#HRInnoDay

HR: Innovation Day und Reformationstag

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Mir klingeln die Ohren. Jeden Tag. Fast als wäre ich ein Tinnitus-Patient. Eigentlich ist es unvermeidbar, sich dem Hype-Tsunami der Schlagzeilen in den gängigen HR-Medien oder gar den Mainstream-Medien zu entziehen. Arbeiten 4.0, Digitalisierung der HR, Big Data, Diversity oder HR-Innovation prasseln als Schlagworte auf den Leser ein und erheischen sich eine mediale Aufmerksamkeit – von Substanz und Relevanz ist dabei wenig zu sehen. In diesem Mediengewitter stand der HR-Innovation-Day in Leipzig auch, doch durch eine fundierte Auswahl von relevanten Inhalten hat Veranstalter Prof. Dr. Peter M. Wald von der HTWK Leipzig eine hohe Qualität und Relevanz erreicht.

Prof. Dr. Peter M. Wald
Prof. Dr. Peter M. Wald

 

Suchmaschinen-Dompteuse Barbara Braehmer zähmt Active Sourcing

Barbara Braehmer
Barbara Braehmer, Intercessio Personalberatung

Wieder einmal mehr punktet Professor Dr. Peter M. Wald, wenn es um die Zustammenstellung der Referenten-Liste beim HR Innovation Day in Leipzig am 28.5.2016 geht. Mit hohen Erwartungen tritt dabei Barbara Braehmer in die Manege. Sie erläutert, wie Unternehmen mit Active Sourcing eine alternative zu den herkömmlichen Recruiting-Kanälen nutzen können, und ob Active Sourcing das Allheilmittel – also so etwas wie ein Schweizer Armee-Messer – gegen den Fachkräftemangel ist.

Digitale Arbeitswelten vergiften die Kommunikation

Dr. Sven Sebastian
Dr. Sven Sebastian

Digitalisierung: Auf die Wahrnehmung des menschlichen Gehirns kommt es an – Werden wir alle zu Info-Junkies?

Ein Blick über den Tellerrand der Digitalisierung ist gelegentlich notwendig, denn sonst besteht die Gefahr der sich selbst referenzierenden Realität. Genau aus diesem Blickwinkel verspricht Dr. Sven Sebastian, Geschäftsführer von Proventika in Berlin und ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der interdisziplinären Hirnforschung, als Referent auf dem kommenden HR-Innovation-Day in Leipzig (28.5.2016), die Mythen rund um die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die menschliche Wahrnehmung zu erläutern.

Home Office, Co-Working oder Work Smart: Nur ein Hype?

Barbara Josef
Barbara Josef

Der Leipziger HR-Innovation-Day stellt sich der Diskussion

Egal welche Begrifflichkeiten verwendet werden, Home Office, Co-Working, Work Smart und ähnliche Umschreibungen für die Arbeit von zu Hause aus gelten als Top-Topics in den Redaktionsstuben der Medien-Republik. Doch eigentlich ist das nicht ganz neu. Früher hieß es Teleworking. Alter Wein in neuen Schleuchen? In der euphorischen Berichterstattung der Medien und als Diskussionsthema auf einschlägigen HR-Konferenzen wird die Schattenseite der Home-Office-Arbeit häufig ausgeblendet, weil das nicht so richtig in das Hype-Konzept passt.

Die feinen Unterschiede im französisch-deutschen Cross-Border-Recruiting

Pierre Bourdieu, eine der Lichtgestalten der französischen Soziologie, hat in seiner wegweisenden Analyse der differenzierten französischen Gesellschaftsschichten auf die besonderen Merkmale hingewiesen. Sein Postulat „Dem Spiel der Kultur und Bildung entrinnt keiner!“ wird im Einzelnen analysiert. Bourdieu untersucht dabei insbesondere, welche engen Beziehungen zwischen dem Bildungskapital und der sozialen Herkunft bestehen und wie diese feinen Unterschiede sich auf die gesellschaftlichen und beruflichen Präferenzen auswirken.

Pierre Bourdieu
Pierre Bourdieu

Wer sich als HR-Praktiker mit dem französisch-deutschen Cross-Border-Recruiting beschäftigt, kommt um ähnliche Überlegungen nicht herum. Den komplexen Präferenzen, die sich aus der vielschichtigen soziologischen Struktur in Frankreich ergeben, stehen ähnlich komplexe Präferenzen der beruflichen Praxis in Deutschland gegenüber – und diese sind nicht immer deckungsgleich. Hinzu kommt, dass die Rollenverteilung (ein deutscher Bewerber führt ein Jobinterview mit einem französischen Personalchef, oder ein französischer Bewerber stellt sich bei einem deutschen Arbeitgeber vor) unterschiedliche Schwerpunkte haben und nicht nur von sprachlichen Kommunikationsproblemen bestimmt wird.