Clemens Fuest

ifo Institut: Regionale Unterschiede beim Einkommen der Haushalte in Deutschland gehen zurück

Bei den durchschnittlichen verfügbaren Einkommen der Haushalte gehen die Unterschiede zwischen den Kreisen in Deutschland zurück. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des ifo Instituts, die jetzt im ifo Schnelldienst veröffentlicht wurde. Die demografische Entwicklung hingegen entwickelt sich weiter auseinander.

„Anders als viele Menschen denken, verringert sich bei den Einkommen das Stadt-Land-Gefälle und das Gefälle zwischen West und Ost. Die Schere schließt sich, sie öffnet sich nicht“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest, einer der Autoren der Studie. „Dieser Prozess wurde vor allem getrieben durch den Aufholprozess des Ostens gegenüber dem Westen.“

Clemens Fuest

Deutsche skeptisch beim Bildungsniveau der Flüchtlinge – Lehrer im ifo Bildungsbarometer gesondert befragt

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Clemens Fuest

Drei Viertel der Deutschen schätzen den durchschnittlichen Bildungsstand der Flüchtlinge als niedrig ein. Dementsprechend glaubt die Mehrheit (53 Prozent zu 33 Prozent) auch nicht, dass die Flüchtlinge dabei helfen, den Fachkräftemangel der deutschen Wirtschaft zu verringern. Das sind Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers, einer repräsentativen Umfrage in Deutschland, die am Mittwoch bei der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin vorgestellt wurde. Mehrheiten finden sich für staatlich finanzierte verpflichtende Sprachkurse (75 Prozent dafür, 18 Prozent dagegen), eine Ausweitung der Schulpflicht bis 21 Jahre (58:26) und ein zweijähriges Bleiberecht nach Abschluss einer Ausbildung (50:37).

Sinns letzte Arbeitswoche am ifo beginnt

Hans-Werner Sinn hat seine letzte Arbeitswoche als Präsident des ifo Instituts begonnen. Am Donnerstag, 31. März scheidet er nach 17 Jahren an der Spitze des Forschungsinstituts aus. „Ich fühle mich wie ein Wanderer, der an der Herberge angekommen ist und seinen Rucksack abstellt“, sagte Sinn am Dienstag in München. „Und ich freue mich auf ein lebenslanges Freisemester, in dem ich forschen kann, wie’s mir grad gefällt.“ Sinn behält ein kleines Büro am ifo. Über seinen Nachfolger Clemens Fuest sagte er: „Ich kann mir niemanden vorstellen, der besser auf diese Stelle passen würde. Ich bin sehr froh, dass wir ihn gewonnen haben. Clemens ist ein hervorragender und äußerst erfolgreicher Volkswirt, der in den besten Fachzeitschriften publiziert hat. Als Finanzwissenschaftler verfügt er über das nötige Überblickswissen über alle Teilgebiete der Volkswirtschaftslehre.“

Hans Werner Sinn, Clemens Fuest, ifo (Quelle: Romy Vinogradova, ifo)
Hans-Werner Sinn, Clemens Fuest, ifo (Quelle: Romy Vinogradova, ifo)

Clemens Fuest: „Deutschlands Wohlstand hängt von der Digitalisierung ab“

Clemens Fuest

Ein Beitrag von Netzökonom Dr. Holger Schmidt

„Unsere Strukturen sind einfach zu konservativ“ mahnte Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, auf einer Telefónica-Veranstaltung in Berlin. Deutschland habe zwar Vorteile durch seine starke Industrie, doch man solle sich fragen, wie lang der Großteil der Einnahmen noch durch Autos mit Verbrennungsmotor erzielt werden kann. Ein schnelles Umdenken ist dringend nötig, fordert Fuest, der zu den renommiertesten Ökonomen in Deutschland gehört. Im Anschluss an die Veranstaltung habe ich Fuest noch einige Fragen gestellt:

Die USA wachsen schneller als Europa. Ist dieser Unterschied auf die unterschiedliche Digitalisierung der Wirtschaft zurückzuführen? Ist das Solow-Paradoxon also kein Paradoxon mehr?

Stabiler Euro und Haushaltsdisziplin schaffen Voraussetzungen für stabilen Arbeitsmarkt: Erklärung zur Nachfolgeregelung für die Rettungspakete

Autoren:
Clemens Fuest, Universität Oxford
Wolfgang Franz, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ZEW Mannheim
Martin Hellwig, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn
Hans-Werner Sinn, ifo Institut, LMU München

Prof. Dr. Clemens Fuest, Universität Oxford
Prof. Dr. Clemens Fuest, Universität Oxford

Angesichts der Schwere der europäischen Schuldenkrise und der Radikalität der im Mai beschlossenen Maßnahmen sehen wir uns veranlasst, einen öffentlichen Appell an die Bundesregierung zu richten. Wir definieren Eckpfeiler für die nun anstehenden Verhandlungen zur Neuordnung des Euroraums, die nach unserer Einschätzung essenziell für den Bestand der europäischen Währungsunion sind. Der Euro ist ein wesentliches Element der europäischen Integration. Er ist aber gefährdet, wenn es nicht gelingt, in Zukunft mehr fiskalische Disziplin durchzusetzen. Europa braucht keine Wirtschaftsregierung, wohl aber politische und marktwirtschaftliche Mechanismen, die die öffentliche und private Verschuldung in den Mitgliedstaaten wirksam begrenzen. Es braucht diese Mechanismen nicht nur, um die Staatsfinanzen und die gemeinsame Währung zu stabilisieren, sondern auch, um die Wachstumskräfte in Europa besser auszubalancieren.