Diskriminierung

Der Absturz des Uberfliegers: Gründer-CEO Kalanick wird geschasst

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide.

Unternehmenskultur in der Praxis

Travis Kalanick, Chief Executive Officer von Uber, dem Personenbeförderungsservice-Unternehmen, welches er 2009 gründete und in einen Transport-Koloss entwickelte, ist von seinem Job als CEO zurückgetreten. Eine Aktionärs-Revolte ließ Kalanick keine andere Wahl. Fünf wichtige Investoren trafen sich und forderten Kalanicks sofortigen Rücktritt. Im Mittelpunkt der Kontroverse standen nicht etwa die Geschäftsergebnisse oder die rechtlichen Auseinandersetzungen in einigen Ländern, in denen Uber seinen disruptiven Taxi-Service anbot, sondern die problematische Unternehmenskultur des Internet-Konzerns.

Travis Kalanick
Travis Kalanick

„Karriere“ spielt als Begriff keine Rolle

Dominik Faber
Dominik Faber

softgarden-Umfrage widmet sich Bewerbervorstellungen vom „guten Job“

Für einen großen Teil der Bewerber (91 %) hängt ein „gutes Leben“ davon ab, ob sie es schaffen, einen „guten Job“ zu ergattern. Die von Arbeitgebern gern bemühte Aussicht auf „Karriere“ spielt für die meisten dabei kaum eine Rolle. Das sind Ergebnisse einer aktuellen softgarden-Umfrage, an der 2.390 Bewerber teilgenommen haben.In Freitextfeldern hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ungestützt Faktoren für einen „guten Job“ zu nennen. In den über 6.000 Einträgen wurden am häufigsten „Geld“ und „Klima“ genannt. Das ist insofern von Bedeutung, als sich die Kommunikation der Arbeitgeber in erster Linie um den Begriff „Karriere“ dreht: Es gibt „Karrierewebsites“, „Karriereveranstaltungen“, Karrieremessen“ etc. Das entspricht offensichtlich weder dem Sprachgebrauch noch dem Mindset der Bewerberinnen und Bewerber: Der Begriff fiel in den über 6.000 Einträgen nur rund 30 Mal.

Ossi!

Go East! Ossi-Kopfarbeiter aus dem Westen
Go East! Ossi-Kopfarbeiter aus dem Westen

Berlin. Zeigt Ihr Kennzeichen MOL oder DD oder gar L? Dann kann eine leichtfertige Etikettierung als Ossi Sie beleidigen. Oder Sie heften sich den Ost-Ausweis als Auszeichnung an Ihr Muskel-Shirt. Oder aber Sie verfluchen das Wort als einen weiteren Beleg für die nicht mehr zu stoppende Verkindlichung der öffentlichen Rede. (Sie können schließlich nicht andauernd Wowi, Horsti, Gysi, Tschüssi sagen, ohne auch so zu denken.)

Egal wie Sie zur sprachlich verhunzten Etikettierung Ihrer Herkunft stehen: Wenn Sie als Stellenbewerber abgelehnt werden und entdecken, dass der Rekrutierer an den Rand Ihres Lebenslaufs Ossi! gekrakelt hat, werden Gefühle in Ihnen erwachen, die Sie vorsichtshalber keinem Mitglied ihrer lokalen Friedensbewegung schildern.