Aufsichtsrat

Ein Jahr Frauenquote: Weiterhin 19 neue Aufsichtsrätinnen für Familienunternehmen gesucht

Monika Berane
Monika Berane

Analyse: Umsetzung der Geschlechterquote in Familienunternehmen

Familienunternehmen, die börsennotiert und voll mitbestimmt sind, stehen angesichts der seit dem 1. Januar 2016 geltenden fixen Geschlechterquote weiterhin vor personellen Herausforderungen: Fehlten vor einem Jahr insgesamt noch 33 weibliche Aufsichtsräte, sind heute in den betroffenen Familienunternehmen immer noch  19 Aufsichtsratspositionen weiblich zu besetzen,  um den gesetzlich geforderten Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten zu erreichen. Das ergab eine aktuelle Analyse der Personal- und Managementberatung Kienbaum.

Aufsichtsratsvorsitzende des DAX160 akzeptieren verschärfte Haftung und plädieren für den gleichen Qualitätsstandard in öffentlichen Unternehmen

Dr. Jürgen Kunz, Kienbaum
Dr. Jürgen Kunz, Kienbaum

Gummersbach. 78 Prozent der Aufsichtsratsvorsitzenden im DAX160 stimmen den heutigen verschärften Überwachungspflichten für Aufsichtsräte durch die Rechtsprechung in Unternehmenskrisen sowie den erhöhten Sorgfaltspflichten für Experten im Aufsichtsrat (55 Prozent) zu. Aber: Noch bedeutsamer sind für die Chefkontrolleure scheinbar die Maßnahmen zur Haftungsvermeidung im Vorfeld. Hier hat ein deutliches Umdenken bei der Auswahl kompetenter Aufsichtsräte stattgefunden.

Mehr Frauen und stärkerer Dialog mit den Aktionären: Deutsche Aufsichtsräte werden bunter und transparenter

Dr. Jürgen Kunz, Kienbaum

Gummersbach. Die Bundesarbeitsministerin hat in den vergangenen Tagen das Szenario einer gesetzlichen Frauenquote von mindestens 25 Prozent für operative Führungskräfte in deutschen Unternehmen skizziert. Auf der Ebene des Aufsichtsrats in börsennotierten Unternehmen werden die Vorgaben des Corporate Governance Kodex mit Blick auf Diversity und eine stärkere Beteiligung von Frauen bereits umgesetzt. Für 38 Prozent der DAX 160-Unternehmen ist klar, dass sie der neuen Empfehlung entsprechen werden.

Vielfalt im Aufsichtsrat: Mehr Frauen ins Kontrollgremium

Jochen Kienbaum

Düsseldorf/Gummersbach. Die Aufsichtsräte deutscher Unternehmen begrüßen die Forderung des Deutschen Corporate Governance Kodex nach einer stärkeren Einbeziehung von Frauen in die Kontrollgremien unter dem Stichwort Diversity (Deutscher Corporate Governance Kodex, Paragraph 5.4.1.). 57 Prozent der Aufsichtsräte erwarten solch ein erweitertes Erfahrungsspektrum im Gremium, 28 Prozent einen höheren Grad der Professionalisierung. 38 Prozent sehen in dem Trend eine Erfüllung regulatorischer Vorgaben und immerhin rund ein Fünftel erwartet keinen spürbaren Nutzen, wenn mehr Frauen in Aufsichtsräten vertreten sind.