Nach Übergriffen auf Azubis: Aldi Süd setzt Vertrauensanwalt für Mitarbeiter ein

Der Discounter Aldi Süd zieht nach den Übergriffen auf Azubis Konsequenzen und bestellt erstmals einen Vertrauensanwalt für die Mitarbeiter. Dies schreibt die Lebensmittel Zeitung (Deutscher Fachverlag) in ihrer aktuellen Ausgabe. Diesen Ombudsmann können die Beschäftigten des Handelsunternehmens einschalten, wenn es Probleme gibt. Er biete „einen rechtlich geschützten Raum“, erklärte die Aldi-Süd-Pressestelle gegenüber der Lebensmittel Zeitung (LZ).
Unterdessen setzt Aldi im Umfeld der kürzlich publik gewordenen Übergriffe auf Azubis auf neue Köpfe: Als Geschäftsführer leitet Wolfgang Frisch (35, bisher Prokurist in der Region Rheinberg) die betroffene baden-württembergische Gesellschaft Mahlberg, als neuer Logistikchef wurde nach LZ-Informationen Uwe Hans Egenberger (44, bisher Region Adelsdorf) nach Mahlberg versetzt.

Er ersetzt Ludger Köhler, 51, der Aldi infolge des Skandals verlassen musste. Neben Köhler mussten der Bereichsleiter Logistik und zwei Stellvertreter gehen. Aldi wollte die Personalien auf Anfrage nicht bestätigen.

Wie zu hören ist, gab es in Mahlberg lange ein Führungsproblem, weil der dortige Geschäftsführer – der inzwischen verstorbene Martin Bröker – krankheitsbedingt über mehrere Jahre ausgefallen war. Währenddessen übernahm der Geschäftsführer der Region Rastatt, Christof Hake, 45, zusätzlich die Geschäfte im 80 Kilometer entfernten Mahlberg.

In diese Zeit fielen auch die Übergriffe auf Azubis. Selbst nach dem Tod Brökers im März dieses Jahres hatte Hake neben Rastatt (Umsatz 2011: 513 Millionen Euro), fünf weitere Monate auch Mahlberg (Umsatz 2011: 406 Millionen Euro) zu leiten. Erst im August wurde Frisch als neuer Chef in Mahlberg bestellt.

Frisch war nur wenige Wochen im Amt, als der „Spiegel“ berichtete, dass missliebige Azubis von Vorgesetzten im Mahlberger Lager mit Folie gefesselt und im Gesicht mit Filzstiften beschmiert wurden. Von den Übergriffen gibt es Videos. Aldi Süd bestätigte die Vorwürfe und gab dabei Hinweise, dass es mehrere Übergriffe gegeben haben könnte: Aldi schrieb, man bedauere „diesen Vorfall … der sich nach unseren Recherchen zum Jahreswechsel 2012/2013 zugetragen hat.“

Der im „Spiegel“ dargestellte Fall trug sich aber im Frühsommer 2012 zu. Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt wegen des Verdachts auf Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung. „Die Ermittlungen dauern an“, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

(Quelle: Lebensmittelzeitung)

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