Colin Tenwick

Monster CEO Abgang zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt

Gerhard Kenk Publisher Crosswater Job Guide: Jobbörsen, Karriere, Gehalt, Recruiting, Personalbeschaffung
Gerhard Kenk

Sal Iannuzzi tritt aus persönlichen Gründen zurück – mitten in einer umfassenden Änderung der Unternehmensstrategie

Ein Kommentar von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Shanghai. Beobachter des weltweit operierenden Karriereportals Monster Worldwide hatten mit allem gerechnet, als die Ergebnisse des 3. Quartals 2014 präsentiert wurde – aber nicht mit dem Rücktritt des langjährigen CEO Sal Iannuzzi aus „persönlichen Gründen“. Über die Hintergründe des Rücktritts mag man trefflich spekulieren – jedoch kommt er zu dem denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Abschied ist solch bittersüßer Schmerz: Springer verkauft StepStone Solutions für 110 Mio. Euro

Dr. Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender, Axel Springer Verlag
Dr. Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender, Axel Springer Verlag

6.4.2010 (ghk). Im Rückblick offenbart sich die strategische Brillianz, mit der der Axel Springer Verlag bei der Übernahme des Karriereportals StepStone vorgegangen ist. Springer hat nun  das letzte Kapitel der Übernahme-Etappen aufgeschlagen und verkauft die StepStone-Division „Solutions“ für den stolzen Preis von 110 Millionen Euro an den Private Equity Fonds „HgCapital“.

Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muß aber vorwärts gelebt werden

Im Rahmen der Konzern-Strategie sieht sich Springer verpflichtet, die „Digitalisierung des Anzeigengeschäfts“ weiter voranzutreiben – und dazu gehört eben auch eine operativ erfolgreiche Online-Stellenbörse wie StepStone.

Mit der letzten Etappe beendet Springer eine mustergültig geplante und durchgeführte schrittweise Übernahme.

+++Eilmeldung+++ StepStone Manager verkaufen ihre Aktien an Axel Springer Verlag

Colin Tenwick, CEO StepStone Group
Colin Tenwick, CEO StepStone Group

23.10.2009 18:46 Uhr (ghk): Wie der Nachrichtendienst BusinessNewsWire meldete, hat StepStone mitgeteilt, daß CEO Colin Tenwick und CFO Ian Cole ihre Aktien im Zusammenhang mit dem Übernahme-Angebot an den Axel Springer Verlag verkauft haben. Als wesentliches Ergebnis der heute in Oslo stattgefundenen außerordentlichen Hauptversammlung wurden neue Axel-Springer-Vertreter in den Aufsichtsrat (Board of Directors) von StepStone ASA gewählt.

Axel Springer AG hat in mehreren Stufen die Aktienmehrheit von knapp 53% am Recruting-Portal StepStone erworben. Ein Pflichtangebot zur Übernahme der restlichen Aktien wurde von NOK 8,60 auf NOK 9,00 erhöht. Die Frist zum Verkauf von StepStone-Aktien an Axel Springer endet am 23.10.2009, über deren Ergebnis ist derzeit noch nichts bekannt.

In einer ersten Reaktion auf das ursprüngliche Übernahme-Angebot in Höhe von NOK 8,60 hatte das StepStone-Management betont, daß der derzeitige Wert des Unternehmens diesen Preis übersteige. Nachdem Axel Springer das Angebot auf NOK 9,00 nachgebessert hatte, verhielt sich der Aufsichtsrat von Stepstone „neutral“ gegenüber dem verbesserten Angebot und betonte, daß die Aktionäre ihre eigene, unabhängige Entscheidung treffen sollten.

Quelle: Business Financial Newswire

Optionen, Bluffs und Finten: Axel Springers Übernahmepoker um StepStone kommt in die heiße Phase

Marcus Tandler, Online-Marketing-Experte und SEO-Referent
Marcus Tandler, Online-Marketing-Experte und SEO-Referent

(ghk). Marcus Tandler, dem Vernehmen nach besten Pokerspieler unter den HR-Bloggern, SEO-Guru und illustrer Gastredner beim letztjährigen Recruiting-Convent auf Schloss Bensberg, hätte wohl seine wahre Freude angesichts der Tricks, die Axel Springer im Übernahmepoker um StepStone aus der Kiste zieht.

Als Pokerspieler ist der Online-Marketing-Experte es gewohnt, blitzschnell die Wahrscheinlichkeit einer guten Karte zu berechnen, die Hand des Gegners einzuschätzen und seine Gewinnoptionen per Reality-Check zu beurteilen oder sich mit einem Bluff aus der Affäre zu ziehen. All diese Tricks der Pokerspieler sind bei den Übernahme-Verhandlungen von Axel Springer zu beobachten. Was war geschehen?

…Verliebt – verlobt – verheiratet: Axel Springer buhlt erfolgreich um StepStone

StepStone wird von Axel Springer übernommen
StepStone Übernahme: Axel Springers Brücke ins digitale Stellenanzeigen-Geschäft

(ghk). Als der Kellner des italienischen Restaurants Locanda del Conte in der Hamborner Straße in Düsseldorf zum Abschluss des Mittagessens am 18. September 2008 den Espresso servierte, erwähnte Gastgeber Colin Tenwick, CEO von StepStone eher beiläufig, dass er noch einen Flieger nach Berlin erreichen müsste, weil er anderntags an einem Meeting beim Axel Springer Verlag teilnimmt. Im zwischenmenschlichen Bereich würde man ein Treffen von Braut und Bräutigam eher als ein Rendezvous bezeichnen.

Die Liebesgeschichte – die schrittweise Übernahme des internationalen Karriereportals StepStone durch den Medien-Giganten Axel Springer AG – ist allerdings nicht auf Emotionen aufgebaut, sondern basiert auf kühlen, durchdachten mittelfristigen Strategien. Für StepStone geht es letztlich darum, einen wirtschaftlich und finanziell starken Hauptaktionär zu gewinnen, um die Finanzierung zukünftiger Unternehmensstrategien, Produktentwicklungen und den Ausbau des internationalen Netzwerks abzusichern. Für den Axel Springer Verlag bedeutet die Rolle als Hauptaktionär von StepStone nichts anderes als eine weitere Etappe im Marsch zur Digitalisierung des Anzeigengeschäfts oder zur „Transformation von einem Print-Verlag zu einem integrierten Multimedia-Unternehmen“ (Dr. Matthias Döpfner).

StepStone ab sofort auch in Polen online

Colin Tenwick, CEO StepStone ASA
Colin Tenwick, CEO StepStone ASA

StepStone und Axel Springer Polska launchen www.stepstone.pl in Polen

Düsseldorf, April 2009. StepStone erweitert sein internationales Angebot und launcht gemeinsam mit Axel Springer Polska www.stepstone.pl. StepStone ist eines der größten Online-Stellenportale in Europa und gehört zur StepStone ASA-Gruppe – einem international führenden Anbieter von Total Talent Management-Lösungen. Mit www.stepstone.pl optimiert Axel Springer sein Online-Recruitment-Segment in Polen, das zudem aus den Online-Plattformen praca.info Group, dem Career Center auf students.pl und der wöchentliche Beilage Praca in DZIENNIK besteht.

Jobpilot wird auf Gegenwind getrimmt – Stepstone steht vor der Geröllhalde der Expansionsstrategie

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Publiziert am 20.12.2001

Wie zwei führende europäische Karriereportale mit hausgemachten Problemen und einem schwierigen Marktumfeld umgehen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Gründerphase
  2. Expansion und Börsengang
  3. Manager und Aufsichtsräte
  4. Übernahmen von Wettbewerbern
  5. Investitionen in e-Recruiting Technologie
  6. Trendwende an Börse und Arbeitsmarkt
  7. Auswirkungen auf operative Ergebnisse
  8. Korrekturmassnahmen
    Anhang

1. Gründerphase

Die Internet-Revolution entlässt ihre Kinder – Online-Stellenbörsen müssen sich in der realen Wirtschaft behaupten

Die beiden Online-Stellenmärkte jobpilot und StepStone haben wie keine anderen Unternehmen den Markt der europäischen Online-Jobbörsen geprägt: als Anbieter umfassender Dienstleistungen und Funktionen für Online-Personal-Beschaffung, als visionäre Pioniere der New-Economy-Gründerzeit und als Opfer ihrer expansions-geprägten Kosten-Strukturen, konfrontiert mit dem  konjunkturellen Abschwung des Beschäftigungs-Zyklus.