IAB

Arbeitslosenversicherung für Selbständige zu teuer – Jeder zweite verlässt Versicherung vorzeitig

VGSD e.V. fordert mehr Beitragsgerechtigkeit und Rücknahme der erfolgten Vervierfachung der Beiträge

 

Dr. Andreas Lutz
Dr. Andreas Lutz

Seit 2006 können sich Gründer freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern. Mehr als 200.000 Selbständige nutzen diese Möglichkeit aktuell. Doch nur wenige halten die Zahlung der Beiträge dauerhaft durch: Eine gerade erschienene Studie des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam zum Ergebnis, dass 44 Prozent der freiwillig Versicherten im Untersuchungszeitraum die Zahlung der Beiträge einstellte und damit von der Versicherung ausgeschlossen wurden. Der wichtigste Grund für diese regelrechte Flucht waren die als zu hoch empfundenen Beiträge.

IAB-Studie: Freiwillige Weiterversicherung für Selbstständige ist eine sinnvolle Ergänzung der Arbeitslosenversicherung

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Katalin Evers

Die 2006 eingeführte Möglichkeit, als Existenzgründer freiwillig in der Arbeitslosenversicherung zu bleiben, hat sich nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) bislang bewährt. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten IAB-Studie hervor.

Durch die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Existenzgründer können soziale Risiken der Selbstständigkeit abgefedert werden. Die Versicherung ist besonders attraktiv für Existenzgründer, die den Erfolg ihrer Selbstständigkeit nicht gut abschätzen können. Der IAB-Studie zufolge tragen auch mehr Berufserfahrung und die Erfahrung mit längerer Arbeitslosigkeit dazu bei, dass sich Selbstständige absichern.

Altersspezifische Personalpolitik hat an Bedeutung gewonnen

Dr. Jens Stegmaier
Dr. Jens Stegmaier

Nürnberg. Fast jeder fünfte Betrieb, der Ältere beschäftigt, setzt für diese altersspezifische Personalmaßnahmen ein. Dazu gehören Weiterbildungsangebote, Altersteilzeitregelungen, Maßnahmen der Gesundheitsförderung, altersgemischte Teams oder eine besondere Ausstattung von Arbeitsplätzen. Da insbesondere große Unternehmen altersspezifische Maßnahmen anbieten, profitiert davon potenziell mehr als die Hälfte der Beschäftigten, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Befristet Beschäftigte werden häufiger übernommen

Die Chance, aus einer befristeten in eine unbefristete Beschäftigung übernommen zu werden, ist seit dem Krisenjahr 2009 kontinuierlich gestiegen. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Zahl der Übernahmen von befristeter in unbefristete Beschäftigung stieg seit 2009 merklich an. Wurden 2009 noch 30 Prozent der zunächst befristet angestellten Arbeitnehmer anschließend in eine unbefristete Beschäftigung übernommen, lag der Anteil im Jahr 2012 bei 39 Prozent.

Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte durch die Hartz-Reformen

Dr. Sabine Klinger, IAB

Die Hartz-Reformen haben zu einer Trendwende am Arbeitsmarkt beigetragen: Unternehmen bieten mehr offene Stellen, Arbeitslose finden schneller einen Job und mehr Menschen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt als vor den Reformen. „Die Funktionsweise des Arbeitsmarkts hat sich verbessert“, stellen die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie fest.

Kleine Betriebe finden am schwersten neue Mitarbeiter

Die meisten offenen Stellen gibt es in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern. Diese haben jedoch überdurchschnittlich häufig Probleme, ihre Stellen zu besetzen, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Mehr als 50 Prozent aller offenen Stellen werden von kleinen Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern angeboten. Knapp 30 Prozent entfallen auf mittlere Betriebe mit 50 bis 249 Mitarbeitern, weniger als 20 Prozent auf große Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Jeder dritte Betrieb würde auch Langzeitarbeitslose einstellen

Martina Rebien, IAB

33 Prozent der Betriebe sind prinzipiell dazu bereit, langzeitarbeitslosen Bewerbern im Einstellungsprozess eine Chance zu geben. 39 Prozent der Betriebe würden nur Bewerber in Betracht ziehen, die weniger als ein Jahr arbeitslos waren. 16 Prozent der Betriebe würden arbeitslose Bewerber gar nicht berücksichtigen, zeigt eine Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Gut zehn Prozent der Betriebe machten dazu bei der Befragung keine Angaben.

Für die Hälfte der Beschäftigten gilt ein Branchentarifvertrag

Dr. Susanne Kohaut, IAB. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Industrial relations, Betriebsgründungen und Fragebogenentwicklung. Sie nimmt Aufgaben der Forschungsorganisation und -koordination wahr, sie ist stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs.
Dr. Susanne Kohaut

Im Jahr 2012 arbeiteten rund 50 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, für die ein Branchentarifvertrag galt. Das zeigen die Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlichen Befragung von mehr als 15.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Arbeitsvolumen lag im ersten Quartal 2013 bei 14,7 Milliarden Stunden

Erwerbstätige in Deutschland haben im ersten Quartal 2013 rund 14,7 Milliarden Stunden gearbeitet, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Saison- und kalenderbereinigt nahm das Arbeitsvolumen im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent zu. Im Vergleich zum ersten Quartal 2012 wuchs die Erwerbstätigkeit trotz der schwachen Konjunktur um 0,7 Prozent.

40 Prozent der offenen Stellen in kleinen Betrieben

Anja Kettner, IAB, Nürnberg, Karriere-Chancen am Arbeitsmarkt, Crosswater Job Guide
Anja Kettner

Vier von zehn offenen Stellen waren im ersten Quartal 2013 in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern zu besetzen. Das zeigt eine repräsentative Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). „Daher lohnt es sich für Arbeitssuchende, nicht nur auf Stellenangebote der bekannten großen Betriebe zu achten, sondern auch nach Stellenangeboten von kleinen Betrieben Ausschau zu halten“, sagt Arbeitsmarktforscherin Anja Kettner.