Bildungsreform

Pfusch am (Bildungs-)Bau: Alte Ziele werden nicht mehr erreicht – neue noch nicht

Martina Bischof

11.3.2009 (ghk). Wer als Fußgänger sich gemächlich von der Schlossallee dem Hauptgebäude von Schloss Bensberg nähert, dem kann es eigentlich nicht entgehen, mit welcher Harmonie und Qualität die Architekten  einer vergangenen Epoche ihre Bauwerke geschaffen hatten. Der Anblick des Schlossgartens und der Fassade der Haupt- und Nebengebäude lassen sichtbar werden, dass weder beim Schlossbau vor fast genau 300 Jahren noch heute bei der Instandhaltung Pfusch und Schlamperei einen Einfluss hatten.  Bei aktuellen Tiefbauprojekten in der Kölner Innenstadt kann man nicht unbedingt – so die aktuelle Wahrnehmung – von einem solchen Qualitätsdenken ausgehen.

Auch Reformen des Bildungswesens müssen konzipiert, gebaut und in Stand gehalten werden, die Ergebnisse sind allerdings recht weit entfernt von einem Qualitätsstand, den die Baumeister früherer Epochen scheinbar mit Leichtigkeit verwirklichten. Dieser Mangel wird offensichtlich bei dem europäischen Umbauprojekt des akademischen Bildungswesens. So war es nur konsequent, dass im Rahmen des vierten Recruiting Convents auch das Thema „Bologna“ auf der Agenda stand und von Personalern kritisch gewürdigt wurde.