Minijobs

Ein Jahr Mindestlohn: Langzeitfolgen bleiben ungewiss

Dr. Hagen Lesch
Dr. Hagen Lesch

Durch den Mindestlohn sind die Löhne von an- und ungelernten Arbeitnehmern deutlich angestiegen. Zugleich haben sich vor allem in Ostdeutschland einige Dienstleistungen spürbar verteuert, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Dank der guten Wirtschaftslage hat das bislang kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt – das kann sich aber jederzeit ändern.

Neue App „MinijobKing“: In fünf schnellen Schritten zum Bewerber

Georg Konjovic
Georg Konjovic

meinestadt.de launcht App zur regionalen Minijobsuche – Arbeitgeber können kostenlos und eigenständig Stellenanzeigen aufgeben

Wer einen Minijob zu vergeben hat, spart mit der neuen App von meinestadt.de, dem „MinijobKing“, eine Menge Zeit: In gerade einmal fünf Schritten können Arbeitgeber erstmals in einer Job-App selbstständig eine Anzeige online stellen, und zwar kostenfrei. Für Bewerber besonders interessant: Alle angezeigten Angebote befinden sich in ihrer Nähe, außerdem haben sie die Möglichkeit, direkt Kontakt zum Anbieter aufnehmen zu können. Durch die reduzierte Benutzeroberfläche mit intuitiver Menüführung finden sich Bewerber wie Arbeitgeber gleichermaßen schnell zurecht. Der „MinijobKing“ ist seit dem 12. Januar für Android und iOS kostenlos erhältlich.

Mindestlohn zwingt viele Minijobber zu Entscheidung über Arbeitszeit

Steffen Henzel
Steffen Henzel

München – Die Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde zwingt viele der rund 4,5 Millionen Minijobber in Deutschland zu einer Entscheidung über ihre Arbeitszeit. Auf dieses Problem haben Forscher des ifo Instituts hingewiesen. „Durch die Anhebung der Löhne werden zahlreiche geringfügig Beschäftigte die Schwelle von 450 Euro im Monat übertreffen. Damit würden zusätzliche Sozialabgaben fällig, die das Nettoeinkommen belasten und die Attraktivität solcher Jobs zusätzlich verringern“, sagt Steffen Henzel vom ifo Institut.

Minijobs: Hinweise auf Verdrängung vor allem im Einzelhandel und Gastgewerbe

Dr. Christian Hohendanner

Hinweise auf die Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung durch Minijobs finden sich vor allem im Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Minijobs kommen besonders häufig in Dienstleistungsbranchen zum Einsatz. Die IAB-Arbeitsmarktforscher Christian Hohendanner und Jens Stegmaier erklären dies damit, dass in diesen Branchen lange Öffnungszeiten, Kundenorientierung und teilweise stark schwankende Nachfrage eine große Rolle spielen: „Hier lässt sich der Faktor Arbeit optimal nutzen, wenn er in Minijobs gestückelt zum Einsatz kommt.“

„Mehrwert schaffen“ – Minijobs umwandeln

Jobcenter verstärken Bemühungen, Minijobs von Hartz IV-Empfängern in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umzuwandeln // Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen soll bundesweit Schule machen

Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit

Die steigende Zahl an Minijobs zeigt, dass ein immer größeres Arbeitsvolumen in dieser Beschäftigungsform geleistet wird. Gerade für Geringqualifizierte oder Langzeitarbeitslose ist der Minijob ein Einstieg in den Arbeitsmarkt, er darf sich aber nicht zur „Sackgasse“ entwickeln. Minijobber kehren häufiger in Arbeitslosigkeit zurück oder entwachsen aufgrund des geringen Verdienstes gar nicht erst der Hilfebedürftigkeit. In einem Pilotprojekt werben ausgewählte Jobcenter in Nordrhein-Westfalen bei Unternehmen und Beschäftigten dafür, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umzuwandeln. Unter dem Motto „Mehrwert schaffen“ sollen auf der einen Seite Hartz IV-Bezieher in existenzsichernde Beschäftigung gebracht werden und auf der anderen Seite Betriebe eingearbeitete und hoch motivierte Beschäftigte langfristig an ihr Unternehmen binden. Eine Win-Win-Situation, die gleichzeitig die Sozialkassen von Städten und Gemeinden und die Steuerzahler entlastet.