Arbeitslosenstatistik

Qualität der Datenerhebung in den Jobcentern: Bundesagentur nimmt Hinweise des Bundesrechnungshofs auf

Was hat der Bundesrechnungshof geprüft?

Der Bundesrechnungshof (BRH) hat in seinem vorläufigen Bericht geprüft, ob die Daten, die unter anderem zur Erhebung der Arbeitslosigkeit in den Jobcentern erfasst werden, korrekt sind. Ihm sind dabei Mängel aufgefallen.
Der Bundesrechnungshof stellt etwa fest, dass „Arbeitslose“ teilweise als „Arbeitsuchende“ gekennzeichnet waren oder umgekehrt. Oder es wurden Kunden, die während Integrationskursen oder Eingliederungsmaßnahmen als „arbeitsuchend“ erfasst waren, nach Ende der Maßnahme zunächst nicht wieder in den Status „arbeitslos“ zurückgesetzt.

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Hintergrund: „integrierte“ Dauer der Arbeitslosigkeit

Nürnberg. Die im März 2011 erfolgte Umstellung auf eine integrierte statistische Datenbasis für die Arbeitslosen-Statistik kann nun auch für die Ermittlung der Dauer der Arbeitslosigkeit genutzt werden. Die Dauer der Arbeitslosigkeit lässt sich nun genauer abbilden: Die Verzerrungen durch Trägerwechsel, Datenlieferausfälle und verspätete Arbeitslosmeldungen werden minimiert und die bisherige Unterzeichnung der statistischen Dauer durch die unzureichende Datengrundlage wird aufgehoben.

Kein Messwerte-Gau wie in Fukushima: Arbeitsagentur erläutert Revision der Statistik zu Arbeitslosen und Arbeitsuchenden

Nürnberg. Aufgrund verbesserter Auswertungsverfahren in der Statistik revidiert die Bundesagentur für Arbeit (BA) zum 31. März 2011 die amtlichen Ergebnisse der Arbeitslosen-Statistik rückwirkend ab Januar 2007.

Die Korrekturen sind gering. Bisherige Interpretationen oder Bewertungen der Arbeitslosigkeit und der Arbeitsmarktentwicklung bleiben gültig und müssen nicht geändert oder angepasst werden. Für das Jahr 2007 fallen die Anpassungen größer aus als für das aktuelle Kalenderjahr. Das bedeutet zum Beispiel für den Bestand an Arbeitslosen bundesweit einen Rückgang zwischen 23.200 (-0,5 Prozent) im Januar 2007 und 4.400 (-0,1Prozent) im Februar 2011. Die Arbeitslosenquote für Deutschland bleibt überwiegend konstant, rundungsbedingt verringert sie sich in einigen Berichtsmonaten um 0,1 Prozentpunkt.

Die deutsche Arbeitslosenstatistik ist seit Hartz IV transparenter als in anderen Ländern

Regina Konle-Seidl, IAB
Regina Konle-Seidl, IAB

„Die deutsche Arbeitslosenstatistik ist seit Hartz IV transparenter als in den meisten anderen Ländern“, lautet das Fazit einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Aus der Studie geht hervor, dass gerade in den als arbeitsmarktpolitisch erfolgreich geltenden Ländern Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden die offizielle Arbeitslosigkeit wesentlich enger abgegrenzt wird und die Arbeitslosenzahlen folglich kleiner gerechnet werden als hierzulande.