arbeitgeber in Schwellenländern wie Indien, Brasilien und der Türkei die stärkste Absicht, neue Mitarbeiter zu verpflichten. Indien kann die höchsten Werte seit Einführung der Umfrage dort im Jahr 2005 verbuchen. Im Unterschied dazu bleiben die Werte für Kanada, die USA, Norwegen und Frankreich zwar positiv, aber hinter den Erwartungen – ein Hinweis auf die unterschiedlich schnelle Erholung des weltweiten Arbeitsmarkts. Das nächste Manpower Arbeitsmarktbarometer erscheint am 8. Juni 2011 mit dem Ausblick auf das dritte Quartal 2011.
Manpower ist weltweit einer der führenden Personaldienstleister. Das Unternehmen unterhält ein Netzwerk von 4.000 Standorten in 82 Ländern. Mit den Tätigkeitsfeldern Arbeitnehmerüberlassung, private Personalvermittlung, Recruitment Process Outsourcing (RPO) und Managed Service Provider (MSP) erwirtschaftete Manpower Deutschland 2010 einen Umsatz von 532 Millionen Euro. Unter dem Dach von Manpower Deutschland agieren neun Tochterunternehmen, Geschäftseinheiten und Joint Ventures. In Deutschland betreibt das Unternehmen rund 200 Niederlassungen und beschäftigt über 20.000 Mitarbeiter, die an Kundenunternehmen überlassen sind. Mehr Informationen zu Manpower erhalten Sie unter www.manpower.de oder www.manpower.com, zu Human Age unter www.manpower.com//humanage

 

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