Akademiker

Ein Studium macht nicht unbedingt glücklicher

Vergleichsstudie zeigt Blick von Nicht-Akademikern und Akademikern auf Arbeit und Beruf

Wolfgang Weber

Immer mehr Menschen entscheiden sich nach der Schule für ein Studium. Die Unis werden voller, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt – Fachkräfteengpässe sind die Folge. Doch zahlt sich ein Studium wirklich in mehr Lebensglück aus? Eine aktuelle Studie des Stellenmarkts meinestadt.de vergleicht die Sichtweisen von Akademikern und Nicht-Akademikern: Wer fühlt sich besser auf den Job vorbereitet, wer ist mit der eigenen Arbeit glücklicher? Wer bereut seinen Berufsweg? Und welche Faktoren beeinflussen die Wahl von Ausbildung und Studium? Das Marktforschungsinstitut respondi hat dazu insgesamt 2.068 Studienteilnehmer aus beiden Gruppen befragt.

Auch Ungelernte profitieren von guter Konjunktur – trotzdem sind sie oft arbeitslos

Die Arbeitslosenquote von Ungelernten ist im letzten Jahr gesunken. Doch das Risiko der Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zu Ausgebildeten fünfmal so hoch. Zwischen den Regionen gibt es enorme Unterschiede.

Von der sehr guten Arbeitsmarktentwicklung 2017 haben auch Arbeitslose profitiert, die keine Berufsausbildung vorweisen können. Nach neuesten Angaben der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat deren Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2016 um 1,3 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent abgenommen. Nach wie vor ist aber das Risiko von Ungelernten, arbeitslos zu sein, erheblich größer als von ausgebildeten Erwerbspersonen.

Jobsuche & Karriere: Die sieben Trends des Jahres 2017

Dr. Sebastian Dettmers

2017 war ein gutes Jahr für Jobsuchende: Die deutsche Wirtschaft boomt, viele Unternehmen suchen qualifiziertes Personal. Für Fachkräfte bedeutet die gute Lage am Arbeitsmarkt vor allem eins: eine bessere Verhandlungsposition, wenn es um Jobsuche und Karriere geht. Die Trends des Jahres 2017 im Einzelnen:

 

Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei Facharbeitern

Holger Schäfer
Holger Schäfer

Holger Schäfer, IW Institut Köln

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege.

Meister, Techniker und Akademiker haben besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

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Doris Söhnlein, IAB

Akademiker sind weiterhin selten von Arbeitslosigkeit betroffen: Ihre Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt 2013 bei 2,5 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote von Personen mit beruflicher Qualifikation war 2013 mit 5,1 Prozent vergleichsweise niedrig. Unter den Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung nahmen Techniker und Meister eine besondere Rolle ein: Sie waren im Schnitt weniger häufig erwerbslos als Akademiker. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Arbeitslosigkeit unter Akademikern am geringsten

Prof. Dr. Enzo Weber, IAB

Die Situation der Hochschulabsolventen am Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. Ihre Arbeitslosenquote sank von 3,5 Prozent im Jahr 2006 auf 2,4 Prozent im Jahr 2011. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch die Arbeitslosenquote von Personen mit einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung ging zurück: von 8,5 Prozent im Jahr 2006 auf 5,1 Prozent im Jahr 2011.

alma mater Gehaltssudie 2010: Einstiegsgehälter von Akademikern liegen trotz Krise bei fast 40.000 € pro Jahr

Jürgen Bühler, Geschäftsführer alma mater
Jürgen Bühler, Geschäftsführer alma mater

Stuttgart – Die fast 1.000 teilnehmenden Unternehmen der sechsten Auflage der alma mater Gehaltsstudie zeigen sich trotz Krise optimistisch: Insgesamt 77 % beabsichtigen, dieses Jahr Hochschulabsolventen einzustellen.

Das durchschnittlich gezahlte Gehalt für akademische Nachwuchskräfte liegt trotz Krise noch immer bei 39.339 € brutto jährlich. Die Einstiegschancen von Hochschulabsolventen scheinen sich somit wieder zu verbessern und Spitzengehälter sind nach wie vor möglich.