die feinen Unterschiede

Die feinen Unterschiede im französisch-deutschen Cross-Border-Recruiting

Pierre Bourdieu, eine der Lichtgestalten der französischen Soziologie, hat in seiner wegweisenden Analyse der differenzierten französischen Gesellschaftsschichten auf die besonderen Merkmale hingewiesen. Sein Postulat „Dem Spiel der Kultur und Bildung entrinnt keiner!“ wird im Einzelnen analysiert. Bourdieu untersucht dabei insbesondere, welche engen Beziehungen zwischen dem Bildungskapital und der sozialen Herkunft bestehen und wie diese feinen Unterschiede sich auf die gesellschaftlichen und beruflichen Präferenzen auswirken.

Pierre Bourdieu
Pierre Bourdieu

Wer sich als HR-Praktiker mit dem französisch-deutschen Cross-Border-Recruiting beschäftigt, kommt um ähnliche Überlegungen nicht herum. Den komplexen Präferenzen, die sich aus der vielschichtigen soziologischen Struktur in Frankreich ergeben, stehen ähnlich komplexe Präferenzen der beruflichen Praxis in Deutschland gegenüber – und diese sind nicht immer deckungsgleich. Hinzu kommt, dass die Rollenverteilung (ein deutscher Bewerber führt ein Jobinterview mit einem französischen Personalchef, oder ein französischer Bewerber stellt sich bei einem deutschen Arbeitgeber vor) unterschiedliche Schwerpunkte haben und nicht nur von sprachlichen Kommunikationsproblemen bestimmt wird.