Jugendmarketing als Mittel im Employer-Branding: Drei grundlegende Gedanken

picture_Osman_JakobVon Jakob Osman, Personalmarketing-Agentur Junges Herz

 

In vielen Branchen bleiben die Nachwuchskräfte aus. Unternehmen im Mittelstand droht Umsatzrückgang und sogar Auftragsablehnung, da einige Teilbereiche nicht mehr im eigenen Haus angeboten werden können. Die Gründe sind fehlendes Personal und die Möglichkeit qualifizierte Fachkräfte intern auszubilden. Dabei bietet das Jugendmarketing verschiedene Ansätze, um langfristig erfolgreich in der Nachwuchsgewinnung zu agieren. Wir teilen drei grundlegende Gedanken.

Was steckt hinter dem Begriff Jugendmarketing?

Werbung für Jugendliche genießt in der breiten Öffentlichkeit keinen guten Ruf. Zu oft werden dubiose Inhalte an Jugendliche und Kinder vermittelt. Vielleicht noch viel schlimmer sind die teilweise in rechtlichen Grauzonen befindlichen Abverkaufs-Maßnahmen, welche von einigen wenigen Unternehmen betrieben werden. Wenn die beworbenen Produkte dann auch noch ungesund oder gar gefährlich sind, ist der Skandal und Imageverlust vorprogrammiert.

Jugendwerbung besteht zum Glück nur zu geringen Anteilen aus diesen „schwarzen Schafen“ am Markt. Viele Unternehmen bemühen sich mit authentischen und sinnvollen Kampagnen um die Aufmerksamkeit der Heranwachsenden.

Im Employer-Branding bietet das Jugendmarketing enormes Potential und ermöglicht Ausbildungsbetrieben eine indirekte Kommunikation mit der Zielgruppe.

Was sind die Möglichkeiten für Unternehmen und welche Maßnahmen sind wirklich effektiv? Wir klären mit drei Grundgedanken zum Jugendmarketing auf.

 

#1 – Schule, Schule, Schule

Durchschnittlich knapp über acht Stunden sind Gymnasiasten der letzten Jahrgangsstufen täglich in der Schule. Dabei mischen sich heutzutage klassischer Schulunterricht mit freiwilligen Projekten, Kursen und außerschulischen Betreuungsangeboten. Auch der Bildungssektor hat vor vielen Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und bietet an vielen guten Schulen tolle Nachmittags-Angebote für Schüler.

Unternehmen sollten sich um Kontakte zu Schulen bemühen. Hier geht es vor allem um die Möglichkeiten der außerschulischen Betreuung. So sind zum Beispiel Kursangebote (Handwerk, Sport, Musik etc.) auch von externen Partnern nach dem Unterricht durchführbar. Wichtig dabei ist, dass die Unternehmen fachlich sehr gutes Personal zur Verfügung stellen und keine verkäuferischen Absichten haben.

Die Ausgestaltung jener Kurse ist dabei sehr flexibel möglich. Von konkreten Angeboten im Schulhaus bis hin zu Kursen im nahegelegenen Firmensitz ist vieles umsetzbar. Die gewonnen Kontakte lassen sich ausgezeichnet in Bewerbungen umwandeln.

 

#2 – Aktiv in der Stadt

Jugendmarketing versteht sich auch als Kommunikationsmittel zwischen den Generationen. In einer sich schnell entwickelten Welt suchen junge Menschen immer wieder nach Ankerpunkten im täglichen Leben. Dazu gehört auch die Freizeit innerhalb der Stadt und der Gemeinde. Unternehmen können sich aktiv an dieser Freizeitgestaltung beteiligen. In Form von Freizeitangeboten (z.B. oben genannte Kurse) oder in Form von einer aktiven Gestaltung des Stadtbildes.

So ist es durchaus üblich, wenn Unternehmen Skateparks aufbauen, Tickets für das Freizeitbad sponsern oder auch auf dem Firmengelände Beschäftigungsmöglichkeiten für lange Sommernachmittage anbieten.

Durch diese Maßnahmen erreichen die Unternehmen nicht nur eine hohe Anzahl von Jugendlichen, sondern vermitteln innerhalb der Stadt auch ein Signal für Verantwortungsbewusstsein. Eltern und Lehrer – letztlich die wichtigsten Multiplikatoren – werden dieses Verantwortungsbewusstsein positiv werten und im Rahmen einer beruflichen Empfehlung ihrer Kinder einfließen lassen.

 

# 3 – Überregional und sozial

Kleine Unternehmen mit einer langen Geschichte an einem Standort haben bei den ersten beiden Maßnahmen deutliche Vorteile. Die Unternehmen und handelnden Personen sind meist bekannt und selbst ansässig in der Stadt. Schulkontakte und Verhandlungen mit dem städtischen Personal fallen so deutlich leichter.

Aber auch für große Konzerne und überregionale Unternehmen bieten sich Möglichkeiten, um aktives Jugendmarketing zu betreiben. Eine dieser Möglichkeit trifft genau die Lebenswelt der Jugendlichen. Über soziale Netzwerke können Unternehmen Inhalte optimal an die Zielgruppen streuen. In Form von Hausaufgabenhilfen, Projektbeteiligungen, Lern-Videos oder auch als Interviewpartner für Schulveranstaltungen sind die Möglichkeiten fast grenzenlos. Firmen haben somit die Möglichkeit aktiv etwas für die junge Zielgruppe zu tun, ohne persönlich vor Ort sein zu müssen.

Wichtig bei solchen Maßnahmen ist jedoch die Authentizität des Unternehmens. Es sollte klar kommuniziert werden, warum man diese Hilfestellungen kostenfrei anbietet. Die Gewinnung von zukünftigen Auszubildenden über qualitativ hochwertige Bildungsangebote ist dabei ein legitimer Grund. Abstand sollten Unternehmen jedoch von der Vermengung verschiedener Inhalte nehmen. Jugendliche sind in den sozialen Netzwerken meist unglaublich fit und schnell. Unseriöse und gar unehrliche Angebote werden gnadenlos gefiltert und über die sozialen Netzwerke geteilt. Der Imageschaden wäre riesig.

 

Fazit

Jugendmarketing ist facettenreich und bietet großartige Chancen im Employer-Branding. Unternehmen haben die Möglichkeit sich in Form von verschiedenen Maßnahmen an die Jugendkultur anzunähern. Dabei spielt es eine große Rolle, dass diese Firmen keine verkäuferischen Absichten hegen. Authentische Hilfestellungen im Alltag finden bei jungen Erwachsenen großen Anklang und werden auf lange Sicht gute Bewerbungen generieren.

 

Über den Autor

Jakob Osman ist Agenturleiter der Employer-Branding Agentur Junges Herz. Die Employer-Branding Experten haben sich auf die Zielgruppe der Jugendlichen und Studenten spezialisiert. Sie entwickeln kreative Konzepte und wirkungsvolle Kampagnen für Unternehmen und Verbände.

 

 

2 Kommentare zu „Jugendmarketing als Mittel im Employer-Branding: Drei grundlegende Gedanken“

  1. Wer will heute noch zu den Banken?
    Lange Zeit waren sie Schwiegermutters Liebling – die Banker – und so etwas wie die Popstars des globalen Wirtschaftsleben – die Investmentbanker – doch nun? Nun ist alles anders!

    In der letzten Dekade aus Finanz-, Euro- und Staatsschuldenkrise und dem Flop der ein oder anderen „Volksaktie“, bzw. deren bulligem Bruder aus der New Economy, haben nicht nur die Glastürme in Frankfurt an ihrer Strahlkraft verloren. Auch das „Berufsbild Banker“ per se hat an Anziehungskraft auf die neue Generation von Uni-Absolventen und Azubis, ähnlich einem Börsencrash, an Marktwert eingebüßt. […]

    Quelle: https://www.bankingclub.de/news/view/wer-will-heute-noch-zu-den-banken

  2. Der Artikel trifft es gut. Unternehmen – gerade im Handwerk, gerade KMUs, müssen raus zu den potenziellen Bewerbern und was tun für ihr Image. Allerdings: Haben sie jahrelang Raubbau am Personal betrieben (schlechte Löhne, unbezahlte dauerhafte Überstunden, keine Wertschätzung, schlechtes Betriebsklima …) wird es dennoch schwierig.

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