Japan

Regierungen müssen mehr tun, um Menschen die Kompetenzen für die digitale Welt zu vermitteln

Regierungen müssen mehr in Bildung und Weiterbildung investieren und sie so gestalten, dass jede und jeder von der Digitalisierung profitieren kann. Zu diesem Schluss kommt eine neue OECD-Studie, die heute vorgestellt wurde.

Der OECD Skills Outlook 2019 ist Teil der OECD-Kampagne „I am the Future of Work“ zur Gestaltung der Arbeitswelt von morgen. Die Studie plädiert dafür, aus traditionellen Bildungssystemen Systeme lebenslangen Lernens zu machen.

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Europa wird den globalen Kampf ums technische Wissen verlieren

Prof. Dr. Gunnar Heinsohn

Gunnar Heinsohn, emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen, adressiert in einem Gastbeitrag für die NZZ die Problematik der Bildungssystem im Wettbewerb.

Mit der Globalisierung sind nicht nur Wirtschaftsräume, sondern auch Bildungssysteme in Konkurrenz getreten. Nicht alle Länder nutzen Migration als Mittel, sich besser für die Zukunft zu rüsten. Am besten steht Ostasien da.

Zwischen 2014 und 2015 hat Japan die Aufnahme von Asylbewerbern um 145 Prozent gesteigert. Und doch sitzt das Land – zusammen mit Südkorea – wegen «Null-Akzeptanz» von Flüchtlingen auf der Sünderbank von Amnesty International. Die Anklage ist ein wenig übertrieben, in der Sache aber nachvollziehbar, denn Tokio hat die Zahl der Aufgenommenen lediglich von 11 auf 27 Personen angehoben.
Deutschland steht 40 000 Mal grossmütiger da. Das färbt auf die ehrgeizigen und auch nachahmungswilligen Ostasiaten jedoch in keiner Weise ab. Selbst im grossen China lebten 2015 unter 1,388 Milliarden Einwohnern – das entspricht rund 17 Deutschlands oder 3 EU ohne die Briten – nur 583 anerkannte Flüchtlinge.