e-Government

E-Government muss bürgerfreundlicher werden

  • Dr. Bernhard Rohleder
    Dr. Bernhard Rohleder

    Start-up vermittelt Termine und zeigt Berliner Verwaltung, wie einfach Service geht

  • Bitkom fordert mehr Tempo beim Ausbau von Online-Behördengängen

Wer sich aktuell in Berlin ummelden möchte und dazu online einen Termin machen will, hat ein Problem: Frühestens am 24. September hat jemand auf einem Bürgeramt Zeit für ihn – obwohl die Ummeldung gesetzlich binnen zwei Wochen vorgeschrieben ist. Ein findiges Start-up hat daraus eine Geschäftsidee gemacht und sucht automatisiert auf der Website der Bürgerämter nach kurzfristig freiwerdenden Terminen und vermittelt diese an seine Kunden gegen eine Gebühr.

E-Government in Unternehmen: Deutschland weit hinten

  • Dieter Kempf, BITKOM
    Prof. Dr. Dieter Kempf

    17 Prozent der Unternehmen ohne Online-Kommunikation mit Behörden

  • BITKOM fordert gesetzliche Verankerung für digitalen Datenaustausch

Deutsche Unternehmen liegen bei der Nutzung von E-Government-Angeboten weit hinten. 83 Prozent aller Firmen haben 2013 per Internet Daten und Informationen mit staatlichen Stellen ausgetauscht. 2010 waren es erst 67 Prozent. Trotz dieser Steigerung befindet sich Deutschland damit auf dem Stand von Ländern wie Griechenland, Ungarn oder Bulgarien.

E-Government-Nutzung stagniert seit Jahren

Dieter Kempf, BITKOM
Prof. Dr. Dieter Kempf
  • Nur jeder zweite Bundesbürger nutzt Internetangebote staatlicher Stellen
  • In Dänemark sind es 85 Prozent
  • E-Government-Gesetz kann viele Gänge zum Amt überflüssig machen

Berlin. Das Angebot digitaler Bürgerdienste ist umfangreicher und besser geworden, dennoch stagniert in Deutschland deren Nutzung. Im Jahr 2013 luden sich 49 Prozent aller Bundesbürger über das Internet amtliche Formulare herunter, schickten Anträge an Behörden oder baten um Auskunft. Das sind nicht mehr und nicht weniger als 2009. E-Government tritt damit trotz des verbesserten Angebots seit vier Jahren auf der Stelle.

Öffentliche Verwaltung speckt mit Hilfe privater Dienstleister ab

Peter Krolle

Die E-Government-Angebote7 der öffentlichen Verwaltungen sollen besser werden und weniger kosten. Um diese Ziele zu erreichen, setzen 90 Prozent der Entscheider verstärkt auf Expertise privater Unternehmen. Geplant sind bevorzugt Projektpartnerschaften sowie der Einkauf technischer Dienstleistungen von externen IT-Spezialisten. Das sind die Ergebnisse der Studie „Branchenkompass 2012 Public Services“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

 

Viele Deutsche kennen E-Government-Angebote nicht: Sparpotenziale bleiben weiter ungenutzt

Christian Mohser
Christian Mohser

Hamburg. Nur jedem dritten deutschen Internetnutzer ist bekannt, dass öffentliche Verwaltungen Formulare online bereitstellen. Dass bestimmte Behördengänge sogar komplett elektronisch möglich sind, wissen laut aktuellem „(N)Onliner Atlas 2010“ noch weniger Bürger. Kein Wunder also, dass die Dienste derzeit selten genutzt und Einsparpotenziale damit nicht ausgeschöpft werden. Dabei sind allein bei einzelnen elektronischen Antragsprozessen Kostensenkungen von mehreren Millionen Euro möglich.