Was einen guten Arbeitgeber ausmacht

Arne Spiegelhoff
Arne Spiegelhoff

Interview zum neuen Arbeitgeber-Gütesiegel von TÜV Rheinland

Florian Schreckenbach, Mitgründer und Berater bei embrander, im Gespräch mit Arne Spiegelhoff (TÜV Rheinland). Embrander ist eine auf Employer Branding, Personalmarketing, Social Media und Kommunikation spezialisierte Beratung mit Sitz in Köln und Wiesbaden.

Arne Spiegelhoff ist Projektleiter bei TÜV Rheinland und in dieser Funktion verantwortlich für die Entwicklung und Vermarktung des TÜV Rheinland Arbeitgebersiegels „Ausgezeichneter Arbeitgeber“. Vor seiner Zeit beim TÜV war er 5 Jahre als Unternehmensberater tätig.

Im Interview ist Arne Spiegelhoff, Projektleiter New Business & Projects, von TÜV Rheinland.

Florian: TÜV Rheinland startet ein neues Arbeitgeber-Gütesiegel. Welche Relevanz hat Eurer Einschätzung nach ein Arbeitgeber-Gütesiegel für die Employer Branding Aktivitäten der Unternehmen?

Arne Spiegelhoff:

Beim „Employer Branding“ geht es ja letztlich darum, die eigenen Qualitäten als Arbeitgeber zu schärfen und diese an die Mitarbeiter, genauso wie an potentielle Bewerber effektiv und unabhängig zu kommunizieren.

Der TÜV Rheinland Standard „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ ist hier ein sinnvolles Instrument, da im Rahmen eines Audits alle Prozesse des Personalwesens durchleuchtet und Verbesserungspotentiale aufgezeigt werden. Die Unternehmen erhalten so wertvolle Hinweise wie Sie Ihre Arbeitgebermarke weiter optimieren und Ihr Personalwesen stetig verbessern können. Weiterhin haben die Unternehmen – bei erfolgreicher Zertifizierung durch TÜV Rheinland – über unser Prüfzeichen die Möglichkeit Ihre Arbeitgebermarke unabhängig nach außen zu transportieren.

 

Florian: Meiner vielleicht naiven Vorstellung nach prüft TÜV Rheinland nur von einer Dritten Instanz festgelegte technische Anforderungen und ISO-Zertifizierungen. Was war die Motivation, ein Arbeitgeber-Gütesiegel zu starten?

Arne Spiegelhoff:

Dies ist keine naive Vorstellung und auch völlig richtig. Unser Fokus liegt auf der Prüfung akkreditierter Normen, wie den von dir angesprochenen ISO-Standards. Zusätzlich entwickeln wir in einzelnen Bereichen punktuell eigene Standards. Dies betrifft allerdings nur Themenfelder in denen keine entsprechende ISO Zertifizierung existiert.

In Bezug auf den „Ausgezeichneten Arbeitgeber“ war das treibende Thema der stetig zunehmende Fachkräftemangel, der insbesondere mittelständische Unternehmen – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – betrifft. Diesen Unternehmen geben wir über unseren Standard ein Instrument an die Hand um Ihr Personalwesen solide aufzustellen und zugleich unabhängig darüber zu kommunizieren.

 

Florian: Gibt es nicht schon genügend Arbeitgeber-Gütesiegel am Markt? Was ist am TÜV Rheinland-Siegel anders?

Arne Spiegelhoff:

Interessanterweise haben wir in den Gesprächen mit unseren Kunden – trotz anderer, bereits bestehender Siegel – den klaren Bedarf nach einer unabhängigen und tiefgreifenden Prüfung festgestellt. Ohne zu sehr auf die Ansätze unserer Marktbegleiter eingehen zu wollen, setzen wir an dieser Stelle vor allem durch den Standard selbst Akzente.

Die Prüfmethodik orientiert sich rein an der Erfüllung der Anforderungen des Standards und zieht keinerlei Vergleiche oder Befragungen heran. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen im Rahmen eines Audits der Personalabteilung und der anschließenden Validierung mit den Mitarbeitern einen hohen Abdeckungsgrad darlegen muss, um erfolgreich zertifiziert zu werden.

Weiterhin haben wir mit dem „Ausgezeichneten Arbeitgeber“ einen modularen Ansatz verfolgt. Der Standard umfasst ein Grundmodul, das alle Prozesse des Personalmanagements adressiert. Zusätzlich können Unternehmen optionale Module wählen, die eine vertiefende Prüfung spezieller Aspekte, wie beispielsweise zum Thema Elternfreundlichkeit oder Gesundheitsmanagement, ermöglichen. Die Methodik der prozessorientierten Prüfung zieht sich hierbei konsistent sowohl durch das verpflichtende Grundmodul als auch durch die Zusatzmodule.

 

Florian: TÜV Rheinland verfügt sicherlich über eine umfangreiche Prüfkompetenz. Aber woher stammt das Wissen rund um Personal und Employer Branding, das für die Ausarbeitung der Anforderungen an das Arbeitgeber-Gütesiegel notwendig ist?

Arne Spiegelhoff:

Im Rahmen der Entwicklung des Standards haben wir – insbesondere im Kontext der Zusatzmodule – mit unterschiedlichen Kooperationspartnern, wissenschaftlichen Institutionen und Kompetenzträgern zusammengearbeitet. Weiterhin haben wir im TÜV Rheinland Konzern viele Know-How Träger im Bereich Personalmanagement, beispielhaft seien hier unsere Kollegen der TÜV Rheinland Akademie, der TÜV Rheinland Consulting und nicht zuletzt unsere Auditoren genannt, die hier ebenfalls sehr spezifisches Know-How einbringen konnten. Durch ein spezielles Arbeitgeberaudit für die Zielgruppe Ingenieure – welches wir bereits vor einigen Jahren gemeinsam mit den VDI-Nachrichten erfolgreich am Markt etabliert haben – konnten wir zudem auch die Erfahrungen aus verschiedenen Audits in den Standard einfließen lassen.

Weiterlesen:

http://www.embrander.de/blog/was-einen-guten-arbeitgeber-ausmacht-interview-zum-neuen-arbeitgeber-guetesiegel-von-tuev-rheinland

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