Betrug

Ein Schritt zurück: Deutsche Manager sehen Korruption auf dem Vormarsch

Dr. Stefan Heißner
Dr. Stefan Heißner

Deutsche Manager sind offenbar eher bereit für ihre eigene Karriere zu unlauteren Mitteln zu greifen, als zum vermeintlichen Wohl des Konzerns.

  • Deutsche Manager riskieren für die eigene Karriere viel – fast jeder vierte ist zu unethischem Verhalten im Job bereit
  • Über die Hälfte ist bereits mit Fehlverhalten im Berufsleben konfrontiert worden – sieben Prozent haben es wegen internen Drucks nicht gemeldet
  • 22 Prozent fürchten um die eigene Sicherheit, falls sie Fehlverhalten melden

Das Bild des ehrbaren Kaufmannes hat innerhalb der deutschen Wirtschaft deutliche Kratzer erlitten: 43 Prozent der deutschen Manager halten Bestechung und Korruption hierzulande mittlerweile für weit verbreitet. Damit dreht sich die Stimmung: 2015 war die Wahrnehmung von Korruption rückläufig – 26 Prozent der Manager hielten sie damals für weit verbreitet nach 30 Prozent bei der Befragung im Jahr 2013.

Krisenbewältigung: Die Hilflosigkeit der Unternehmenskommunikation

Dr. Michael-A. Leuthner
Dr. Michael-A. Leuthner

Wo bleibt die Kommunikation mit der Öffentlichkeit bei identifizierten betrügerischen Aktivitäten?

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael-A. Leuthner

Im Rahmen dieser Artikelreihe wurde im ersten Teil der menschliche Faktor beim Thema Betrug behandelt. Im zweiten Teil wurde dargestellt, wie die Betrugsarten im betrieblichen Umfeld beschrieben und klassifiziert werden können.

Darauf aufbauend erfolgte aus den Erfahrungen des Autors im dritten Teil die Präsentation einer praktikablen Vorgehensweise, wenn in einem Unternehmen gerade Betrug entdeckt wurde. Dies wurde anhand dreier verschiedener Szenarien dargestellt. Im vierten Teil  dieser Reihe wurde aufgezeigt, welche einfachen, wirkungsvollen und auch leicht zu implementierenden Möglichkeiten existieren um Betrug im betrieblichen Umfeld massiv einzudämmen oder gar zu verhindern.

Im fünften Teil wurde erläutert, wie eine Kommunikationsstrategie lauten könnte, da nur ein sehr begrenztes Interesse vorhanden ist den im Unternehmen stattgefundenen Betrug publik werden zu lassen.

Im hier vorliegenden sechsten Teil werden drei aktuelle Negativbeispiele für eine äußerst schlechte oder gar nicht vorhandene Kommunikation analysiert.

Über unternehmerische Betrugsfälle wird der Mantel des Schweigens gelegt

Dr. Michael-A. Leuthner
Dr. Michael-A. Leuthner

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael-A. Leuthner

Die meisten Menschen negieren schlechte Nachrichten, somit geht die Tendenz in Richtung eher „einfach alles unter den Teppich zu kehren“, schließlich „trägt man das Herz ja nicht auf der Zunge“ wie man im Volksmund sagt. Niemand hat Interesse mit dem im Unternehmen stattgefunden Betrug hausieren zu gehen.

Auch bei Managern kann die Devise gelten: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Was ist zu tun, wenn im Unternehmen Betrug entdeckt wird?

 

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Aufsichträte, Vorstände und Manager leiden oft unter dem Syndrom „Nichts hören, nichts sehen, nicht sagen“, wenn es um die Aufdeckung von Betrug im Unternehmen geht. Nichts hören, nichts sehen – das ist die Devise. Man kennt sich, man pflegt sich – und die öffentliche Diskussion dreht sich nur um eine Frage: Wann hat wer von was gewusst? Der Vorgesetze hätte es wissen müssen, sonst hat er seinen Laden nicht im Griff – diese eigentlich normale Alternative wird ganz selten diskutiert. Die „Dieselgate“-Betrugsaffäre bei Volkswagen läuft nach dem bekannten Syndrom ab. Die Deutsche Bank hat im Verantwortungsbereich des mittlerweilen ehemaligen Investmentbanking-Vorstand Anshu Jain eine bemerkenswerte Kette von Betrügereien und Marktmanipulationen produziert, die mit Rechtskosten in zweistelligen Milliarden-Höhe geahndet werden. Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner ist das jahrelang entgangen. Nichts hören, nichts sehen, nichts beaufsichtigen.

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael-A. Leuthner

Betrug (Fraud) Teil III: Ein wacher Geist in schwerer Stunde, Sie haben in Ihrem Unternehmen Betrug entdeckt! Was ist zu tun?

Aufbauend auf dem ersten Teil, dort wurde der menschliche Faktor beim Thema Betrug behandelt, galt es im zweiten Teil zu beschreiben welche Arten von Betrug es im betrieblichen Umfeld gibt. Im vorliegenden dritten Teil wird erläutert wie ein gerade erst im Unternehmen bekannt gewordener Betrugsfall zu „überwinden“ ist und welche konkreten nächsten Schritte aus der Sicht des Verfassers zu gehen sind. Das Vorgehen ist natürlich von der Schwere des entdeckten Betrugs abhängig.

Faktor Mensch: Risikofaktor #1 bei Betrug

Dr. Michael A. Leuthner
Dr. Michael A. Leuthner

Von Dr. Michael-A. Leuthner

Betrug (Fraud) Teil I: der menschliche Faktor

Mit betrügerischen Handlungen beschäftigt man sich im geschäftlichen Umfeld in der Regel erst wenn im Unternehmen tatsächlich etwas in dieser Art stattgefunden hat ist. Wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, steht die Frage im Raum wie gehen wir jetzt damit um?

Zuerst sind jedoch einmal die folgenden Fragen zu klären:

  • Wie hat man von der betrügerischen Handlung erfahren?
  • Ist es tatsächlich eine betrügerische Handlung oder sind es nur Aussagen?
  • Wie wirkt oder wie wirken sich diese Handlungen aus?
  • Ist der Bestand des Unternehmens gefährdet?
  • Wer muss informiert werden?