In der roten Ecke: Glassdoor als Herausforderer

Stefan Scheller
Stefan Scheller

Ein neuer Wettbewerber im Meinungsmarkt der Arbeitgeberbewertungen legt einen holprigen Start hin

Nun bekommt kununu, das von XING übernommene Arbeitgeberportal, neue Konkurrenz in Deutschland. Glassdoor, ein wichtiger Player aus den USA, hat das Portal nun auch in Deutschland lanciert. Ziel ist es, mehr Transparenz zu schaffen, und zwar primär mit Hilfe von Arbeitgeberbewertungen als auch mit Gehaltsvergleichen. Beide Gebiete sind fest verwurzelt im Dschungel der Intransparenz.

Nachdem die Hausaufgaben eines Roll-outs, der Übersetzungen der Webseite und der dort angebotenen Inhalte, ging es direkt kopfüber hinein in den Deutschland-Start. Und wie zu erwarten war, schlug der Start gleich hohe Wellen, insbesondere in Form fundierte Kritik des Social-Media-Experten Stefan Scheller auf seinem Persoblogger.de Portal: „Glassdoor gefährdet Candidate Experience„.

Es dauerte nicht lange, bis die Glassdoor-Deutschland Chefin Sonja Perry tief Luft geholt hatte und nun im ausführlichen Interview bei HumanResourcesManager zu den aufgeworfenen Fragen Stellung nimmt.

 

„Wir verstehen uns als Karriere- und Job-Community“

Sonja Perry
Sonja Perry

Das Arbeitgeber-Bewertungsportal Glassdoor gibt es nun auch in Deutschland. Doch die Amerikaner wollen mehr sein als nur ein zweites Kununu. Produktmanagerin Sonja Perry darüber, was Glassdoor hierzulande erreichen will und wie sie mit erster Kritik umgegangen sind.

Frau Perry, seit Mitte Januar ist Glassdoor in Deutschland. Mit welcher Zielsetzung sind Sie in den deutschen Markt gegangen?
Wir wussten schon im Vorfeld, dass in Deutschland aber auch generell außerhalb der USA ein sehr großes Interesse besteht. Gut 25 Prozent unseres Traffics kamen schon vor dem Deutschland-Launch von außerhalb. Außerdem hatten wir schon rund 30.000 Inhalte, also Bewertungen, Vorstellungsgespräche, Gehälter und so weiter, die für deutsche Unternehmen eingestellt wurden. Die Nutzer hatten auf Englisch ihre Bewertungen abgegeben und wir haben diese dann ins Deutsche übersetzt. Wir hoffen jetzt, dass sich durch diese Basis immer mehr Nutzer für Glassdoor begeistern und so die Community befördern. Wir verstehen uns als Karriere- und Job-Community. Glassdoor hat insgesamt 27 Millionen Mitglieder und da entsteht oft organisches Wachstum. Das erwarten wir auch für Deutschland.

Der Startpool von Bewertungen, den Sie angesprochen hatten, betraf er dann amerikanische Niederlassungen deutscher Unternehmen oder die Standorte hierzulande?
Das betraf nur deutsche Standorte. Wir haben natürlich auch Bewertungen für Standorte in den USA, die stehen auch jetzt noch in Englisch auf der deutschen Seite zur Verfügung. Wenn sich ein deutscher Nutzer eine englische Bewertung anschauen möchte, dann kann er sie sich über ein Feature direkt mit dem Google-Translator übersetzen lassen. Das ist aber natürlich ein anderer Prozess, als der, mit dem wir die anderen Bewertungen übersetzt haben. Dafür hatten wir professionelle Übersetzer.

 

Lesen Sie hier das komplette Interview: http://www.humanresourcesmanager.de/ressorts/artikel/wir-verstehen-uns-als-karriere-und-job-community-12271

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.