Agnes Koller

Mobile Recruiting: Noch mehr als einen Klick entfernt

  • Agnes Koller

    85 % der getesteten Arbeitgeber haben eine mobil optimierte Karriere-Website

  • Aber: Durchgängig mobil optimierter Prozess ist oft noch Fehlanzeige
  • Bekleidungseinzelhandel, Personaldienstleistung sowie IKT vornean

Informieren ja, bewerben naja – so lautet das Fazit, was Mobile Recruiting in Deutschland betrifft. Die Studie BEST RECRUITERS 2017/18 hat unter anderem untersucht, wie offen die 423 Top-Arbeitgeber für die Bewerbung via Smartphone sind und inwieweit sie die technischen Rahmenbedingungen dafür erfüllen. Die getesteten Arbeitgeber sind auf einem guten Weg: Viele haben ihre Karriere-Website oder ihre Online-Stellenanzeigen mobil optimiert und damit auf das veränderte Informations- und Medienverhalten von Bewerbern reagiert. Aber erst gut jedes zweite Unternehmen geht konsequent den nächsten Schritt und setzt den gesamten Prozess mobil optimiert um. Hier vergeben sie Chancen, denn mit jedem Bruch im Bewerbungsprozess verlieren sie Kandidaten.

Undercover HR-Boss: Lust auf Spionage?

Agnes Koller

Eine Blackbox mit Gucklöchern, zehn fiktive Lebensläufe und zahlreiche spionagewillige Recruiter führten am Expo-Stand von BEST RECRUITERS bei der TALENTpro in München zu allerhand überraschenden Erkenntnissen und AhaErlebnissen: Recruiter, die die eigenen Bewerbungsformulare noch nie genauer betrachtet hatten, redundante Pflichtfelder im Fragebogen oder elendslange Bewerbungsprozesse. Viele Personalverantwortliche spürten zum ersten Mal am eigenen Leib, welchen Herausforderungen sich interessierte Bewerber im Unternehmen stellen müssen. Die Einsicht war groß: Es gibt noch einige Stolpersteine, die es aus dem Weg zu räumen gilt.

Best Recruiters: Otto, Deloitte, Altana

Im malerischen Ambiente der frankfurter botschaft am Ufer des Main wurden die Ergebnisse und Sieger der BEST-RECRUITERS-Studie 2017/18 präsentiert. Die Verleihung war von glücklichen GewinnerInnen, spannenden Einblicken in diverse HR-Strategien und einem entspannten Ausklang geprägt.

Aus den 423 getesteten Unternehmen und Institutionen geht erstmals OTTO als Gesamtsieger hervor, gefolgt von Deloitte und ALTANA. Als beste Branche setzt sich – wie bereits 2015/16 – die Unternehmensberatung an der Spitze durch. Unter den Top-10-Recruitern Deutschlands finden sich neben Deloitte noch zwei weitere Unternehmensberater:

  • KPMG (Rang 5) und
  • EY Deutschland (Rang 7).

Wer ist BEST RECRUITER Deutschlands? Die neue Erhebung beginnt!

Agnes Koller
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BEST RECRUITERS hilft dabei, Mythen aus dem Recruiting zu durchleuchten: Stimmt der subjektive Eindruck, dass viele Bewerbungen nie beantwortet werden? Nach den Ergebnissen der Erhebung muss diese Frage mit einem deutlichen „Ja“ beantwortet werden. Die Studie prüfte die Rückmeldungen auf 2.000 Bewerbungen an deutsche Arbeitgeber und kam zu folgendem Schluss: Beinahe ein Drittel aller Bewerbungen konnten nicht innerhalb eines Monats abgeschlossen werden. Bei Initiativbewerbungen ist die Zahl noch höher: 43 % erhielten keine Ab- oder Zusage innerhalb von 20 Werktagen. Wer jedoch zu den Top-Recruitern gehören will, muss auch effizientes Bewerbungs-Management betreiben.

Arbeitgeber verschenken Punkte beim Bewerberkontakt

Agnes Koller, Studienleitung BEST RECRUITERS  (Foto: Victoria Posch )
Agnes Koller, Studienleitung BEST RECRUITERS (Foto: Victoria Posch )

Studie BEST RECRUITERS 2015/16:

  • Recruiting-Qualität der 514 Top-Arbeitgeber Deutschlands weiter gestiegen
  • Deutschland liegt vorne – aber nicht beim direkten Bewerberkontakt
  • Nachholbedarf in Branchen mit größten Fachkräfteengpässen

Deutsche Unternehmen beherrschen die Bewerberansprache – so die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum. Die getesteten deutschen Arbeitgeber erreichten die höchste Gesamtpunktzahl beim Thema Recruiting-Qualität und liegen damit vor Österreich und der Schweiz. Allerdings besteht hierzulande Optimierungsbedarf im direkten Kontakt mit Kandidaten. Außerdem zeigt die Studie: Branchen mit ausgesprochenen Fachkräfteengpässen liegen – mit Ausnahme der ITK-Branche – bestenfalls im Mittelfeld der Gesamtwertung, das Schlusslicht bildet das Gesundheits- und Sozialwesen.