IW-VERTRAUENSINDEX 2017: Vertrauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im europäischen Vergleich

Mara Grunewald

Von Mara Grunewald und Dominik Enste

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Land mit Gesetzen und Regulierungen zu sichern und die Lebensumstände zu verbessern. Und es gibt Bedingungen, welche die Politik nur schwerlich beeinflussen kann. Das Vertrauen in andere Menschen gehört zu dieser Kategorie und ist gleichzeitig sehr wichtig für die Entwicklung und das Gelingen gesellschaftlichen Zusammenhalts, wirtschaftlichen Fortschritts und politischer Maßnahmen.

Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der neuesten Vertrauenskrisen in der Automobilindustrie, aber auch der Finanzindustrie in den letzten Jahren.

Diese Studie stellt die Ergebnisse des IW-Vertrauensindex 2017 vor. Insgesamt belegt Deutschland Platz 5 von 20 untersuchten europäischen Ländern im IW-Vertrauensindex 2017 und verbessert sich damit im Vergleich mit dem Jahr 2014 um zwei Rangplätze. Die gute wirtschaftliche Gesamtverfassung Deutschlands spiegelt sich in dem Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen in die Wirtschaft wider.

Dominik Enste

Deutschland belegt den ersten Platz im Teilranking Vertrauen in das Wirtschaftssystem. Hierfür ist die historisch niedrige Arbeitslosenrate ein maßgeblicher Treiber.

Hingegen verliert das Vereinigte Königreich nach den Brexit-Entscheidungen an Vertrauen und belegt nur noch Platz 6 im Vergleich zu Platz 2 im Jahr 2014. Die Ergebnisse des Teilindex Vertrauen in das politische System sind weniger heterogen im Vergleich zu den Ergebnissen aus 2014. Deutschland liegt auf Platz sechs mit einem sehr geringen Unterschied zu Platz vier und fünf. Hier haben sich die Länder einander angenähert. Die Ergebnisse des Teilindex Vertrauen in das Gesellschaftssystem betonen die Stärke des skandinavischen Modells in Bezug auf Vertrauen. Deutschland belegt hier Platz 8.

 

Fehlt das Vertrauen, muss es durch Kontroll- und Strafmechanismen ersetzt werden. Das ist allerdings mit Kosten verbunden: Müssen der Partner überwacht, die Produkte geprüft oder der Vertrag durchgesehen werden, kostet das Zeit und Geld – sogenannte Transaktionskosten. Vertrauen sich die Parteien gegenseitig, können einige dieser Kosten eingespart werden, die Transaktion wird also effizienter. Nutzt eine Person das Vertrauen ihres Gegenübers aus, zerstört sie ihre Reputation nachhaltig. „Ist der Ruf erst ruiniert, wird es aufwändig und kostenintensiv, sich zu rehabilitieren“, warnt Enste.

Lesen Sie den ganzen Bericht hier:

https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/policy_papers/PDF/IW-policy-paper_2017_23_IW-Vertrauensindex_2017.pdf

 

 

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