Stundensätze der IT-Freiberufler: Der Preisdruck steigt

GULP Analyse: IT-Freelancer erhöhen ihre durchschnittliche Honorarforderung auf 71 Euro – aber Projektanbieter halten den Fuß fest auf der Preis-Bremse.

Stefan Symanek, GULP

Stefan Symanek, GULP

München. Im Jahr 2009 waren die Stundensatzforderungen der IT-Freiberufler um einen Euro gefallen. Bei der letzten GULP Stundensatz-Auswertung Anfang 2010 hatten sie sich noch nicht davon erholen können. Doch nun haben die Freelancer sich ein Herz gefasst und ihre durchschnittlichen Honorarvorstellungen um einen Euro auf 71 Euro erhöht. Das ist mutig, denn Unternehmen fragen zwar vermehrt externe Projektunterstützung nach, achten dabei jedoch immer stärker auf den Preis. Das ergab das Update der seit 1998 halbjährlich durchgeführten GULP Stundensatz-Auswertung. Die Analyse basiert auf den Stundensatzforderungen der mehr als 70.000 IT-Freiberufler, die ihr Profil in die Online-Datenbank auf www.gulp.de eingetragen haben, sowie auf den mehr als 800.000 abgewickelten Projektangeboten.

Im August 2009 forderten 9,2 Prozent der IT-Selbstständigen weniger als 50 Euro und damit vergleichsweise niedrige Stundensätze. Nun ist diese Stundensatzgruppe um acht Prozent geschrumpft. Das obere Mittelfeld dagegen legte zu: Der Anteil der Freelancer in der Stundensatzgruppe zwischen 70 und 109 Euro nahm im letzten Jahr von 49,7 auf 50,8 Prozent zu.

“Das Anheben der durchschnittlichen Stundensatzforderung ist größtenteils eine Konsequenz aus der seit Ende 2009 steigenden Nachfrage nach externer Projektunterstützung”, erklärt Stefan Symanek, Marketing-Leiter bei GULP. Besonders im Sommer 2010 erreichte der GULP IT-Projektmarktindex, der Gradmesser für die Nachfrage im IT-Projektmarkt, ein hohes Niveau. Juli und August waren die bislang besten Monate des Jahres. Doch schon der Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres 2010 lag mit 10.225 Anfragen 29 Prozent über dem des ersten Halbjahres 2009 (7.897).

Projektanbieter schauen immer stärker auf den Preis

“Das ‘Aber’ dabei ist der derzeitige kontaktierte Stundensatz”, so Stefan Symanek. “GULP analysierte auch, welche Stundensatzforderung diejenigen IT-Freiberufler in ihr Skill-Profil eingetragen haben, die Projektanfragen erhalten. Dieser kontaktierte Stundensatz sank im letzten Jahr um einen Euro auf durchschnittlich 69 Euro.” Das manifestiert sich zum Beispiel so: Wurden im August 2009 noch 57,3 Prozent aller Projektanfragen an IT-Freiberufler mit Stundensatzforderungen von über 70 Euro verschickt, sind es jetzt nur noch 53,4 Prozent. “Dieser Trend hat Ende 2008 begonnen: Unternehmen achten stärker auf den Preis und fragen bevorzugt günstigere Freiberufler für Projekte an”, so Symanek.

Projektleiter, Köln oder Frankfurt, 40 bis 44 Jahren alt

Der Trend trifft nicht alle Selbstständigen gleichermaßen – je nach Alter, Region und Position differieren die geforderten und kontaktierten Honorare. Am höchsten sollten die Stundensätze in Deutschland demnach bei einem selbstständigen Projektleiter sein, der zwischen 40 und 44 Jahre alt und in Frankfurt oder Köln tätig ist. Die Details:

Stundensatz nach Lebensalter: Maximum mit 40 bis 44 Jahren

Im Alter von 40 bis 44 Jahren kommen IT-Freiberufler am finanziellen Maximum an: Diese Gruppe verlangt die höchsten Stundensätze, und zwar im Schnitt 74 Euro. Mit 45 bis 54 Jahren bleiben sie aber in fast ebenso hohen Sphären: Diese Freelancer fordern durchschnittlich 73 Euro.

Stundensatz nach Regionen: Teure IT-Freiberufler in Köln und Frankfurt

Die regional höchsten Stundensätze fordern mit 73 Euro IT-Freiberufler in den deutschen Postleitzahlgebieten D5 (Köln, Bonn) und D6 (Frankfurt am Main, Mannheim). Zehn Euro trennt diese beiden Regionen vom dem Gebiet mit den niedrigsten Forderungen, D0 (Leipzig, Dresden) mit durchschnittlich 63 Euro pro Stunde. In Österreich (74 Euro) fordern IT-Freelancer im Schnitt drei Euro mehr als in Deutschland, in der Schweiz (85 Euro) sind es sogar plus 14 Euro.

Stundensätze nach Positionen: Projektleiter auf Platz eins

Was die Positionen betrifft, so fordern Projektleiter mit durchschnittlich 78 Euro aktuell die höchsten Honorare. Im letzten halben Jahr haben die Trainer (68 Euro), die Administratoren (58 Euro) und die Qualitätssicherungsexperten (66 Euro) ihre Stundensatzforderung um jeweils einen Euro angehoben. Dennoch bleiben die “Admins” die Position mit den niedrigsten Forderungen. Zwischen ihnen und der Position mit den höchsten Forderungen (Projektleiter: 78 Euro) liegen 20 Euro.

Die GULP Stundensatz-Auswertung wird seit 1998 halbjährlich durchgeführt und ist ein zentraler Indikator für die Preisentwicklung auf dem IT-Projektmarkt. Sie basiert auf den Stundensatzforderungen der mehr als 70.000
IT-Freiberufler, die ihr Profil in die Online-Datenbank auf www.gulp.de eingetragen haben, sowie auf den mehr als 800.000 abgewickelten Projektangeboten. Eine individuelle Analyse ihres Honorars je nach Skill können
IT-Freiberufler jederzeit über den GULP Stundensatz-Kalkulator vornehmen.

Die vollständige GULP Stundensatz-Auswertung – differenziert nach Ländern, Regionen, Alter, Berufserfahrung und Positionen – finden Sie unter http://www.gulp.de/kb/st/stdsaetze/sstext_f.html.

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar:
http://www.gulp.de/presse/pressemitteilungen/Stundensaetze-der-IT-Freiberufler.html

Printfähiges Bildmaterial finden Sie hier:
http://www.gulp.de/presse/bildmaterial.html

Über GULP:
Mehr als 2.500 Kunden, 70.000 eingetragene IT-Experten, davon 7.000 mit Schwerpunkt Engineering, und über 800.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von
IT-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Als Internet-Jobbörse für Freiberufler ist GULP im Jahr 1996 gestartet. Heute bietet GULP zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services rund um das
IT-Projektgeschäft. Das in München ansässige Unternehmen erzielte 2009 einen Umsatz von 105,0 Millionen Euro und beschäftigt in der Zentrale sowie an den Standorten Frankfurt, Hamburg, Köln, Stuttgart und Zürich derzeit über 130 interne Mitarbeiter.

Pressekontakt:
GULP Information Services GmbH
Stefan Symanek
Ridlerstraße 37
80339 München
Deutschland

Tel.: +49 (0)89 500 316 – 501
E-Mail: stefan.symanek@gulp.de
http://www.gulp.de

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