IAB

Der Großteil der Betriebe kann seinen Fachkräftebedarf decken

Dr. Ute Leber, IAB
Dr. Ute Leber, IAB

Der Großteil der Betriebe konnte seinen Fachkräftebedarf auch 2011 vollständig decken, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Studie beruht auf dem IAB-Betriebspanel, einer jährlich durchgeführten repräsentativen Befragung von 16.000 Betrieben. Viele Betriebe reagieren aber bereits auf die drohende Verschärfung der Fachkräfteengpässe durch den demografischen Wandel.

IAB: Der Einstieg in den Arbeitsmarkt prägt den Erwerbsverlauf

Dr. Joachim Möller, IAB

„Der Einstieg in den Arbeitsmarkt bestimmt maßgeblich die Chancen und Risiken im weiteren Erwerbsverlauf. Um Arbeitslosigkeit möglichst dauerhaft zu vermeiden, ist die Qualität der Beschäftigung zu Beginn der Erwerbskarriere von herausragender Bedeutung“, erklärte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Joachim Möller am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich der Vorstellung des neuen „IAB Handbuchs Arbeitsmarkt“. Es zeichne sich ab, dass ein Ausbildungsabschluss immer mehr zur Mindestvoraussetzung für ein Normalarbeitsverhältnis wird, betonte der IAB-Direktor in Berlin. „Gelingt ein passender Einstieg in den ersten drei Jahren nicht, ist das nur noch schwer zu korrigieren“, warnte Möller.

Weniger ostdeutsche Azubis pendeln nach Westdeutschland

Mirko Wesling, IAB

Nürnberg. Ostdeutsche Jugendliche finden heute leichter eine Ausbildungsstelle in den Heimat- oder Nachbarregionen als vor zehn Jahren: Nur noch vier Prozent pendeln nach Westdeutschland. 2001 waren es neun Prozent. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Alleinerziehende in Hartz IV profitieren deutlich von Weiterbildung

Dr. Cordula Zabel

Nürnberg. Alleinerziehende Arbeitslosengeld-II-Empfängerinnen profitieren deutlich von Weiterbildung, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie ermittelt. Ihre Beschäftigungschancen steigen dadurch um bis zu 19 Prozentpunkte.

Am meisten steigert eine Weiterbildung die Beschäftigungschancen der alleinerziehenden Arbeitslosengeld-II-Empfängerinnen, wenn deren Kinder bereits älter als zehn Jahre sind. Aber auch für Alleinerziehende, deren jüngstes Kind zwischen drei und fünf Jahren alt ist und die an einer Weiterbildung teilnehmen, erhöhen sich die Beschäftigungschancen um zehn Prozentpunkte in Westdeutschland und sieben Prozentpunkte in Ostdeutschland.

Private Altersvorsorge bei Geringverdienern wenig verbreitet

Dr. Christina Wübbeke

Nürnberg. Private Altersvorsorge wird dort nicht betrieben, wo sie zur Vermeidung von Altersarmut am nötigsten wäre: Bei Geringverdienern und Hartz-IV-Empfängern. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Diese Personengruppen seien aber besonders bedroht von Altersarmut, erklären die IAB-Forscher Markus Promberger, Christina Wübbeke und Anika Zylowksi.

Wochenarbeitszeit wieder auf Vorkrisen-Niveau

Jennifer Vallé

Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Deutschland lag im zweiten Quartal 2012 bei durchschnittlich 38,22 Wochenstunden. Damit ist das Niveau von 2008 erstmals wieder erreicht. Das berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Abwanderung Qualifizierter von Ost- nach Westdeutschland: Arbeitsmarktchancen sind wichtiger als Löhne

Dr. Florian Lehmer

Regionale Lohnunterschiede spielen für die Abwanderung Qualifizierter von Ost- nach Westdeutschland eine geringere Rolle als Unterschiede bei den Beschäftigungschancen. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Ostdeutsche Betriebe stellen mehr Arbeitslose ein

Hanna Brenzel

In Ostdeutschland war die Hälfte aller im Jahr 2011 neu eingestellten Personen vorher arbeitslos, in Westdeutschland waren es 36 Prozent. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Westdeutsche Betriebe rekrutierten neue Beschäftigte zu 45 Prozent aus dem Pool an Personen, dieauch vorher beschäftigt waren. Diese machen in Ostdeutschland lediglich etwas mehr als ein Drittel aller Neueinstellungen aus.

Erwerbsquote der Über-60-Jährigen hat sich mehr als verdoppelt

Dr. Alfred Garloff

In den letzten 20 Jahren hat sich die Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen mehr als verdoppelt, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Während sie im Jahr 1991 noch bei 20,8 Prozent lag, stieg sie bis zum Jahr 2010 auf 44,2 Prozent. Entscheidend dazu beigetragen hat die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen.

Auch die Verbesserungen im Gesundheitszustand der Älteren sowie die veränderten politischen Rahmenbedingungen bei der Frühverrentung und den Vorruhestandsregelungen begünstigten den Anstieg der Erwerbsbeteiligung bei den Älteren, so das IAB.

Hartz IV: Frauen werden seltener sanktioniert als Männer

PD Dr. Joachim Wolff

Nürnberg. Jobcenter kürzen bei Frauen weit seltener als bei Männern aufgrund von Pflichtverstößen das Arbeitslosengeld II, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dabei spielt eine Rolle, dass beispielsweise Mütter von Kleinkindern nicht für die Vermittlung zur Verfügung stehen müssen. Aber auch bei alleinstehenden und kinderlosen Arbeitslosengeld-II-Empfängern weisen Männer im Vergleich zu Frauen rund doppelt so hohe Sanktionsquoten auf.