Influencer Marketing: Personalmarketing profitiert von Multiplikatoren

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Jakob Osman

Von Jakob Osman

Das Influencer Marketing ist wohl einer der am schnellsten wachsenden Onlinemarketing-Disziplinen der letzten Jahre. Immer mehr Marketing-Entscheider setzen auf den Einfluss bekannter Persönlichkeiten. Gerade innerhalb der Produktwerbung nimmt dieser Trend ungeahnte Ausmaße an. Dabei ist Influencer Marketing weder neu noch eine absolute Trendwende. Bereits sehr Jahren nutzen Marken einflussreiche Persönlichkeiten für Produkte, Events und Kampagnen.

Immer mehr junge Menschen schauen Videos statt zu lesen oder Inhalte anderweitig zu konsumieren. Dabei gehen die Zahlen der Besucher von Plattformen wie YouTube oder Vimeo stetig nach oben. Junge Menschen zwischen 14 und 22 Jahren konsumieren im Durchschnitt täglich mehrere Stunden die neusten Videos. Dabei setzen sie mit verschiedenen Themen wie Sport, Spielen, Beauty und Lifestyle auseinander. Große Unternehmen haben diesen Trend natürlich schon lange erkannt und werben mit gezielten Produktplatzierungen um die junge Käuferschicht. Product-Placement ist jedoch nicht neu. Bereits seit den 80-Jahren werben Unternehmen in TV-Serien, Filmen, Sport-Events usw. mit ihren Marken. Weitaus früher nutzten Unternehmen bekannte Persönlichkeiten und Prominente für ihr Marketing.

 

Barak Obama bei einem LinkedIn Town Hall Meeting
Barak Obama bei einem LinkedIn Town Hall Meeting. Foto: Reuters/Jason Reed

Neu ist jedoch die Tatsache, dass eine unmittelbare Nähe zwischen der Zielgruppe und den Influencern besteht. YouTuber sind keine von der Musikindustrie gemachten Stars oder in Hollywood gezüchteten Sternchen. Es sind ganz normale Menschen (meist auch direkt aus der Zielgruppe), welche mit tollen, lustigen und kreativen Ideen Fans für sich begeistern können. Sie leben – genau wie ihre Fans – im Plattenbau, Altbau oder bei Mama und Papa und sind dadurch absolut authentisch.

 

Personalmarketing und Influencer Marketing

 

In der Personalwerbung werden diese Multiplikatoren bisher eher spärlich genutzt. Vereinzelt werben bekannte YouTuber schon einmal für Kampagnen oder gar für bestimmte Berufe. Dennoch fehlt es hier noch an kreativen Ansätzen und Ideen. Plumpe Werbeversprechen, wie sie im Employer Branding leider oft vorkommen, würden von der Zielgruppe eiskalt abgelehnt. Es bedarf einer angepassten Strategie mit einem wirklichen Mehrwert für den Zuschauer.

 

Denkbar sind zum Beispiel Aktionen bei denen die YouTuber das Unternehmen direkt kennenlernen, einen Tag mit den Azubis verbringen oder einfach mal selbst an Maschinen und Geräten arbeiten. Klar ist aber auch, dass man dadurch nicht das allgemeine Image einer Branche von heute auf morgen ändern kann. Dennoch lassen sich somit Ausbildungsplätze oder Studienplätze von einem gewissen Klischeedenken befreien. Und das würde vielen Branchen sehr helfen.

 

ResearchGate Angela Merkel Besuch
Für Mutti kein #Neuland: Angela Merkel besucht ResearchGate in Berlin. Foto Zimbio / Pool/Getty Images Europe)

Nicht nur YouTube

 

Oft wird vergessen, dass Influencer Marketing nicht nur aus YouTube besteht. Einfluss nehmen – besonders im Personalmarketing – auch scheinbar unbekannte Meinungsführer. Dazu gehören Blogs, Instagram-Influencer oder gar aufsteigende Sportler mit entsprechender Reichweite in den sozialen Netzwerken. Im kleinen Kreis sind auch Lehrer/innen Influencer.

 

Diese Bereiche werden oft noch kategorisch ausgeschlossen, da viele Personal-Entscheider den Mehrwert nicht erkennen. Gerade für sehr erklärungsbedürftige Berufe, Fachkräfte oder auch Studienplätze lassen sich spezialisierter Netzwerke deutlich effektiver nutzen.

 

Ausblick

 

Influencer Marketing wird in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Bereits heute sieht man schon große Film-Stars Produktwerbung ausschließlich über Social Media umsetzen. YouTube und andere Plattformen schließen dazu nur langsam aber sicher auf. Dennoch ist unklar, ob der Ruf der YouTube-Stars lange so positiv erhalten bleiben wird. Es mehren sich die Vorwürfe und Schleichwerbung und unerlaubte Werbeformate. Ein seriöser Einsatz dieser Influencer verspricht jedoch eine enorme Reichweite für fast jede Kampagne.

Autor: Jakob Osman, Agenturleiter

Personalmarketing-Agentur Junges Herz
Schandauer Str. 64
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Tel.: 0351 31 540 520
Fax: 0351 31 540 559
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2 Kommentare zu „Influencer Marketing: Personalmarketing profitiert von Multiplikatoren“

  1. Pingback: #LinkListe KW19 | 2016

  2. Ich finde das das Thema Influencer Marketing teilweise sehr „hoch“ beschrieben wird. Dabei vergisst man oft das der Friseur um die Ecke auch schon ein Influencer ist. Große Unterschiede würde ich auch im regionalen bzw. überregionalen Marketing sehen. Das regionale vor Ort tickt einfach etwas anders. Analysetools wie BuzzSumo oder Influma kann man vergessen. Lieber viele kleine, die irgendeine Emotionsebene abdecken (Blumen, Familie, Tiere, Fahrzeuge usw) als dieser Hype um irgendwelche Stars. Bei Produktverkauf über Shops ist das sicher anders.

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