Digitalisierung

Digitalisierung der Pflege: Mehr politisches Engagement erwünscht

  • Bürger fordern Anerkennung von mehr digitalen Hilfsmitteln durch die Kassen
  • Zwei Drittel sind für vorrangige Versorgung von Altenheimen mit Breitbandanschlüssen

Damit es mit der Digitalisierung in der Pflege vorangeht, wünscht sich die große Mehrheit der Menschen in Deutschland mehr politisches Engagement. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen ab 18 Jahren. So stimmen 86 Prozent der befragten Bürger dafür, dass Krankenkassen vermehrt digitale Anwendungen wie zum Beispiel Sensoren, die das morgendliche Aufstehen registrieren, für die Pflege als Hilfsmittel anerkennen und erstatten sollen.

Julia Hagen

Künstliche Intelligenz im Recruiting: Brauchen wir eine TÜV-Plakette?

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Wenn man dem Hype um die Künstliche Intelligenz glauben darf, könnte sie schon alsbald das Allheilmittel für die jahrzehntealte Nemesis im Recruiting gelten: Beschleunigung des Bewerbungsprozesses, Vermeidung von Vorurteilen und Diskriminierung, konsistente Auswahl von Bewerbern ohne lange Umwege. Doch das romantische Zeitalter von künstlicher Intelligenz im Recruiting geht bald zu Ende und weicht einer kritischen Betrachtungsweise. Ein Realitätscheck ist notwendig.

Es geht um die Analyse von Bewerberdaten, die mit Big Data, Machine Learning, Bias, ChatBots, AGG oder Social Media Background Check nur andeutungsweise umschrieben wird. Am Ende des Prozesses steht eine Entscheidung: Wird der Bewerber zum Jobinterview eingeladen, oder nicht? Eine brutale Weichenstellung mit möglichen gravierenden Auswirkungen auf den weiteren Karriereweg von Aspiranten oder eine Brot-und-Butter-Frage der normal sterblichen Arbeitsmarktteilnehmer.

Methodik der Bewertung

Müssen wir ab heute im Recruiting alles digitalisieren?

Technik über alles, hier ein Tool, da eine App, ein bisschen KI und dann noch Blockchain – und das Recruiting läuft praktisch von selbst? Nun, ganz so einfach ist es nicht. Denn Technik löst nicht die strukturellen Recruiting-Probleme eines Unternehmens, sondern kann die administrativen HR-Prozesse unterstützen und damit einen enormen Zugewinn inklusive Zeitersparnis mit sich bringen.

82.000 freie Jobs: IT-Fachkräftemangel spitzt sich zu

  • Zahl offener Stellen steigt 2018 deutlich um 49 Prozent
  • IT-Jobs bleiben im Schnitt fünf Monate vakant
  • Sechs von zehn Unternehmen erwarten künftig weitere Verschärfung

Der Mangel an IT-Fachkräften hat einen neuen Höchststand erreicht. In Deutschland gibt es derzeit 82.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Das entspricht einem deutlichen Anstieg um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2017 waren 55.000 Stellen vakant.

Grafik

Die Sirenengesänge der Digitalisierung: Wo bleibt Odysseus 2.0?

Gerhard Kenk

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Die Stimmungen schwanken zwischen Euphorie und Zukunftsangst. Es geht um die diffuse, dubiose Digitalisierung, die an allen Ecken und Enden der Medienlandschaft Hochkonjunktur hat. Die Politik hat sich das Thema unter den Nagel gerissen und stellt die Digitalisierung als einen wahrhaftigen Kreuzzug dar, denn der Untergang des Abendlandes ist in Gefahr. Vernarrte Medien springen auf den Zug der Aufmerksamkeitsökonomie. Das breite Publikum ist gleichgültig, wenn denn nicht die Sache mit der Angst um den Job wäre.

Google Trends zeigt die zunehmende Suche nach dem Begriff „Digitalisierung“ in Deutschland.

Worum geht es denn eigentlich?

Digital-Gipfel 2018: Welche DAX-Unternehmen in Digitalisierung investieren – und wo noch Bedarf ist

„Den digitalen Wandel gemeinsam gestalten“: Das ist das Motto des Digital-Gipfels, zu dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 3. und 4. Dezember in Nürnberg rund 1.000 Digitalisierungsexperten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erwartet. Doch schon längst steht fest: Um diesen Wandel erfolgreich zu gestalten, benötigen Deutschlands Unternehmen dringend IT-Experten. Die Online-Jobplattform StepStone hat anlässlich des Digital-Gipfels der Bundesregierung ausgewertet, wie viele ausgeschriebene Stellen der im DAX gelisteten Unternehmen sich zwischen Januar 2018 und Ende September an IT-Spezialisten richteten.*

Deutsche Wirtschaft zögert bei der Blockchain

  • Mehrheit sieht großes Potenzial für Handelsplattformen und Datensicherung
  • 9 von 10 diskutieren aber aktuell nicht einmal über Einsatz der Technologie
  • Unternehmen beklagen fehlende Use Cases und Mangel an Blockchain-Experten

Die deutsche Wirtschaft sieht große Chancen in der Blockchain, zögert aber noch, die Technologie im eigenen Unternehmen einzusetzen. Vor allem fehlende Anwendungsfälle, der Mangel an Blockchain-Experten sowie rechtliche Unsicherheiten werden dabei als Herausforderungen gesehen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die heute im Vorfeld des Digital-Gipfels der Bundesregierung vorgestellt wurde. „Rund um die Blockchain gibt es weltweit viele Pilotprojekte, die die Möglichkeiten der Technologie erahnen lassen – aber noch wenig Vorzeigbares oder Alltagstaugliches. Wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen, kann Deutschland bei der Entwicklung von Blockchain-Lösungen ganz vorne dabei sein“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Achim Berg, BITKOM

Künstliche Intelligenz: Weiter Weg an die Spitze

Deutschland soll bei Künstlicher Intelligenz (KI) zu einem weltweit führenden Standort werden. So will es die Bundesregierung, die in dieser Woche ihre KI-Strategie vorstellt. Doch wenn Deutschland bei Forschung, Entwicklung und Anwendung rund um KI vorne mitspielen will, müssen Bund und Länder mehr Geld in die Hand nehmen und sich vor allem besser koordinieren.

Studie „Digitale Arbeitswelt“: HR-Experten sehen Handlungsbedarf bei Veränderungsbereitschaft und Flexibilität

  • Neuer Bildungskanon für berufliche Aus- und Weiterbildung: Fachwissen, IT-Wissen und stärkerer Fokus auf persönliche und soziale Kompetenzen
  • Digitale Lernangebote: Eingesetzte Formate bilden aktuellen Kompetenzbedarf nicht ab
  • Etwa die Hälfte der befragten HR-Manager sieht Kompetenzbedarf im Bereich Veränderungsbedarf/Flexibilität eher nicht gedeckt
    Gemeinsame Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Consult) und des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM) mit fast 700 HR-Experten aus Deutschland

Mangelnde Flexibilität droht zum Fachkräftemangel des Digital-Zeitalters zu werden, das Potential digitaler Lernangebote für die Aus- und Weiterbildung wird nicht ausgeschöpft und insbesondere die Geringqualifizierten auf dem Arbeitsmarkt geraten in Zukunft immer stärker unter Druck. Das sind die Hauptergebnisse der Studie „Anforderungen der digitalen Arbeitswelt“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Consult (IW Consult) im Auftrag des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM). Sie untersucht, wie Weiterbildung und digitale Bildung für den Arbeitsmarkt der Zukunft aussehen und wie sich der Bedarf an Qualifikationen und Kompetenzen dabei verändert.

Intelligente Bots übernehmen den Kundendialog

Autor: Heinrich Welter (Vice President Sales und General Manager DACH bei Genesys Telecommunications Laboratories) / Redaktion marconomy

Der Kundendialog der Zukunft wird ein Dialog zwischen intelligenten Systemen sein. Dies ist die zentrale Aussage einer Studie zum Kundendialog 2025. Wie Unternehmen die Studienergebnisse für sich nutzen und neue Strategien umsetzen können.

Ein zentraler Treiber für die Entwicklung des Kundendialogs ist die Erwartungshaltung der Kunden. Die Autoren haben herausgefunden, dass Kunden künftig im Dialog mit Unternehmen maximale Individualisierung bei für sie minimalem Aufwand erwarten. Weiterhin wird das Kommunikationsverhalten stärker von individuellen und situativen Entscheidungen geprägt. Zudem erwarten Kunden ein hohes Maß an Individualität, Menschlichkeit, Einfachheit, Geschwindigkeit und Automatisierung. Das alles zeigt die Studie, die die Zukunftsforscher von 2b AHEAD gemeinsam mit IBM und Genesys mittels Expertenbefragungen durchgeführt haben.