Hans-Werner Sinn

Die Maschinerie des Wahnsinns in Absurdistan: Nach der DSGVO kommt das EU-Leistungsschutzrecht als Internet-Zensur

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Noch immer verzweifeln mittelständische Unternehmen und kleine Webseiten-Betreiber an der Absurdität der DSGVO – und schon biegt das nächste Digital-Monster um die Ecke. Wenn das geplante EU-Leistungsschutzrecht kommt, geht die Netzfreiheit – so der Tenor eines Artikels bei T3N. Der Abschied von der Informationsfreiheit wird ab dem 20. Juni durch die EU-Abgeordneten entschieden, wenn sie über die neue Urheberrechtsreform entscheiden. Was im Bürokratie-Sprech so ziemlich harmlos klingt, hat es wirklich in sich. Außer der Verlegerlobby profitiert niemand von dieser Entwicklung.

Entfesselung von Bürokratie (Foto: mobbible.org)

Der Schwarze Juni

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn
Prof. Dr. Hans-Werner Sinn

Die Welt scheint allerorten aus den Fugen. So auch auf dem alten Kontinent. Erst das Euro-Desaster, dann falsche EZB-Politik, Flüchtlingswelle und Brexit: Scheitert Europa?

Die Brexit-Abstimmung der Briten, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank und die Flüchtlingskrise haben den früheren ifo-Chef Hans-Werner Sinn aufgewühlt. Er schreibt daher an einem neuen Buch mit dem Titel „Der Schwarze Juni“. Es wird schon im Oktober zur Frankfurter Buchmesse im Herder-Verlag erscheinen.

Sinns letzte Arbeitswoche am ifo beginnt

Hans-Werner Sinn hat seine letzte Arbeitswoche als Präsident des ifo Instituts begonnen. Am Donnerstag, 31. März scheidet er nach 17 Jahren an der Spitze des Forschungsinstituts aus. „Ich fühle mich wie ein Wanderer, der an der Herberge angekommen ist und seinen Rucksack abstellt“, sagte Sinn am Dienstag in München. „Und ich freue mich auf ein lebenslanges Freisemester, in dem ich forschen kann, wie’s mir grad gefällt.“ Sinn behält ein kleines Büro am ifo. Über seinen Nachfolger Clemens Fuest sagte er: „Ich kann mir niemanden vorstellen, der besser auf diese Stelle passen würde. Ich bin sehr froh, dass wir ihn gewonnen haben. Clemens ist ein hervorragender und äußerst erfolgreicher Volkswirt, der in den besten Fachzeitschriften publiziert hat. Als Finanzwissenschaftler verfügt er über das nötige Überblickswissen über alle Teilgebiete der Volkswirtschaftslehre.“

Hans Werner Sinn, Clemens Fuest, ifo (Quelle: Romy Vinogradova, ifo)
Hans-Werner Sinn, Clemens Fuest, ifo (Quelle: Romy Vinogradova, ifo)

Bittere Erkenntnis: Ostdeutschland hängt wirtschaftlich weiter zurück

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn
Prof. Dr. Hans-Werner Sinn

München – Auch ein Vierteljahrhundertnach dem Mauerfall hängt Ostdeutschland wirtschaftlich hinter dem Westen zurück. Der Abstand zwischen Ost und West bleibt seit Jahren praktisch konstant, von einem Aufholen auf Westniveau ist kaum eine Spur. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt auf dem Gebiet der DDR bei 66 Prozent der ehemaligen Bundesrepublik einschließlich Westberlins. Die angestrebte „Angleichung der Lebensverhältnisse“ hat Deutschland nicht geschafft. Von 1995 bis 2013 wuchs die Wirtschaft der Ex-DDR zwar um 20 Prozent, der ehemaligen Bundesrepublik aber um 27 Prozent. Das ergibt sich aus Daten, die das ifo Institut berechnet hat. Es ist zu befürchten, dass weite Teile Ostdeutschlands auch künftig zu den strukturschwachen Regionen gehören werden.

Berufswahl: Tellerwäscher oder Millionär? Thomas Pikettys Weltformel

Thomas Piketty
Thomas Piketty

von Hans-Werner Sinn

Thomas Pikettys Weltformel*

Thomas Piketty hat mit seinem Buch über Verteilungsfragen den Nerv der Amerikaner getroffen. Das Buch erinnert an Karl Marx, Piketty hat einen ähnlich emotionalen Schreibstil, und er benutzt eine ähnliche Theorie.

Deutschlands Trend zur Basarökonomie ungebrochen

Gabriel Feldermayr

München – Mit der fortschreitenden Verflechtung der Weltwirtschaft wächst auch der Grad der internationalen Arbeitsteilung, die mit strukturellen Anpassungen in den Volkswirtschaften verbunden ist. Wie entwickelte sich vor diesem Hintergrund der Außenhandel Deutschlands in den vergangenen Jahren? Das ifo Institut ermittelte nun, dass der ausländische Wertschöpfungsanteil in deutschen Exporten im Verlauf der vergangenen Jahre deutlich stieg. Insbesondere Vorleistungen aus China und den Mittel- und Osteuropäischen Ländern gewinnen für deutsche Exporte weiter an Bedeutung.

ifo Wirtschaftsklima im Euroraum eingetrübt

Vorab-Ergebnisse des Ifo World Economic Survey (WES) vom 3. Quartal 2012 in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC)

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn

Der ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist nach zwei Anstiegen in Folge im dritten Quartal 2012 wieder gesunken. Er liegt damit deutlicher als bisher unter seinem langfristigen Durchschnittswert. Sowohl die aktuelle Lagebeurteilung als auch die Erwartungen sind schlechter ausgefallen als im zweiten Quartal. Es wird nicht mehr damit gerechnet, dass sich die Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten erholt. Die wieder aufflammende Schuldenkrise setzt der Konjunktur im Euroraum zu.

Stabiler Euro und Haushaltsdisziplin schaffen Voraussetzungen für stabilen Arbeitsmarkt: Erklärung zur Nachfolgeregelung für die Rettungspakete

Autoren:
Clemens Fuest, Universität Oxford
Wolfgang Franz, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ZEW Mannheim
Martin Hellwig, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn
Hans-Werner Sinn, ifo Institut, LMU München

Prof. Dr. Clemens Fuest, Universität Oxford
Prof. Dr. Clemens Fuest, Universität Oxford

Angesichts der Schwere der europäischen Schuldenkrise und der Radikalität der im Mai beschlossenen Maßnahmen sehen wir uns veranlasst, einen öffentlichen Appell an die Bundesregierung zu richten. Wir definieren Eckpfeiler für die nun anstehenden Verhandlungen zur Neuordnung des Euroraums, die nach unserer Einschätzung essenziell für den Bestand der europäischen Währungsunion sind. Der Euro ist ein wesentliches Element der europäischen Integration. Er ist aber gefährdet, wenn es nicht gelingt, in Zukunft mehr fiskalische Disziplin durchzusetzen. Europa braucht keine Wirtschaftsregierung, wohl aber politische und marktwirtschaftliche Mechanismen, die die öffentliche und private Verschuldung in den Mitgliedstaaten wirksam begrenzen. Es braucht diese Mechanismen nicht nur, um die Staatsfinanzen und die gemeinsame Währung zu stabilisieren, sondern auch, um die Wachstumskräfte in Europa besser auszubalancieren.