Der Fehlzeiten-Report 2010 ist erschienen


Wettbewerbsvorteil Vielfalt / Beschäftigte mit Migrationshintergrund im Arbeitsalltag stärker belastet / Herausforderungen für die betriebliche Gesundheitsförderung

Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen    Instituts der AOK (WIdO).
Helmut Schröder

Berlin/Heidelberg.  Immer mehr Unternehmen in Deutschland stellen gezielt Menschen wegen ihres Migrationshintergrundes ein und nutzen deren sprachlichen und kulturellen Kenntnisse. Zugleich sind Beschäftigte mit ausländischen Wurzeln vergleichsweise größeren körperlichen Belastungen ausgesetzt, fühlen sich weniger von Vorgesetzten unterstützt und nicht integriert. Sie haben deshalb deutlich öfter gesundheitliche Beschwerden und sind häufiger krank. Das ist das Ergebnis einer im Fehlzeiten-Report 2010 vorgestellten Befragung in 500 Unternehmen.

Der Report, der gemeinsam vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und der Universität Bielefeld herausgegeben wird, zeigt exemplarisch, wie Unternehmen durch betriebliche Gesundheitsförderung Belastungen verringern, die durch unterschiedliche Lebens- und Arbeitsbedingungen entstehen. Zudem liefert der Fehlzeiten-Report 2010, erschienen bei Springer Medizin aktuelle Daten und Analysen zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft.

Krankheitsbedingte Fehltage

Die Zahl der Krankheitstage hat 2009 erneut leicht zugenommen. Laut Fehlzeiten-Report 2010 stieg der Krankenstand im Vergleich zu 2008 von 4,6 auf 4,8 Prozent. Im Durchschnitt dauerte eine Arbeitsunfähigkeit 17,3 Tage. Die Daten basieren auf den Fehlzeiten von 9,7 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen.

Ältere Arbeitnehmer sind laut Statistik weniger, aber dafür länger krank. Frauen sind häufiger, aber kürzer krank. Männer leiden vermehrt unter Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen, Frauen eher unter Atemwegserkrankungen und Depressionen. Die Fehlzeiten unterschieden sich weiter deutlich nach Branchen und Tätigkeiten.

Viele Arbeitsunfähigkeitstage weisen Straßenreiniger (28,8 Tage), Waldarbeiter (25,1 Tage) oder Helfer in der Krankenpflege (24,9 Tage) auf. Vergleichsweise wenige Fehlzeiten gibt es bei Hochschullehrern (4,9 Tage), Ingenieuren (6,3 Tage) oder Ärzten (7,1 Tage). Muskel- und Skeletterkrankungen waren auch 2009 für die meisten Krankheitstage verantwortlich (23 Prozent). In der WIdO-Statistik folgen Atemwegserkrankungen (14 Prozent), akute Verletzungen (12,3 Prozent) und psychische Erkrankungen (8,6 Prozent).

Psychische Erkrankungen

„In den letzten Jahren nehmen psychische Erkrankungen kontinuierlich zu“, erläutert Helmut Schröder, Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports und stellvertretender WIdO-Geschäftsführer. „Im Vergleich zu anderen Krankheiten sind sie aber häufig mit langen Ausfallzeiten verbunden. Bei einer Atemwegserkrankung fehlt ein Beschäftigter im Schnitt 6,5 Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage.“

Diese und weitere Ergebnisse zum Schwerpunktthema „Vielfalt managen: Gesundheit fördern – Potenziale nutzen“ wie auch aktuelle Daten und Analysen zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft finden sich im soeben erschienen Fehlzeiten-Report 2010. Badura/Schröder/Klose/Macco (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2010, Schwerpunktthema: Vielfalt managen: Gesundheit fördern – Potenziale nutzen 1. Auflage, 2010. Brosch. 491 S., 196 Abb. EURO 49,95 (inkl. 7% MwSt. in Deutschland); sFr 72,50 ISBN: 978-3-642-12897-4 Kontakt WiDO | Katrin Macco | katrin.macco@wido.bv.aok.de | Tel.: 030/34646-2576

Pressekontakt
Uschi Kidane | Springer Medizin | Tel. 06221 487-8166 | uschi.kidane@springer.com

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