IAB

Situation von Älteren auf dem Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren besser geworden

Dr. Martin Dietz, IAB
Dr. Martin Dietz, IAB

„Die Situation von Älteren auf dem Arbeitsmarkt ist immer noch alles andere als rosig, hat sich aber in den letzten Jahren verbessert“, schreiben die Arbeitsmarktexperten Andrea Arlt, Martin Dietz und Ulrich Walwei vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer am Mittwoch erschienenen Studie. So hat sich die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland im Zeitraum von 1998 bis 2008 merklich erhöht. Sie übertrifft nun mit 53,8 Prozent das im Jahr 2000 in Lissabon vereinbarte EU-Ziel von 50 Prozent für 2010. Zudem liegt sie über dem aktuellen Durchschnittswert der damaligen 15 Mitgliedsländer der Europäischen Union. Günstig entwickelt hat sich in Deutschland vor allem die Beschäftigungsquote der 55- bis 59-Jährigen. Große Probleme bestehen der Studie nach aber noch bei der Beschäftigung der über 60-Jährigen und der gering qualifizierten Älteren.

IAB: Unternehmen halten trotz Krise Personal in bisher nicht gekanntem Ausmaß – Bei sechs Prozent BIP-Rückgang 3,7 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2009

Dr. Sabine Klinger, IAB
Dr. Sabine Klinger, IAB

„Die Unternehmen nutzen interne Strategien der Anpassung des Personaleinsatzes an die verschlechterte Auftragslage in bisher nicht gekanntem Ausmaß“, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Statt Personen zu entlassen, werde die Auslastung der Beschäftigten verringert – vor allem durch Kurzarbeit, Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit, Abbau von Überstunden und eine Reduzierung der Guthaben auf den Arbeitszeitkonten.

Im Jahresdurchschnitt 2009 wird es daher selbst bei einer Schrumpfung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um sechs Prozent nur 3,7 Millionen Arbeitslose geben, geht aus der aktuellen Arbeitsmarktprojektion des Instituts hervor. Dies wäre angesichts der Schwere der Wirtschaftskrise ein sehr moderater Anstieg um 430.000 gegenüber 2008.

Nur wenige Unternehmensgründer in Deutschland

Dr. Udo Brixy
Dr. Udo Brixy

Die Zahl der Unternehmensgründer ist in Deutschland im internationalen Vergleich sehr niedrig. Nur 1,4 Prozent der 18- bis 64-Jährigen sind gerade dabei, ein Unternehmen zu gründen. Weitere 2,4 Prozent haben sich während der vergangenen dreieinhalb Jahre selbstständig gemacht. Damit belegt Deutschland innerhalb von 18 vergleichbar hochentwickelten Ländern den vorletzten Platz. Ganz vorne liegen die USA, Schlusslicht ist Belgien, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover hervor.

Jeden Tag beginnen und enden durchschnittlich 30.000 Arbeitsverhältnisse in Deutschland

Dr. Thomas Rothe
Dr. Thomas Rothe

An jedem Arbeitstag der vergangenen zehn Jahre wurden im Durchschnitt rund 30.000 Arbeitsverhältnisse begonnen und etwa ebenso viele beendet. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt werde häufig unterschätzt, betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Auch im Aufschwung würden viele Mitarbeiter entlassen – und in der Krise immer noch Mitarbeiter eingestellt.

IAB-Umfrage bei 14.000 Betrieben: Stellen werden am häufigsten über Netzwerke und Zeitungsinserate besetzt

Fast ein Drittel aller Neueinstellungen kam im Jahr 2008 über eigene Mitarbeiter und persönliche Kontakte zustande, zeigt eine Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bei rund jeder vierten Neueinstellung fanden die Arbeitgeber einen passenden Bewerber durch Zeitungsinserate.Kontakte zur Arbeitsagentur oder die Internet-Jobbörsen der Bundesagentur für Arbeit führten zu jeder sechsten Einstellung. Aus anderen Internet-Stellenbörsen ergab sich circa jede zehnte Stellenbesetzung. Ebenfalls etwa jede zehnte Stellenbesetzung beruhte auf einer Initiativbewerbung.

Fünf Jahre EU-Osterweiterung: Deutschland profitiert langfristig von der Arbeitsmigration

Timo Baas, IAB
Timo Baas, IAB

Die Zuwanderung aus den acht osteuropäischen Beitrittsländern erhöhte das Bruttoinlandsprodukt in der erweiterten EU seit 2004 um 0,2 Prozent oder 24 Milliarden Euro, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Deutschland hatte aufgrund seiner Zuwanderungsbeschränkungen in den ersten fünf Jahren seit der EU-Osterweiterung nur einen geringen Anteil an der Migration. Eine Öffnung der deutschen Arbeitsmärkte für eine Zuwanderung aus den Beitrittsländern würde langfristig positive Effekte haben, schreiben die Autoren der Studie Timo Baas, Herbert Brücker und Andreas Hauptmann.

IAB: „Wirkungen der Kurzarbeit-Neuregelungen nicht überschätzen“

Andreas Crimmann, IAB
Andreas Crimmann, IAB

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dämpft die Erwartungen an die Ausweitung der Kurzarbeitergeld-Bezugsdauer auf 24 Monate und die vollständige Übernahme der Sozialabgaben nach sechs Monaten durch die Bundesagentur für Arbeit. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie schreiben die IAB-Arbeitsmarktexperten Andreas Crimmann und Frank Wießner, man solle die Wirkungen nicht überschätzen: „Je länger die Krise andauert, desto weniger kann Kurzarbeit die Folgen abfedern.“

Frauen fassen immer häufiger in hochqualifizierten Berufen Fuß

Seit 1994 ist der Anteil der Frauen in den naturwissenschaftlichen Berufen von 20 auf 30 Prozent gestiegen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der am Dienstag erschienenen Ausgabe 1/2009 der Zeitschrift IAB-FORUM. „In den naturwissenschaftlichen Fächern fassen Frauen also nicht nur im Studium, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt zunehmend besser Fuß“, stellt das IAB fest.

Frauen sei es in den letzten Jahren immer besser gelungen, in hochqualifizierte Berufe einzusteigen. Die besseren Schul- und Ausbildungsabschlüsse würden zunehmend zu einer besseren Positionierung auf dem Arbeitsmarkt führen. „So kletterte der Frauenanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in hochqualifizierten Mischberufen wie Zahnärztin, Tierärztin und Geisteswissenschaftlerin um mehr als zehn Prozentpunkte“, schreiben die Autoren der IAB-Studie. Mischberufe haben einen Frauen- bzw. Männeranteil von höchstens 70 Prozent, bei Frauen- oder Männerberufen liegt der Anteil jeweils über 70 Prozent.

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit bremsen Jobverluste

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit haben die erste Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt abgefangen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Stand auf den Arbeitszeitkonten ist im Schnitt um fast 6 Stunden abgeschmolzen. Die Zahl der Kurzarbeiter ist in den ersten Monaten des Jahres sprunghaft angestiegen und belief sich im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 2009 auf 950 000. Bei der Kurzarbeit ist gut ein Drittel der normalen Arbeitszeit ausgefallen. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet waren das im ersten Quartal 3,5 Arbeitsstunden.

Zahl der offenen Stellen deutlich zurückgegangen – In den sozialen Berufen zeichnet sich dagegen zukünftiger Fachkräftemangel ab

Dr. Markus Heckmann, IAB
Dr. Markus Heckmann, IAB

Im ersten Quartal 2009 gab es 870.000 offene Stellen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das sind 221.000 weniger als im Vorquartal IV/2008 und 273.000 weniger als im Vorjahresquartal I/2008. Nach dem noch moderaten Rückgang der Stellenangebote im vierten Quartal 2008 habe die Wirtschaftskrise mit der üblichen Verzögerung von einigen Monaten inzwischen deutliche Spuren auf dem Stellenmarkt hinterlassen, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Der Rückgang im ersten Quartal 2009 betraf nahezu ausschließlich Westdeutschland. Die ostdeutsche Wirtschaft ist weniger exportabhängig und daher von der Wirtschaftskrise bislang auch weniger hart betroffen.