IAB

Be Your Own Boss: Solo-Selbstständige stellen jetzt die Mehrheit der Unternehmer

Dr. Frank Wießner, IAB

Während der letzten dreißig Jahre hat die selbstständige Berufstätigkeit in Deutschland kontinuierlich zugenommen. Doch seit der Jahrtausendwende steigt fast nur noch die Zahl der Solo-Selbst-ständigen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nachdem die berufliche Selbstständigkeit über lange Jahre hinweg in erster Linie von Betrieben – also Selbstständigen mit weiteren Beschäftigten – geprägt war, sind nunmehr die Solo-Selbstständigen in der Mehrheit.

Nicht nur Langzeitarbeitslose beantragen Hartz IV

Langzeitarbeitslosigkeit ist in den meisten Fällen nicht der Grund für den Eintritt in Hartz IV. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Weniger als ein Drittel der in den Hartz-IV-Bezug Eintretenden war bereits in der Zeit davor arbeitslos gemeldet. Ähnlich viele waren vorher erwerbstätig. Die übrigen absolvierten zum Beispiel eine schulische Ausbildung oder ein Studium, waren Hausfrau oder Hausmann oder wegen Krankheit nicht in der Lage zu arbeiten.

In Stuttgart und München wird am meisten verdient

In den Metropolregionen Stuttgart, München und Frankfurt/Rhein-Main verdienen Beschäftigte am meisten. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Montag in der Zeitschrift IAB-FORUM veröffentlicht wurde.

Durchschnittlich 2991 Euro brutto im Monat verdienten Vollzeitbeschäftigte in der Metropolregion Stuttgart im Jahr 2008. In der Metropolregion Mitteldeutschland lag der entsprechende Durchschnittsverdienst nur bei 1908 Euro. Das war nicht nur weniger als im gesamtdeutschen Schnitt (2615 Euro), sondern lag auch unter dem ostdeutschen Durchschnittswert von rund 1977 Euro.

Minijobs: Hinweise auf Verdrängung vor allem im Einzelhandel und Gastgewerbe

Dr. Christian Hohendanner

Hinweise auf die Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung durch Minijobs finden sich vor allem im Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Minijobs kommen besonders häufig in Dienstleistungsbranchen zum Einsatz. Die IAB-Arbeitsmarktforscher Christian Hohendanner und Jens Stegmaier erklären dies damit, dass in diesen Branchen lange Öffnungszeiten, Kundenorientierung und teilweise stark schwankende Nachfrage eine große Rolle spielen: „Hier lässt sich der Faktor Arbeit optimal nutzen, wenn er in Minijobs gestückelt zum Einsatz kommt.“

Mehr Akademiker kommen nach Deutschland

Dr. Rüdiger Wapler

Immer mehr Akademiker zieht es nach Deutschland. Besaßen 2005 erst 30 Prozent der Neuzuwanderer einen akademischen Abschluss, waren es fünf Jahre später immerhin 44 Prozent. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).  Im Vergleich zu Migranten, die schon länger in Deutschland leben oder hier geboren wurden, sind die Neuzuwanderer im Durchschnitt besser qualifiziert. Ihnen gelingt auch eher eine ausbildungsadäquate Beschäftigung.

Mehr als 100.000 Selbständige müssen mit Hartz IV aufstocken

Dr. Lena Koller

127.000 selbstständige Aufstocker gab es 2011 im Jahresdurchschnitt. Ihr Einkommen ist so niedrig, dass es ohne Hartz IV nicht für den Bedarf des Haushalts ausreicht. Fast zwei Drittel von ihnen erwirtschaften ohne die ergänzenden Hartz-IV-Leistungen rechnerisch weniger als fünf Euro netto pro Stunde. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Zehn Prozent mehr Lohn in exportierenden Betrieben

Exportierende Betriebe im verarbeitenden Gewerbe zahlen bis zu zehn Prozent mehr Lohn als nicht exportierende Betriebe. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Dabei ist schon herausgerechnet, dass Beschäftigte in den exportierenden Betrieben im Durchschnitt höher qualifiziert sind und längere Berufserfahrung aufweisen.

Viele bekamen schon Hartz IV, bevor sie arbeitslos wurden

Prof.Dr.Gesine Stephan, IAB

Rund 30 Prozent derjenigen, die nach dem Ende einer Beschäftigung Arbeitslosenunterstützung erhalten, bekommen kein Arbeitslosengeld, sondern Hartz IV. Fast jeder zweite von ihnen bezog jedoch auch schon Hartz IV, bevor er arbeitslos wurde: Als Aufstocker erhielt er bereits während der Beschäftigung Leistungen aus der Grundsicherung, da sein Gehalt unter dem Grundsicherungsniveau lag. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Erste Bremsspuren am Arbeitsmarkt: 56.000 offene Stellen weniger als vor einem Jahr

Anja Kettner, IAB, Nürnberg, Karriere-Chancen am Arbeitsmarkt, Crosswater Job Guide
Anja Kettner

863.000 offene Stellen gab es im dritten Quartal 2012. Das sind 56.000 oder sechs Prozent weniger als vor einem Jahr, zeigt eine repräsentative Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Rückgang des Stellenangebots betraf West- und Ostdeutschland gleichermaßen. Insgesamt lag die Zahl der offenen Stellen bei 731.000 im Westen und 132.000 im Osten.

Der Großteil der Betriebe kann seinen Fachkräftebedarf decken

Dr. Ute Leber, IAB
Dr. Ute Leber, IAB

Der Großteil der Betriebe konnte seinen Fachkräftebedarf auch 2011 vollständig decken, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Studie beruht auf dem IAB-Betriebspanel, einer jährlich durchgeführten repräsentativen Befragung von 16.000 Betrieben. Viele Betriebe reagieren aber bereits auf die drohende Verschärfung der Fachkräfteengpässe durch den demografischen Wandel.