Es geht auch ohne WikiLeaks: Studie offenbart mehr Transparenz im Jobbörsenvergleich

Prof. Dr. Christoph Beck
Prof. Dr. Christoph Beck

[ghk] Wieder einmal mehr hat es Prof. Dr. Christoph Beck geschafft, seine vielseitigen Aktivitäten in der Forschung und Lehre im seinem Fachgebiet Personalwirtschaft zu koordinieren und auch handfeste Ergebnisse vorzulegen. Seine neueste Studie „Jobbörsenvergleich 2011“ analysiert die Zusammensetzung der Stellenanzeigen bei fünf führenden Karriereportalen in Deutschland und schafft somit eine wichtige Transparenz für den Jobbörsenvergleich – ganz ohne vertrauliche und geheime Informationskanäle im Stil von WikiLeaks anzuzapfen.

Beck und seine Mitarbeiterinnen vertrauen dabei eher der grundsoliden methodischen Vorgehensweise – die jedoch mit einer erheblichen Fleissarbeit verbunden ist. Und so erläutert Beck seinen methodischen Ansatz: „Für den Jobbörsenvergleich wurden über 90.000 Stellenanzeigen, die in den Jobportalen Monster, StepStone,Jobscout24, Jobware und Stellenanzeigen.de veröffentlicht wurden, analysiert.

Unter Mitwirkung von Ramona Hahn, Andrea Hellwig und  Anastasia Hirsch wurden dezidierte Einzelanalysen von 500 Stellenanzeigen je ausgewähltem Stellenmarkt durchgeführt. Hierzu wurden bei jedem Stellenmarkt 500 Stellenanzeigen nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und einzeln „per Hand“ ausgewertet. Um die Datenqualität und insbesondere die Zuverlässigkeit der Datenaussagen zu erhöhen, wurde die gleiche Untersuchung dreimal in drei aufeinanderfolgenden Monaten durchgeführt. Demzufolge wurden je Online-Stellenmarkt 1.500 Stellenanzeigen analysiert, d.h. in der Summe 7.500 Stellenausschreibungen.

Die einzelnen Stellenanzeigen wurden hinsichtlich vier Hauptkriterien analysiert. Zunächst galt es eine Unternehmensklassifikation vorzunehmen, d.h., wurde die Anzeige von einem DAX-Unternehmen, einem Unternehmen außerhalb der DAX-Familie, einem Zeitarbeitsunternehmen oder einer Personalberatung geschaltet? Haben die Zeitarbeitsunternehmen und Personalberatungen für sich selbst Personal gesucht, wurden sie als Unternehmen außerhalb des DAX klassifiziert. Anschließend galt es, das Postleitzahlengebiet der Stellenausschreibung, das entsprechende Berufsfeld sowie die in der Stellenausschreibung angesprochenen Zielgruppen festzuhalten.

In einem zweiten Schritt wurde die Matching-Qualität der „Schnellsuche“ bei den einzelnen Jobbörsen analysiert. Hierzu wurden jeweils 20 verschiedene Tätigkeitsbilder bei der „Schnellsuche“ eingegeben und die Ergebnisse hinsichtlich der Passgenauigkeit überprüft. Die Passgenauigkeit wurde mit 1 bewertet, wenn die ausgeschriebene Stelle mit dem eingegebenen Tätigkeitsbild zu 100% übereinstimmte. Gab es Abweichungen bspw. dahingehend, dass auf die Eingabe Praktikantenstellen, Ausschreibungen für Diplomarbeiten etc. angezeigt wurden, so wurde die Passgenauigkeit als kleiner 1 bewertet“.

Dank dieser stringenten Analyse-Methodik ist es nun möglich, anhand der Struktur und Häufigkeit der publizierten Stellenanzeigen quasi ein „Röntgenbild“ des Anzeigen-Portfolios darzustellen. Die Interpretation dieser Daten helfen Personalern und Arbeitgeber – insbesondere im Vergleich der Jobbörsen untereinander – eine präzisere und damit bessere Medienplanung für die Schaltung von Stellenanzeigen durchzuführen.

 

Die Jobbörsen-Vergleichsstudie steht zum kostenlosen Download bereit: >>>hier

 

 

 

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