Bologna-Reform: Wie erfolgreich war die Umstellung auf Bachelor und Master?

Philipp K. Seegers

Von Dr. Philipp K. Seegers, Geschäftsführer, candidate select GmbH

Im Jahr 1999 wurde in der norditalienischen Universitätsstadt Bologna eine Erklärung abgegeben: Die 29 unterzeichnenden Staaten verpflichteten sich der Absicht, ein verständliches und vergleichbares Hochschulsystem zu schaffen, um z.B. die Mobilität der Studierenden, etwa in Form von Auslandssemestern, zu fördern. Eine Grundsäule dieser Reform war es, vom einstufigen System mit Diplom- und Magisterabschluss auf ein zweistufiges System umzustellen, das im Grundstudium mit dem Bachelor- und im Aufbaustudium mit dem Mastergrad abschließt.

Zu hinterfragen, inwiefern dieses Ziel bis heute tatsächlich erreicht wurde, ist ein spannendes Unterfangen, das den Rahmen an dieser Stelle wohl sprengen würde. Denn nach wie vor kann von einer erfolgreich abgeschlossenen Umstellung nicht die Rede sein, während zusätzlich noch öffentliche Diskussionen darüber geführt werden, wie zum Beispiel die Zukunft des Staatsexamens aussehen sollte.

 

Was wir definitiv glauben: Die Umstellung von Diplom- und Magister- auf Bachelor- und Masterabschlüsse war ein sinnvoller erster Schritt, um Transparenz zu schaffen. Dennoch sind wir weit davon entfernt, einen einfachen Vergleich akademischer Leistungen zu ermöglichen. Innerhalb Deutschlands ist unklar, welche Leistungen sich hinter einer bestimmten Note an einer bestimmten Hochschule verbergen. Durch die langwierige Umstellung der Abschlüsse sehen sich Personaler heute mit einer Vielzahl von Zeugnissen konfrontiert, die entweder an staatlichen oder staatlich anerkannten Universitäten, an Fachhochschulen oder Hochschulen in privater oder kirchlicher Trägerschaft erworben wurden.

Hier den Überblick zu bekommen, hat sich CASE zur Aufgabe gemacht. Mit dem Anspruch, akademische Leistungen fair zu vergleichen, unterstützen wir unsere namhaften Kunden (z. B. Deutsche Post DHL Group, Evonik, MAHLE) dabei, aus den ausgewiesenen Studienleistungen die Informationen zu filtern, die aufschlussreich sind für die Entscheidung, ob es sich bei einem Bewerber um einen geeigneten Kandidaten handelt.

 

Über candidate select (CASE)

CASE macht Informationen, die sich aus akademischen Abschlusszeugnissen generieren lassen, für Recruiting und Personalauswahl nutzbar. CASE liegen hierzu über 220.000 Notenverteilungen sowie die psychologischen Profile von über 250.000 Studierenden vor. Basierend auf diesen Daten können akademische Leistungen eingeordnet, verglichen und Vorhersagen zu Bewerberleistungen getroffen werden. CASE arbeitet unter anderem mit der Deutsche Post DHL Group, Evonik Industries, Porsche und der Boston Consulting Group zusammen.

Unternehmen sowie auch Absolventen können auf der CASE-Plattform (www.case-score.de) Abschlüsse in Echtzeit einschätzen lassen.

Die candidate select GmbH ist eine Ausgründung der Universität Bonn mit Sitz in Köln. Die Entwicklung des Algorithmus wurde durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

 

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