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IAB: Arbeitslosigkeit wird 2013 leicht sinken

Prof. Dr. Enzo Weber, IAB

Nürnberg. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit 2013 leicht sinken wird. Im Jahresdurchschnitt werde die Zahl der Arbeitslosen mit 2,86 Millionen rund 40.000 niedriger liegen als 2012. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose hervor.

Arbeitsvolumen 2012 leicht gestiegen

Prof. Dr. Enzo Weber, IAB

Trotz der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung im Jahr 2012 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 Prozent zu. Durch diese Zunahme stieg die Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden selbst bei sinkender Arbeitszeit um 0,4 Prozent auf rund 58 Milliarden Stunden, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Eine Million offene Stellen im vierten Quartal 2012

Im vierten Quartal 2012 gab es auf dem ersten Arbeitsmarkt bundesweit 1.037.000 offene Stellen, zeigt eine repräsentative Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das sind rund 90.000 Stellen weniger als im vierten Quartal 2011 und entspricht einem Rückgang um acht Prozent.  

Langzeitkonten sind wenig verbreitet

Peter Ellguth

In zwei Prozent der Betriebe können Arbeitnehmer Zeitguthaben auf separaten Langzeitkonten buchen. Bei den größeren Betrieben ist der Anteil in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Langzeitkonten ermöglichen den Beschäftigten längere Arbeitsunterbrechungen bei vollem Gehalt, zum Beispiel für Sabbaticals, Weiterbildungs- oder Familienzeiten. Altersbezogene Langzeitkonten erlauben einen vorzeitigen Ruhestand oder Altersteilzeit ohne staatliche Unterstützung.

Arbeitslosigkeit unter Akademikern am geringsten

Prof. Dr. Enzo Weber, IAB

Die Situation der Hochschulabsolventen am Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. Ihre Arbeitslosenquote sank von 3,5 Prozent im Jahr 2006 auf 2,4 Prozent im Jahr 2011. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch die Arbeitslosenquote von Personen mit einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung ging zurück: von 8,5 Prozent im Jahr 2006 auf 5,1 Prozent im Jahr 2011.

Jeder zweite Job in der Zeitarbeit ist zusätzlich

Dr. Elke Jahn

Kritiker der Zeitarbeit führen häufig ins Feld, dass Zeitarbeit reguläre Beschäftigung verdränge. Befürworter behaupten dagegen, dass die Zeitarbeit zusätzliche Beschäftigung schaffe. Arbeitsmarktforscher haben jetzt herausgefunden dass beide Seiten gleichermaßen richtig und falsch liegen: „Die Hälfte der Zeitarbeit ist zusätzlich“, stellten Elke Jahn und Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fest.

Be Your Own Boss: Solo-Selbstständige stellen jetzt die Mehrheit der Unternehmer

Dr. Frank Wießner, IAB

Während der letzten dreißig Jahre hat die selbstständige Berufstätigkeit in Deutschland kontinuierlich zugenommen. Doch seit der Jahrtausendwende steigt fast nur noch die Zahl der Solo-Selbst-ständigen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nachdem die berufliche Selbstständigkeit über lange Jahre hinweg in erster Linie von Betrieben – also Selbstständigen mit weiteren Beschäftigten – geprägt war, sind nunmehr die Solo-Selbstständigen in der Mehrheit.

Nicht nur Langzeitarbeitslose beantragen Hartz IV

Langzeitarbeitslosigkeit ist in den meisten Fällen nicht der Grund für den Eintritt in Hartz IV. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Weniger als ein Drittel der in den Hartz-IV-Bezug Eintretenden war bereits in der Zeit davor arbeitslos gemeldet. Ähnlich viele waren vorher erwerbstätig. Die übrigen absolvierten zum Beispiel eine schulische Ausbildung oder ein Studium, waren Hausfrau oder Hausmann oder wegen Krankheit nicht in der Lage zu arbeiten.

In Stuttgart und München wird am meisten verdient

In den Metropolregionen Stuttgart, München und Frankfurt/Rhein-Main verdienen Beschäftigte am meisten. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Montag in der Zeitschrift IAB-FORUM veröffentlicht wurde.

Durchschnittlich 2991 Euro brutto im Monat verdienten Vollzeitbeschäftigte in der Metropolregion Stuttgart im Jahr 2008. In der Metropolregion Mitteldeutschland lag der entsprechende Durchschnittsverdienst nur bei 1908 Euro. Das war nicht nur weniger als im gesamtdeutschen Schnitt (2615 Euro), sondern lag auch unter dem ostdeutschen Durchschnittswert von rund 1977 Euro.

Minijobs: Hinweise auf Verdrängung vor allem im Einzelhandel und Gastgewerbe

Dr. Christian Hohendanner

Hinweise auf die Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung durch Minijobs finden sich vor allem im Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Minijobs kommen besonders häufig in Dienstleistungsbranchen zum Einsatz. Die IAB-Arbeitsmarktforscher Christian Hohendanner und Jens Stegmaier erklären dies damit, dass in diesen Branchen lange Öffnungszeiten, Kundenorientierung und teilweise stark schwankende Nachfrage eine große Rolle spielen: „Hier lässt sich der Faktor Arbeit optimal nutzen, wenn er in Minijobs gestückelt zum Einsatz kommt.“