Präsenzkultur

Wunscharbeitgeber der Nachwuchsjuristen: Den Großkanzleien laufen die Bewerber weg

Trendence Absolventenbarometer mit Rankings der Top-Arbeitgeber der Nachwuchsjuristen veröffentlicht –  2.200 Studenten, Referendare und junge Volljuristen befragt

Dr. Simon Mamerow

Weniger als die Hälfte der Nachwuchsjuristen möchte noch in einer Kanzlei arbeiten. Jobs im Öffentlichen Sektor werden stattdessen beliebter. Diese Entwicklung trifft nicht alle Kanzleien gleichermaßen. Es sind vor allem die Großkanzleien aus Frankfurt und Düsseldorf, die in der Gunst der Bewerber verlieren, während kleine und mittlere Kanzleien beliebter werden. Die Platzierungen der fünf beliebtesten Arbeitgeber bleiben davon vorerst unberührt: Das Auswärtige Amt führt das Ranking vor Freshfields Bruckhaus Deringer an, gefolgt von der Europäischen Kommission, dem Bundeskriminalamt und Hengeler Mueller. Zu diesem Ergebnis kommt des Absolventenbarometer 2018, für das das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Trendence 2.200 Nachwuchsjuristen befragt hat.

So arbeitet Deutschland – Umfrage von SThree ergibt: Fast drei Viertel der Berufstätigen in Deutschland wollen ihre Arbeitszeit völlig frei wählen

Luuk Houtepen
Luuk Houtepen

71 Prozent arbeiten im Krankheitsfall – obwohl es der Chef nicht erwartet

Für mehr als die Hälfte der Festangestellten und Freelancer in Deutschland sind Überstunden selbstverständlich. Ein Großteil fühlt sich sogar verpflichtet, im Krankheitsfall zu arbeiten – obwohl ihnen die negativen Folgen bewusst sind. Zum zweiten Mal in Folge führte die Personalberatung SThree ihre So arbeitet Deutschland-Umfrage unter mehr als 1.164 Teilnehmern zu aktuellen Arbeitssituationen und Vorstellungen der Arbeitswelt durch. Die Ergebnisse zeigen: Präsenzkultur entspricht nicht der Wunscharbeitswelt der Menschen in Deutschland, ist jedoch oft Realität. So arbeitet Deutschland macht deutlich, dass die Berufstätigen hohes Engagement zeigen, dafür aber auch flexible Strukturen fordern.

Ergebnisorientiert Führen als Alternative zur Präsenzkultur

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist vielfältig: Ob von zuhause, im Zug oder am Rheinufer – Smartphones, Tablets und Laptops machen es möglich. Unternehmen setzen daher zunehmend auf Zielvereinbarungen und einen ergebnisorientierten Führungsstil statt Anwesenheitskontrollen im Betrieb.