Digitalisierung

Inklusion am Arbeitsmarkt: Mehr Jobs für Menschen mit Behinderung dank Digitalisierung

Smartphones, barrierefreie Verwaltungssoftware und Lernvideos ermöglichen es, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anzupassen. Unternehmen wissen aber häufig zu wenig über den Rechtsrahmen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Rund 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben in den vergangenen fünf Jahren mindestens einen Menschen mit Behinderung beschäftigt. Ein bedeutsamer Teil dieser Unternehmen sieht im Einsatz von Technologien eine Chance, neue Jobs für diese Menschen zu schaffen. Dabei ist die Größe von Unternehmen ein wichtiger Faktor für die Beschäftigung: Die Studie ergab, dass nahezu 100 Prozent der großen Unternehmen Menschen mit Behinderung einstellen. Deutlich geringer ist der Beschäftigungsanteil in kleineren Betrieben. Mögliche Gründe dafür könnten sein, dass größere Firmen einerseits einen Wissensvorsprung haben, weil sie besser über behindertengerechte Hilfsmittel informiert sind. Andererseits verfügen sie über mehr Ressourcen und erleichtern so behinderten Menschen den Arbeitsalltag.

Digitalisierten Dienstleistern gelingt Inklusion

Dass Technologie die Inklusion am Arbeitsmarkt erleichtert, erkennen vor allem jene Unternehmen, die selbst stark digitalisiert sind. Technisch affine Unternehmen haben es leichter, ihr Knowhow zu nutzen, um spezielle Software anzupassen und zu entwickeln, die von jedem Mitarbeiter einfach bedient werden kann. Somit ergibt sich auch ein branchenspezifischer Zusammenhang: Im Dienstleistungssektor setzen Betriebe technische Mittel gezielt ein, um Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Im Industrie- und Bausektor fällt die Inklusion über Digitalisierung eher schwer.

Am besten gelingt es Unternehmen, Menschen mit Behinderung über technische Geräte, wie Smartphones, Notebooks und Tablets in den Arbeitsalltag einzubinden. Auch Online-Kommunikationsdienste wie WhatsApp sind bei 60 Prozent der Unternehmen beliebt, die Menschen mit Behinderung beschäftigen. Zusätzlich geschieht Inklusion am Arbeitsplatz über Lernvideos und Software.

Unternehmen fehlen Informationen

Ein Problem ist derzeit noch die Informationslage. 40 Prozent der befragten Unternehmen fühlen sich nicht ausreichend über rechtliche Bedingungen und finanzielle Unterstützung informiert. „Gerade kleine Betriebe brauchen besseren Zugang zu Informationen“, sagen die Studienautoren Anika Jansen und Christoph Metzler. „Ihnen fehlen die Ressourcen, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen.“ Die Experten verweisen auf Portale wie Kofa.de und Rehadat.de, die Betrieben wesentliche Informationen an die Hand geben, um Inklusion am Arbeitsplatz erfolgreich umzusetzen.

Zur Methodik:
Als Datengrundlage diente eine repräsentative Online-Befragung, bei der insgesamt 1.226 Unternehmen aus Industrie- und Dienstleistungsbranchen teilgenommen haben.

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