Zurück in den Beruf: BA sucht neue Wege und Strategien für Alleinerziehende

Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit
Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit

Dass es Alleinerziehende besonders schwer haben auf dem Arbeitsmarkt und dass sie in besonderem Maße von staatlichen Transferleistungen angewiesen sind, zeigt der heute veröffentlichte Bericht des IAB. In der Arbeit der Bundesagentur für Arbeit (BA) steht die Gruppe der Alleinerziehenden im besonderen Fokus. Gerade im Bereich der Grundsicherung werden neue Wege gesucht, um Frauen mit Kindern den Weg zurück in den Beruf zu ermöglichen. Das dies nicht einfach ist, weiß Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA. „Unser Ziel muss es sein, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Alleinerziehende, aber auch Paare mit Kindern nicht aufgrund schlechter Rahmenbedingungen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden. Für Mütter und Väter ist es ein Ringen um die Betreuung von Kindern mit Kindertagesstätten, die bereits 16.00 Uhr schließen oder mit Schulen, die Kinder wegen ausgefallener Schulstunden nach Hause schicken. Nicht selten hegen Arbeitgeber Vorurteile bezüglich der Verfügbarkeit von Alleinerziehenden. Wir müssen ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem Elternschaft und Erwerbstätigkeit nicht als Gegensatz erscheinen“, appelliert Alt. Dazu zählt Alt ein flexibleres Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder mehr Arbeitsangebote in Teilzeit.

Die komplexen Lebenslagen sowohl von Alleinerziehenden als auch von Paaren mit Kindern erfordern eine intensive und abgestimmte Netzwerkarbeit. Anfang dieses Jahres haben die BA, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine strategische Partnerschaft begründet. Ziel der Partnerschaft ist es unter anderem, erfolgreiche lokale Projekte zu identifizieren, neue und innovative Ideen zu suchen und best practice Modelle deutschlandweit umzusetzen. Auf einer Fachtagung „Alleinerziehender“ treffen sich dazu am 26.Mai 2009 in Berlin 500 Expertinnen und Experten unter anderem aus Arbeitsgemeinschaften, optierenden Kommunen, lokalen Bündnissen für Familie, Wohlfahrtsverbänden oder auch Mehrgenerationenhäuser, um bestehende Ansätze für die Integration von Alleinerziehenden weiter zu entwickeln und Projekte zu präsentieren.

„Es gibt bundesweit viele erfolgreiche Strategien und Wege. Ich verspreche mir von der Fachtagung, dass wir Impulse geben aber auch mitnehmen können und dass wir unsere Netzwerkarbeit weiter intensivieren. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, die soziale und berufliche Integration von Alleinerziehenden und ihren Kindern zu vernachlässigen“, so Alt.

Derzeit sind 564.00 Alleinerziehende in der Grundsicherung, darunter 315.000 mit Kindern unter sechs Jahren.

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